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Manche mögen's laut

LaBrassBanda auf dem Seehof: Mehr als 2000 Menschen im Zelt, hunderte daneben und am Ufer

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Übertönte Feinheiten: Viel Virtuosität der Mitglieder von LaBrassBanda ging im dröhnenden Wummern unter © Carola Biller

Zwei Wörter waren am Freitagabend in Tutzing öfter zu hören als jede Textzeile: „Zu laut.“ Man hörte sie im Festzelt, man hörte sie draußen im Biergarten, man hörte sie sogar noch am Seeufer, wo Bässe und Schlagzeug von LaBrassBanda über den See hinaus zu wummern schienen. Und doch: Gestört hat es die wenigsten wirklich – zu groß war die Freude darüber, dass die beliebte Band nach Tutzing gekommen war.

Mehr als 2000 Menschen drängten sich im Festzelt am Seehof, dazu kamen viele weitere auf dem abgesperrten Gelände und noch einmal so viele ringsherum – am Ufer, auf den Straßen, überall dort, wo man die Musik hören konnte, ohne sich ins Gedränge zu stellen. Am Tag nach dem Auftakt mit Kabarettistin Luise Kinseher war damit klar: Bei dieser Festwoche folgt ein Höhepunkt auf den anderen.

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Mehr als 2000 Menschen drängten sich im Festzelt © L.G.
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Zwei Welten

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War es eine Flucht? Draußen füllte sich der Biergarten immer mehr, während es drinnen recht laut war © L.G.

Wer im Zelt stand, erlebte einen Abend, der keine halben Sachen kannte. Bässe und Schlagzeug hämmerten bei jedem Song einen Rhythmus, der weit über die Zeltplanen hinausdröhnte – und der im Inneren offenbar genau richtig ankam. Das Publikum bewegte sich im Takt, tanzte ausgelassen, ließ sich von der „kompromisslosen Live-Energie und kollektiven Ekstase“ mitreißen, mit der die Band selbst wirbt. LaBrassBanda versteht sich als „Synonym für grenzenlose Live-Freude“ – und im Zelt schien dieser Anspruch an diesem Abend eingelöst.

Draußen aber, auf dem weitläufigen Seehof-Gelände und noch weiter weg, am Seeufer, spielte sich ein ganz anderer Abend ab. Dort saßen viele gemütlich, mit einer Bratwurst- oder Fischsemmel, mit Schokofrüchten oder einem Eis in der Hand, lauschten der Musik aus der Distanz – und genossen sichtlich das Gefühl, jederzeit einfach nach Hause gehen zu können, ohne sich erst durch die Menge kämpfen zu müssen. Der eigens aufgebaute Biergarten füllte sich im Lauf des Abends immer weiter, weil viele Konzertbesucher zwischenzeitlich ins Freie strömten. Zwischen Zeltinnerem und Außenbereich lagen an diesem Abend gefühlt Welten.

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Zaungäste: Viele verfolgten das Konzert von draußen - von dort aus war die Musik gut zu hören, weil es nicht ganz so laut dröhnte © L.G.

Wenn der Soundcheck schon zum Politikum wird

Dass die Lautstärke zum Thema werden würde, hatte sich bereits tagsüber angedeutet. Als Mitarbeiter der für die Tontechnik zuständigen Firma Subsonic beim Soundcheck voll aufdrehten, beschwerten sich schon einige Nachbarn. Dazu trug vielleicht auch die für diese Gelegenheit ausgewählte Techno-Musik bei - vielleicht hätten bayerische Klänge für mehr Sympathie im Ort gesorgt. Am Abend dann setzte sich das Muster fort: Wer der virtuosen Bläserarbeit der Musiker aus dem Chiemgau folgen wollte, hatte es schwer – das dröhnende Bumsen überdeckte viele der Feinheiten, mit denen die Band ihre Mischung aus Blasmusik, Ska und Reggae eigentlich würzt. Den meisten im Zelt schien das jedoch herzlich egal zu sein.

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Prächtig geeignet fürs Feiern: Der Seehof zeigt sich in diesen Tagen von einer neuen Seite

Ein Fest, organisiert mit sichtbarer Erfahrung

So kontrovers die Lautstärke diskutiert wurde, so einig war man sich in einem anderen Punkt: Der Veranstaltungsverein Tutzing, erfahren schon von etlichen Weinfesten auf der Brahmspromenade, hat mit diesem Abend erneut bewiesen, wie sich ein Event dieser Größenordnung ehrenamtlich stemmen lässt. Die vielen ebenso fleißigen wie freundlichen Helferinnen und Helfer meisterten Einlass, Ausschank und Organisation nach Einschätzung vieler Besucher souveräner, als es manch hauptberuflicher Festwirt hinbekommen hätte.

Auf die Wettervorhersagen fürs Wochenende blickt zwar manch einer mit gemischten Gefühlen. Aber eigentlich läuft bei der Festwoche seit dem Auftakt mit Luise Kinseher am Mittwoch alles so gut, dass alles, was noch kommt und besonders die Fischerhochzeit, der Höhepunkt am Sonntag, nur ein Erfolg werden kann.

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Kommentare

„Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden. Dideldum!“ (Wilhelm Busch), oder : "de gustibus non est disputandum" - "Über Geschmack lässt sich nicht streiten", heißt es bereits seit der Antike, Herr Rekus. Und selbst der Dichterfürst F. Schiller schrieb einst: „Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ – Friedrich Schiller, Wilhelm Tell, wobei ich bisher noch von keinen kritischen oder bösartigen Äußerungen der evtl. "Lärmbelästigten" Nachbarn gelesen oder gehört habe wie Herr Goslich in seinem Artikel berichtet.

Liebe belästigte Tutzinger und auch sehr geehrter Herr Rekus: "Lasst die Kirche doch im Dorf !" (Herr Rekus, den Spruch kennen Sie ja bereits von mir.). Lasst die "Feier-willigen" die paar Tage ausgelassen und wie bisher auch in aller bajuwarischer Gelassenheit und Ordnung die lang ersehnte Fischerhochzeit als gemeindliches "Gesamterlebnis" nach "Corona" feiern mit meinem Respekt an all die vielen freiwilligen Helfer.

Wer diese Einschränkungen der persönlichen Lebensqualität nicht hinnehmen möchte, (man muss ja nicht unbedingt sein Seegrundstück verkaufen - obwohl dieser Kommentar von Herr Hoffmann von 11:10 Uhr sehr spitz kritisch formuliert wurde), kann ja für zwei Tage die Eltern oder Kinder auf der Familienfinca auf Mallorca besuchen, oder vielleicht die ganze Woche bis Sonntagabend, dann ist der Budenzauber in Tutzing vorbei. Und danach verfällt Tutzing wieder in den charmanten Dornröschen-Schlaf! Herr Rekus, auch ich lasse meinen Ford Mustang V8 in der Garage stehen, da am Sonntag die Hauptstraße gesperrt ist, obwohl ich Freunde in UNTERZEISMERING besuchen wollte, aber die ausgeschilderten Umwege packe ich einfach nicht ...

Aber Halt, da kommen ja noch die "Brahmstage". Bin mal gespannt, welche "Altrocker" aus Tutzing sich da beschweren werden, weil man keine der wenigen begehrten Eintrittskarten ergatterten konnte und zudem außerhalb des Konzertsaales auch nichts hören konnte ... Aber das geht wohl leider zu weit - denn Peter Maffay, einer der "Alt-Rocker" in Deutschland, ist der ja Schirmherr dieser Veranstaltung... (by the way über Herrn Maffay: die Schirmherrschaft über diese Veranstaltung zu übernehmen finde ich außerordentlich bemerkenswert und für den künstlerischen Nachwuchs jedweder Ausformung evtl. und hoffentlich förderlich. Als "Ehrenbürger" von Tutzing ist es m.E. sehr würdig eine solche Schirmherrschaft anzunehmen!

Gute Nacht nach Tutzing, bis zur nächsten Fischerhochzeit gehen ja noch ein paar Jahre dahin. Bleibt dran und nehmt weiterhin die Jugend mit!!!
An alle "Nörgeler: habt eben auf gewisse Zeit Glück gehabt und vielleicht tritt dann beim nächsten mal zu aller Beruhigung Roland Kaiser oder Marianne Rosenberg als Alternative zu LaBrassBanda als Headliner im Festzelt auf....
Wo helles Licht ist, ist auch der Schatten nicht weit.
Gehört das nicht zu einer zünftigen Konzertkritik?
;-)) Über welche man dann ebenso hitzig streiten kann.

Ich selbst finde es gut, wenn tausende Tutzinger in diesen Tagen fröhlich dabei sind, ausgelassen miteinander feiern und große Freude daran haben. Ihnen allen sei jede Minute davon gegönnt.
Das sind dann hoffentlich auch tausende Tutzinger, die selbst nicht sofort Blutdruck bekommen, wenn sich andere Mitbürger bei anderen Gelegenheiten an V8 Motoren, Böller, Grillabende oder sonstigen "Zumutungen" erfreuen, oder?
(Nur mal so als Beispiel.)
(Bearbeitet)
Ein großes Dankeschön an alle Unterstützern, freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie den Mitgliedern des Veranstaltungsvereins Tutzing, die mit viel Zeit, Herzblut und sichtbarer Erfahrung ein solches Ereignis überhaupt möglich gemacht haben.

War an diesem Abend alles perfekt? Dem Artikel nach zu urteilen vielleicht nicht. Aber hier spielte nicht Taylor Swift in der Olympiahalle, sondern LaBrassBanda in Tutzing. Und das Ziel war es nun einmal nicht, jeden Ton vorsichtig durchs Festzelt zu tragen, sondern die Menschen mitzunehmen, zum Tanzen zu bringen und gemeinsam einen besonderen Abend zu erleben. Bei nahezu allen, die tatsächlich vor Ort waren, scheint genau das ziemlich eindrucksvoll funktioniert zu haben.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung und ein besonderes Gefühl, ein Konzert mit vielen Freunden und Bekannten gewissermaßen im eigenen Wohnzimmer erleben zu dürfen. Besonders schön war die generationenübergreifende Begeisterung: Jung und Alt feierten gemeinsam – und machten den Abend zumindest im Festgelände zu einem verbindenden Erlebnis für unseren Ort.

Teile der Bewohner Tutzings – und dazu zähle ich ausdrücklich auch mich – würden sich freuen, wenn es in unserem schönen Ort nicht wieder neun Jahre dauert, bis für ein paar Abende etwas zusätzliche Lebendigkeit einkehrt. Für die Liebhaber der gepflegten Tutzinger Ruhe bleiben dazwischen schließlich auch noch ein paar weniger lebhafte Abende – vermutlich sogar ein paar tausend...

Umso mehr bleibt zu hoffen, dass wir die gemeinsame Festwoche nun alle – ob mittendrin oder mit etwas mehr Abstand – als möglichst genussvolle und für alle Seiten gut erträgliche Zeit miteinander erleben können.
Es war einfach ein vollkommen gelungene Abend!
Eine Gaudi bei toller Musik, mit tollen Musikern und einer Stimmung, die Tutzing sehr selten erlebt.
Einen riesen Dank an die Organisation und bitte, es sollte wirklich einmal möglich sein, nicht zu nörgeln.
Ich finde es etwas schade, dass ein rundum gelungener Abend in diesem Beitrag beinahe zwanghaft mit einer Kontroverse versehen wird.

Natürlich darf jeder Lautstärke unterschiedlich empfinden. Eine persönliche Wahrnehmung ist aber noch kein objektives Urteil über die Qualität einer professionellen Beschallung. Bei einem Konzert dieser Größenordnung wird der Ton gezielt für den eigentlichen Publikumsbereich im Festzelt geplant und ausgerichtet. Tiefe Frequenzen breiten sich aus physikalischer Sicht weniger gerichtet aus und passieren Zeltwände deutlich leichter. Wer außerhalb des Zeltes steht, hört deshalb vor allem Bass und Schlagzeug, während viele musikalische Details dort naturgemäß fehlen. Daraus abzuleiten, dass auch der Klang im Zelt nur aus dröhnendem Wummern bestanden habe, wird der technischen Realität nicht gerecht.

Auch ein Soundcheck muss annähernd unter den späteren Betriebsbedingungen stattfinden. Nur so können Anlage, Raumakustik, Pegel, Frequenzverteilung und mögliche Resonanzen zuverlässig beurteilt werden. Die dabei verwendete Musik ist kein Unterhaltungsprogramm für die Nachbarschaft, sondern ein notwendiges Arbeitsmittel der Techniker. Die beteiligten Technikteams und die Crew von LaBrassBanda haben hier aus meiner Sicht hervorragende Arbeit geleistet.

Ebenso unverständlich finde ich die Interpretation, die Menschen im Biergarten seien möglicherweise aus dem Zelt geflohen. Bei knapp 2000 Besucherinnen und Besuchern ist es vollkommen normal, dass nicht jeder dauerhaft vorne oder mitten in der Menge stehen möchte. Manche wollen tanzen, andere etwas essen, sich unterhalten, kurz frische Luft holen oder das Konzert entspannt aus etwas Entfernung verfolgen. Dass sich Menschen auf dem gesamten Gelände verteilt haben, spricht nicht gegen die Veranstaltung, sondern zeigt vielmehr, wie unterschiedlich die Besucher einen solchen Abend genießen.

LaBrassBanda steht für Energie, Dynamik und eine mitreißende Live-Atmosphäre. Genau das haben die Menschen im Zelt begeistert angenommen.

Konstruktive Hinweise sind selbstverständlich legitim. Aber nicht jede erfolgreiche Veranstaltung benötigt im Nachhinein eine zugespitzte Gegenerzählung. Tutzing hatte einen außergewöhnlichen, generationsübergreifenden Abend, der nur durch enorme ehrenamtliche Arbeit, professionelle Technik und viele engagierte Beteiligte möglich wurde.

Danke.
Mal eine kleine Darstellung wie solche Bandsachen ablaufen.
Bei so einer angesagten Band kommen meist Tonler Lichter Backliner mit.
Bei LaBrassBanda sogar auch ein Monitormann der sich nur um den Ton für die Musiker kümmert.
Eine Ton und Lichttechnikfirma stellt die technischen Systeme und betreut diese für den Zeitraum.
Bei LBB kam die Technikcrew mittags. Die Sachen werden eingerichtet und gecheckt dann spielt der Tonler sicherlich, um die Abstimmung zu prüfen, ein paar Lieder seiner Wahl und ja er spielt sie laut weil es Abends ja auch laut wird.
Dann kommt die Band und es wird Soundcheck gemacht (auch wieder laut).
All dies verantwortet die Ton und Lichtcrew von zB LBB selbst und ist absolut notwendig für einen gelungenen Abend.

Meine Einschätzung.
Ja die Bässe drücken sich gerne durch das Ganze Dorf sogar auf der anderen Seeseite sind sie zu hören...
Die Mitten und Höhenanteile kann man recht gut kontrollieren und beschränken sich auf das Festzelt (auch nicht den Biergarten).
Da man die Höhen nicht hört empfindet man die Bässe als zu präsent da ja der wichtige Höhen und Mittenteil fehlt (Abschottung durch die Zeltwände, Ausrichtung des Linearrays (Lautsprecher) bestmöglich auf den Zeltbereich und auch nicht weiter.

Ich meine die LBB Technikcrew hat einen absolut Top Job gemacht und der Tonler hat einen hervorragenden Sound gemischt.

PS:
Techno wird nicht gespielt, da es ungeeignet für die Bewertung einer Anlage ist.

Der Frank
Höre ich da einen negativen Vibe? Ja, der Sound hätte besser abgestimmt sein können – aber hey, wir waren nicht in der Philharmonie, sondern bei LaBrassBanda. Die drin waren, wollten es genau so laut. Und liebe Nachbarn, die sich beschwert haben: Wenn euch das einmal in 5 Jahren zu viel ist, verkauft doch eure Seegrundstücke und zieht dorthin, wo das ganze Jahr nichts los ist. Tutzing hatte gestern generationsübergreifend einen richtig guten Abend, ohne Wenn und Aber. Vielen Dank und Respekt vor der Leistung des Veranstaltungsvereins und der vielen Helfer von der Gemeinde, Bauhof, Feuerwehr, Poizei und allen anderen.
(Bearbeitet)