Die Fischerhochzeit brachte an diesem Sonntag tausend Menschen oder mehr ans Ufer: geschmückte Boote am Dampfersteg, ein Hochzeitszug zur Kirche St. Joseph, Trauung im Schlosspark und ausgelassenes Festmahl im Zelt am Seehof.
Schon am Vormittag füllten sich Dampfersteg und Biersteg mit Menschen. Sie warteten auf die Braut und ihre Gefolgschaft, die traditionsgemäß über das Wasser anreisten. Als die festlich geschmückten Boote schließlich anlegten, brandete am Ufer großer Jubel auf – der Auftakt zu einem Tag, der Tutzing für ein paar Stunden in eine andere Zeit versetzte.en, um dabei zu sein.
Hochzeitszug zieht zur Kirche, Trauung im Schlosspark
Von der Uferpromenade aus setzte sich der Hochzeitszug in Bewegung, hinauf zur Pfarrkirche St. Joseph, wo ein Gottesdienst die kirchliche Trauung einleitete. Anschließend führte der Weg zurück hinunter, diesmal zum Tutzinger Schloss. Im Schlosspark hatten sich bereits zahlreiche Zuschauer versammelt, um die eigentliche Trauungszeremonie mitzuerleben. Die Rolle des Hofmarkrichters, der die Vermählung feierlich vollzog, übernahm Akademiedirektor Udo Hahn von der Evangelischen Akademie – eine Verbindung, die zeigt, wie eng Tutzinger Institutionen mit dem Brauchtum des Ortes verwoben sind.
Zur Zeremonie erklang virtuos vorgetragene Musik, zu der Biedermeier-Tänze aufgeführt wurden. Für einen der Höhepunkte sorgte anschließend die Tutzinger Gilde mit dem anspruchsvollen Reiftanz, der eigens für die Fischerhochzeit einstudiert worden war – ein Kraftakt an Choreografie und Ausdauer, der beim Publikum sichtlich Eindruck hinterließ.
Festmahl am Seehof und ausgelassene Stimmung im Ort
Nach der Zeremonie verlagerte sich das Geschehen ins Festzelt auf dem Seehof. Dort erwartete die Hochzeitsgesellschaft und viele weitere Gäste ein gemeinsames Festmahl, das die Wirtsleute einladend von der Bühne herab ankündigten. Besonders groß war der Jubel, als auch das Brautpaar auf der Bühne erschien und in die Menge winkte – der Applaus dafür war lang und herzlich.
Auf dem Seehof und im gesamten Ort herrschte den ganzen Tag über eine pulsierende, mitreißende Stimmung. Wer an diesem Sonntag durch Tutzing ging, konnte sich streckenweise wie auf einem kleinen Volksfest fühlen – fast wie Wiesn-Stimmung, mitten am Starnberger See.






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