Der Auftakt ist gelungen. Es waren drei Abende, die auf völlig unterschiedliche Weise höchst stimmungsgeladen waren – und einen gemeinsamen Nenner hatten: Das Festzelt auf dem Seehof war voll, das Publikum begeistert, und die Vorfreude auf das eigentliche Fest ist von Tag zu Tag gewachsen.
Den Anfang machte am Mittwoch die Kabarettistin Luise Kinseher, bestens gelaunt und scharfzüngig wie gewohnt. Von Tutzing bis Trump nahm sie so ziemlich alles aufs Korn - und beförderte Bürgermeister Ludwig Horn kurzerhand zum bayerischen Ministerpräsidenten. Am Donnerstag folgte dann der energiegeladene Kontrastprogramm-Auftritt von LaBrassBanda: Die Band blies das Publikum mitreißend und virtuos schier zur Ekstase, das Zelt war an diesem Abend ausverkauft. Den schwungvollen Abschluss des Auftaktprogramms bildete gestern Sašo Avsenik mit seinen Oberkrainern. Ganz in der Tradition seines Großvaters Slavko Avsenik sorgten sie mit alpenländischer Volksmusik für gute Laune.
Um 16 Uhr beginnt heute der Polterabend vor dem Gugger-/Gröberhof
Nach dem dreitägigen Prolog steht Tutzing nun am Wochenende ganz im Zeichen der Fischerhochzeit. An diesem Samstag, den 25. Juli, startet der Hochzeitslader bereits ab 8 Uhr im Ort, mit Beginn am Ortsmuseum. Um 16 Uhr folgt der Polterabend beim Guggerhof, der fürs Schauspiel zum „Gröberhof" wird. Um 18 Uhr trifft die Braut standesgemäß mit dem Kutschwagen ein – sie wird vor dem Guggerhof begrüßt.
Dann wird getanzt - auf der Hauptstraße bis 22 Uhr – dann kommt der Nachtwächter - und ab 19 Uhr im Festzelt mit der Tegernseer Tanzl'musi, den Würmsee Böhmischen und der Saustoimusi. Bei dieser Gelegenheit gibt’s ein zweites Bier-O’zapfn, diesmal durch den Bürgermeister - eine Aktion mit einer besonderen kleinen Vorgeschichte, wie alle wissen, die am ersten Abend das recht spritzige erste O’zapfn durch Tobias Wegl, den Vorsitzenden des Veranstaltungsvereins Tutzing, verfolgt haben.
Vom Böllerschuss bis zum Abdanken – der Höhepunkt am Sonntag
Der Sonntag beginnt früh und traditionell: Um 6 Uhr kündigen Böllerschüsse unterhalb der evangelischen Kirche den großen Tag an. Ab 8.30 Uhr spielt Musik vor dem Gugger-/Gröberhof, der Erzähler tritt auf, und um 9 Uhr zeigen sich Bräutigam, Familie und Kranzljungfern der versammelten Menge. Kurz darauf, um 9.15 Uhr, treffen die übrigen Hochzeitsgäste und die gräfliche Familie ein, ehe sich der Zug der Hochzeitsgesellschaft über Hauptstraße und Schlossstraße zum Dampfersteg in Bewegung setzt.
Am Dampfersteg wird um 9.45 Uhr die Braut mit ihrer Gefolgschaft erwartet und feierlich begrüßt – von dort zieht die gesamte Gesellschaft weiter zur Pfarrkirche St. Joseph, wo um 10.30 Uhr der ökumenische Festgottesdienst gefeiert wird. Für die Zuschauer öffnet um 11 Uhr der Schlosspark der Evangelischen Akademie Tutzing seine Tore über den Eingang am Biersteg. Der Hochzeitszug wandert derweil weiter zum Schloss, wo um 12 Uhr auf der Terrasse die eigentliche Trauungszeremonie stattfindet – das emotionale Zentrum des ganzen Festes.
Anschließend zieht die Gesellschaft weiter ins Festzelt, wo ab 13 Uhr das Hochzeitsmahl serviert wird, begleitet von Tänzen und der „Geschichte der Tante". Wer nicht am Festmahl teilnimmt, kann das Zelt trotzdem besuchen oder in einer der Tutzinger Gaststätten zu Mittag essen. Um 14.30 Uhr formiert sich der große Festzug, der ab 15 Uhr durch ganz Tutzing zieht – für viele der eigentliche Höhepunkt des Nachmittags. Ab 16.30 Uhr wird im Festzelt und in der Ortsmitte getanzt: das Brautpaar, die Kranzler, der Volkstanzkreis und die Kindertanzgruppe der Tutzinger Gilde zeigen ihr Können. Ab 19 Uhr klingt das Fest schließlich mit dem Abdanken im Festzelt aus.
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