Umweltschutz
22.8.2026
Von Dr. Dr. Uwe Bölz

Auf Tutzing zugeschnittene Lösung

Der Autor ist Geschäftsführer des Unternehmens HPX Polymers GmbH in Tutzing

Dieser Kommentar bezieht sich auf die Berichterstattung und Kommentierung zum Thema Hitzeschutz:
"Auf Tutzing zugeschnittene Lösungen"
Trinkwassersituation spitzt sich zu: Verbrauch verdoppelt
Erneut Hitze-Alarm

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Das Hitzeschutzkonzept ist richtig und wichtig. Wie Herr Kerbs bereits im Detail ausgeführt hat, bleibt es jedoch zu wenig konkret und dürfte in seiner Wirkung zu schwach sein. Gleichzeitig sollten wir uns nicht damit abfinden, dass der CO₂-Gehalt der Atmosphäre scheinbar unaufhaltsam weiter steigt. Die Natur zeigt mit der Photosynthese seit jeher, dass CO₂ gebunden und in nutzbare Stoffe umgewandelt werden kann – eine Grundlage für das Fortbestehen komplexer Ökosysteme auf der Erde.

Auch die Wissenschaft arbeitet an technischen Ansätzen, um CO₂ nicht nur zu vermeiden, sondern bereits vorhandenes CO₂ wieder zu binden. Denn die reine Reduktion künftiger Emissionen wird voraussichtlich nicht ausreichen, um schwerwiegende Klimaveränderungen rechtzeitig zu begrenzen. Technologien zur CO₂-Abscheidung, -Speicherung und -Nutzung – international meist als Carbon Capture, Utilisation and Storage, kurz CCUS, bezeichnet – können dabei eine ergänzende Rolle spielen. CO₂ kann aus industriellen Prozessen oder direkt aus der Luft abgeschieden, dauerhaft gespeichert oder als Rohstoff für chemische Produkte, synthetische Kraftstoffe oder Baustoffe genutzt werden.

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Das Sleipner-Feld in Norwegen besteht aus mehreren solcher Plattformkomplexe. Sleipner ist das weltweit erste Offshore-Projekt zur CO₂-Speicherung, gestartet 1996 vom Betreiber Equinor (damals Statoil). Seit Projektbeginn wurden über 20 Millionen Tonnen CO₂ dauerhaft gespeichert (ca. 1 Million Tonnen pro Jahr). Sleipner gilt als Pionierprojekt für CCS (Carbon Capture and Storage) und liefert bis heute wichtige wissenschaftliche Daten darüber, wie sich CO₂ langfristig im Untergrund verhält. © Equinor - Øyvind Gravås and Bo B. Randulff

Im Sleipner-Projekt wird jährlich nahezu eine Million Tonnen CO₂ abgeschieden und eingelagert

Die großtechnische Speicherung von CO₂ ist keine Theorie mehr: In Norwegen wird CO₂ bereits seit 1996 im Sleipner-Projekt unter dem Meeresboden gespeichert; dort wird jährlich nahezu eine Million Tonnen CO₂ abgeschieden und eingelagert. Auch die Nutzung von CO₂ als Rohstoff gewinnt an Bedeutung, steht jedoch vielfach noch vor wirtschaftlichen und energetischen Herausforderungen.

Entscheidend ist: Wie bei der Photosynthese erfordert auch die technische Umwandlung von CO₂ erhebliche Energiemengen. Diese Energie muss klimaneutral bereitgestellt werden – etwa über erneuerbaren Strom und grünen Wasserstoff.

Kostenlos ist dieser Weg nicht. Er kann aber durch CO₂-Bepreisung, Zertifikate und neue industrielle Wertschöpfung wirtschaftlich tragfähiger werden. Deshalb gilt auch hier: nicht verzagen, sondern Neues wagen.

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