Der Klimasalon der Initiative „Tutzing klimaneutral 2035" führt diesmal nicht ins Lokal, sondern ins Grüne: Am Donnerstag dieser Woche, dem 25. Juni geht es per Fahrrad zu ein bis zwei Biotopflächen in und um Tutzing, Treffpunkt ist um 19 Uhr am Bahnhof Ostseite.
Seit gut drei Jahren lädt die Initiative "Tutzingf klimaneutral 2035" regelmäßig zum Klimasalon. Mal ging es um torffreies Gärtnern, mal um den CO2-Fußabdruck, mal um klimabewusstes Kochen. Diesmal verlegt die Initiative das Format kurzerhand ins Freie: Wer mitkommt, schwingt sich aufs Rad und radelt gemeinsam zu ein bis zwei Biotopflächen im Tutzinger Gemeindegebiet. Insgesamt sind rund zehn Kilometer und 80 Höhenmeter zu bewältigen – sportlich, aber für alle Konditionen machbar.
Treffpunkt ist am Donnerstag dieser Woche, dem 25. Juni, um 19 Uhr an der Ostseite des Tutzinger Bahnhofs. Von dort aus führt die Tour zu Wiesen und Flächen, die zu den ökologisch wertvollsten im Ort zählen: artenreiche Streuwiesen und Kalkmagerrasen, in denen mancherorts noch Pflanzen wachsen, die anderswo längst verschwunden sind.
Klaus Hirsch zeigt, wo es bei Tutzing summt und blüht
Fachlich begleitet wird die Radtour von Klaus Hirsch von der Tutzinger Ortsgruppe des Bund Naturschutz, einem ausgewiesenem Kenner der heimischen Biotope. Sein Schwerpunkt ist seit Jahren die Biotoppflege. Mit Sense, Freischneider und viel Handarbeit hält die Ortsgruppe die empfindlichen Flächen offen, damit sie nicht verbuschen und ihre Pflanzenvielfalt verlieren. Bei früheren Führungen hat Hirsch schon gezeigt, wie sehr es auf die Vernetzung einzelner Biotope ankommt, damit sich Tier- und Pflanzenarten zwischen den Flächen ausbreiten können.
Wer mitfährt, soll nicht nur zuschauen, sondern bewusst hinhören und hinsehen: Vogelstimmen lauschen, seltene Blüten entdecken, die eigene Umgebung einmal mit geschärften Sinnen wahrnehmen. „Gemeinsam Natur entdecken" lautet das Motto des Abends – passend dazu ist auf dem Flyer eine Orchidee aus heimischen Wiesen zu sehen.
Veranstalter ist die Bürgerinitiative „Tutzing klimaneutral 2035", die sich seit 2023 dafür einsetzt, die Gemeinde bis zum Jahr 2035 bilanziell klimaneutral zu machen. Neben technischen Lösungen wie Photovoltaik, Wärmepumpen und dem geplanten Bürgersolarpark am Oberen Hirschberg setzt die Initiative bewusst auch auf sogenannte naturbasierte Lösungen: Moore, Böden und artenreiche Wiesen speichern CO2, kühlen die Umgebung und sind zugleich Erholungsraum für die Tutzinger selbst. Der Klimasalon will diesen oft unterschätzten Beitrag der Natur zum Klimaschutz sichtbar machen – im wörtlichen Sinn, direkt vor der eigenen Haustür.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Interessierten können einfach zum Treffpunkt am Bahnhof kommen. Festes Schuhwerk und ein verkehrssicheres Fahrrad sind sinnvoll, der Termin findet bei jedem Wetter statt. Wer mehr über die Initiative erfahren möchte, findet weitere Termine und Hintergründe unter www.tutzing-klimaneutral.de.

Kommentar hinzufügen
Kommentare