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Zauberbecher, lokale Infos und 40 000 Besucher

Zehn Jahre Tutzinger Förderverein für Tourismus - Viel Engagement für Gästeinformation im Vetterlhaus

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Viel Begeisterung für Tutzing vermittelt der Vorstand des Tourismusvereins *) © Helmut Grund

Jubiläum einer bemerkenswerten Tutzinger Erfolgsgeschichte: Seit zehn Jahren gibt es den Tutzinger Förderverein für Tourismus. Am 13. November 2009 haben ihn Tutzinger Bürger zusammen mit dem damaligen Tourismusreferenten des Gemeinderats, Armin Heil, gegründet. Viele von ihnen engagieren sich seitdem in einer Weise für den Tourismus und die Gästebetreuung in Tutzing, wie man es sonst weithin kaum findet. Üblicherweise werden Tourismusbüros von Kommunen geführt - mit bezahltem Personal. In Tutzing ist das anders: Die Gästeinformation im Vetterlhaus betreuen Mitglieder komplett ehrenamtlich - und das ausgesprochen kenntnisreich, denn sie alle sind in ihrem Heimatort schon lange verwurzelt. Da kommen viele persönliche Elemente ins Spiel.

Etwa 40 000 Gäste haben die Mitarbeiter seit der Gründung im Vetterlhaus begrüßt - etwa das Vierfache der Einwohnerzahl Tutzings. Nicht nur den Fremden, sondern auch vielen Einheimischen, die gern in das kleine Gebäude kommen, können sie aus persönlicher Erfahrung in vieler Hinsicht glänzend Auskunft geben. Den meisten Besuchern ist die Begeisterung über diese unkomplizierte, freundliche und sehr individuelle Betreuung anzusehen. Viele von ihnen bleiben längere Zeit, weil sich mit den netten Mitarbeitern oft ganz zwanglose Gespräche ergeben. Auch mit den Zeiten halten es die ehrenamtlichen Betreuer locker. Während viele Tourismusbüros in anderen Gemeinden um 17 Uhr schließen, ermöglichen sie in den Sommermonaten wie selbstverständlich Öffnungszeiten wochentags bis 18 Uhr und auch an Samstagvormittagen. Auch das Umfeld des Vetterlhauses gestalten sie selbst Jahr für Jahr immer etwas ansprechender.

Bündelung unterschiedlichster touristischer Angebote

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Hirtenhäusl, Pizzeria, Gästeinformation: Das Vettlerhaus hat schon unterschiedlichsten Zwecken gedient © L.G.

Die Gemeinde Tutzing hat dem Verein das denkmalgeschützte Vetterlhaus in der Leidlstraße zur Verfügung gestellt - das älteste Gebäude von Tutzing, das im 17. Jahrhundert als Hirtenhäusl entstanden ist, als eines der letzten erhaltenen Überreste des alten Dorfes Tutzing gilt und einen Eindruck von der Bauweise der einfachen Bauern- und Fischeranwesen vermittelt. Die Familie Vetterl hat das Haus Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts bewohnt. Älteren Tutzingern sind noch Stapel von aufgeschichtetem Holz an den Wänden des kleinen Hauses in Erinnerung.

Über Jahrzehnte war das Gebäude später mit gastronomischen Einrichtungen ein Anziehungspunkt, so einer kleinen Pizzeria, einer Tapas- und einer Shisha-Bar. Dann begann die neue Phase des Förderverein für Tourismus. Am 20. März 2010 hat er im Vetterlhaus erstmals seine Pforten für die Öffentlichkeit geöffnet. Seitdem setzt diese Gruppe engagierter Bürger mit ihrer in der Reisebranche erfahrenen Vorsitzenden Kristina Danschacher alles daran, die unterschiedlichen touristischen Angebote zu bündeln, Tutzings Gäste zu beraten, deren Anregungen aufzugreifen und Entwicklungsimpulse an andere dem Tourismus dienende Einrichtungen zu geben.

Umfassende Aktivitäten: Von der Gästebroschüre bis zur "freundlichen Toilette"

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So manche Tutzinger Schmankerl kann man im Vetterlhaus finden © L.G.

15 aktive Mitarbeiter betreuen zurzeit abwechselnd das einladend eingerichtete Büro in der historischen Umgebung. Sie alle und einige Ehemalige treffen sich am Mittwoch zu einer kleinen Jubiläumsfeier. Zu diesem Kreis gesellen sich auch immer wieder mal neue Helfer dazu, doch es gäbe noch viel mehr Bedarf an Unterstützung, sonst ist die ehrenamtliche Betreuung der Gästeinformation auf Dauer nicht gesichert.

Die Aktivitäten des Tourismusvereins sind recht umfassend. So erstellt er beispielsweise jährlich eine Gästebroschüre. Inserenten aus der örtlichen Geschäftswelt unterstützen dieses Verzeichnis der Gästezimmer und Ferienwohnungen in Tutzing, das durch interessante Informationen über den Ort ergänzt wird. Auch per Internet können sich Gäste auf einen Besuch in Tutzing einstimmen: mit einem Online-Prospekt, der jedes Jahr aktualisiert wird. Mit all dem hat der Verein den Tourismus in Tutzing in den zehn Jahren seines Bestehens zweifellos wesentlich belebt. Eine seiner speziellen Aktionen ist die „freundliche Toilette“, an der sich etliche Tutzinger Gastronomen beteiligen. Sie signalisieren mit einem blauen Smiley-Aufkleber, dass in dem betreffenden Haus zu den Öffnungszeiten ohne Verzehrzwang eine Toilette aufgesucht werden kann.

Zu den vielfältigen Angeboten in der Gästeinformation gehören nicht nur kompetente schriftliche und mündliche Informationen über Tutzing und seine Umgebung, sondern auch kleine Tische mit bereitliegender Lektüre, Filme mit lokalen Inhalten, die auf einem Bildschirm an der Wand laufen, Ansichtskarten, originelle Andenken, Accessoirs, Geschenkideen und manche Schmankerl, die man dort erwerben kann. Da gibt es Seeaufkleber, Trink- und Zauberbecher, Trachtentücher, Stoffbeutel, Bücher und Bildbände, ja sogar „Tutzinger Golfbälle“ und „Tutzinger Schokolade“.

Gästeinformation des Tutzinger Fördervereins für Tourismus e.V.

Vetterlhaus
Leidlstrasse 1
82327 Tutzing

Tel: +49(0)8158 25 88 50
Fax: +49(0)8158 25 86 32

Öffnungszeiten:

Am 1. Oktober hat die Wintersaison der Gästeinformation begonnen. Von Oktober bis April ist das Vetterlhaus montags bis samstags von 10 bis 12:00 Uhr geöffnet. Von Mai bis September sind die Öffnungszeiten montags bis freitags 9 Uhr bis 12 Uhr und 15 Uhr bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr.

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*) Auf dem Bild von links die Vorstandsmitglieder Armin Heil, Kristina Danschacher, Renate Schöpf, Volker Herrmann, Sigrid Horn, Heike Grund, Dagmar Niedermair. Nicht auf dem Foto: Gitta Ciesla

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