Wie wird aus einer Kinderärztin eine Klimaaktivistin? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Vortrags, zu dem das Gymnasium Tutzing und die Initiative Tutzing klimaneutral 2035 am kommenden Montag einladen. Referentin ist Dr. med. univ. Fidelis Stuchtey, die nach eigenen Erfahrungen in der Kinderheilkunde den Schritt in die Arbeit an „planetaren Lösungen“ gewagt hat. Unter dem Titel „Krise als Chance: Vom Weg der Kinderärztin zur Pionierarbeit für planetare Lösungen“ schildert sie, wie aus medizinischer Praxis ein Engagement für Klima- und Biodiversitätsschutz wurde.
Stuchtey vertritt die Position, dass Klimakrise und Artensterben keine fernen, abstrakten Bedrohungen sind, sondern die größte Herausforderung der Gegenwart. Aus ihren direkten Erfahrungen in der Kinderheilkunde heraus will sie aufzeigen, wie technologische und wirtschaftliche Lösungsansätze Ökosysteme schützen und gleichzeitig nachhaltige Wertschöpfung ermöglichen können. Ihr Vortrag ist, so die Ankündigung, ein Plädoyer für die Dringlichkeit des Handelns – und für die Werkzeuge, die es dafür braucht.
Wer Stuchteys beruflichen Werdegang verfolgt, erkennt schnell die familiäre Nähe zum Thema: Sie ist Mitarbeiterin der Landbanking Group, eines Unternehmens, das sich auf die wirtschaftliche Bewertung von Ökosystemen spezialisiert hat und von ihren Eltern, Prof. Dr. Martin Stuchtey und Sonja Stuchtey, gegründet wurde. Aus der ärztlichen Praxis kommend, bringt sie nun diese Perspektive nach Tutzing.
Schüler und Bürgerinitiative an einem Tisch
Veranstalter des Abends ist nicht allein die Klimaschutzbewegung: Eingeladen wird gemeinsam mit dem P-Seminar „eco.motion25“ des Gymnasiums Tutzing, das im Rahmen seiner Klimaschule eigene Projekte vorstellt. Die Schülerinnen und Schüler nutzen den Abend, um ihre Arbeit zu präsentieren, bevor Stuchtey ihren Impulsvortrag hält – ein bewusstes Zusammenspiel von schulischem Engagement und Bürgerbewegung. Tutzing klimaneutral 2035, die Initiative rund um Marco Lorenz und Uta Waldau, treibt seit ihrer Gründung 2022 zahlreiche Projekte voran, vom Bürgersolarpark am Oberen Hirschberg bis zur Idee einer Seewärmenutzung aus dem Starnberger See.
Im Anschluss an den Vortrag ist ausdrücklich Raum für Austausch vorgesehen – die Veranstalter sprechen von einem regen Dialog zwischen „Jung und Älter“, zu dem alle Interessierten eingeladen sind, mitzudiskutieren.
Die Veranstaltung findet am Montag, 29. Juni 2026, um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums Tutzing (Hauptstraße 20–22) statt und dauert nach Angaben der Veranstalter rund eine Stunde. Der Eintritt ist kostenfrei, es gibt Snacks und Getränke. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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