Sport
29.7.2025
Von vorOrt.news

TSV Tutzing erhöht die Mitgliedsbeiträge

Starke Kostensteigerungen – Rund 60 Prozent Gebührenerhöhung für die Würmseehalle

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Die Nutzung der Würmseehalle wird teurer © L.G.

Der TSV Tutzing erhöht zum Jahresanfang 2026 seine Mitgliedsbeiträge. Das wurde auf einer Delegiertenversammlung einstimmig beschlossen. Erwachsene zahlen danach künftig 160 (bisher 136) Euro im Jahr, Ehegatten 112 (92) Euro, Jugendliche bis 25 Jahre 88 (80) Euro, Familien 320 (276) Euro und passive Mitglieder 88 (76) Euro. Bei den Beitragserhöhungen habe es in der Vergangenheit meist einen zweijährigen Turnus gegeben, sagte Schatzmeister Rainer Fichtl, mit Ausnahme einer fünfjährigen Phase ohne Beitragserhöhungen von 2019 bis 2024.

Die aktuelle Beitragserhöhung wurde wegen vieler Kostensteigerungen als notwendig bezeichnet. Bei den meisten Sportvereinen werde die Finanzierung immer schwieriger, sagte Fichtl. Es sei das Ziel des Vorstands, den Verein so aufzustellen, dass er weiter so geführt werden könne wie bisher. „Irgendetwas muss man machen – alles wird teurer“, erklärte auch Kassenprüfer Peter Götz. Er bezweifelte, dass es gelingen könne, allein durch Einsparungen einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen.

Erstmals Nutzungsgebühren fürs Stadion

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Für die Nutzung des Würmseestadions verlangt die Gemeinde in diesem Jahr erstmals Gebühren © L.G.

Deutlich zu Buch schlagen unter anderem deutliche Erhöhungen der Nutzungsgebühren für die Sporteinrichtungen. Die Gemeinde Tutzing hat sie in allen ihr gehörenden Hallen in unterschiedlichem Maß heraufgesetzt: bei der Würmseehalle stündlich von 7,50 Euro auf 10 Euro (Erwachsene) und von 5 Euro auf 7,50 Euro (Kinder/Jugendliche), bei der Halle der Grund- und Mittelschule von 5 Euro auf 8 Euro (Erwachsene) und von 2,50 Euro auf 5 Euro (Kinder/Jugendliche), bei der Halle der Grundschule in Traubing von 3 Euro auf 5 Euro (Erwachsene) und von 1,50 Euro auf 3 Euro (Kinder/Jugendliche).

Erstmals verlangt die Gemeinde seit diesem Jahr auch Nutzungsgebühren fürs Würmseestadion, und zwar von Tutzinger Vereinen stündlich 4 Euro bei Erwachsenen und 2 Euro bei Kindern und Jugendlichen. Hinzu kommen 19 Prozent Umsatzsteuer, die die Gemeinde wegen einer seit diesem Jahr geltenden Gesetzesänderung im Gegensatz zur bisherigen Gepflogenheit verlangen muss. Gebührenerhöhungen plus Umsatzsteuer summieren sich bei der Würmseehalle zu einer kräftigen Gesamtsteigerung um 66,6 Prozent bei Kindern und Jugendlichen. Bei Erwachsenen sind es 58,7 Prozent mehr. Bei der Halle der Tutzinger Grund- und Mittelschule wurde allein die Gebühr sogar um 100 Prozent auf fünf Euro stündlich heraufgesetzt. Bei der Würmseehalle fallen die Steigerungen für den TSV Tutzing besonders ins Gewicht, weil er dort die meisten Kurse und Trainingseinheiten abhält.

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„Es kommt aber auch etwas von der Gemeinde zurück“

„Es kommt aber auch etwas von der Gemeinde zurück“, sagte Fichtl. So habe sie finanziell zu Sanierung der sanitären Anlagen im ehemaligen Sportlerstüberl beigetragen. Es geht voran am Sportplatz in Tutzing – Vereine und Gemeinde ziehen an einem Strang Fichtl bekräftigte: „Wir stehen in gutem Kontakt mit der Gemeinde.“

Fichtl wies aber auch auf weitere erhebliche zusätzliche Kosten hin, die auf den TSV zukommen. Ein Faktor ist dabei die bevorstehende Dachsanierung der Würmseehalle, an der sich der Verein beteiligen muss, weil ihm ein eigener Hallentrakt gehört. Als sein Anteil der mit rund einer Million Euro veranschlagen Kosten werden 17 Prozent erwartet. Bei der Dacherneuerung der Halle will der TSV gern sachkundige Vereinsmitglieder ins Baugremium der Gemeinde entsenden. „Wir wollen mit drauf schauen“, sagte Habdank, „und nicht alles allein der Gemeinde überlassen wie beim Bau der Halle.“ Hintergrund: Nach der Errichtung der Halle waren schon rund um ihre Eröffnung dicke Schäden und Fehler zu Tage getreten. Damals hatte die Gemeinde eine vom TSV angebotene Mitwirkung fachkundiger Mitglieder abgelehnt.

Mitgliedsbeiträge deckten 2024 nicht einmal die Hälfte der Ausgaben

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Auf allen möglichen Wegen versucht der TSV Tutzing seine finanzielle Situation zu verbessern, um die Beitragserhöhungen in Grenzen halten zu können. Zu den wichtigen Einnahmequellen gehört der jährlich von der Skiabteilung organisierte Wintersport-Secondhandmarkr, der sich stets großer Beliebtheit erfreut

Die Ausgaben des TSV waren schon im vergangenen Jahr höher als die Einnahmen, wie Fichtl berichtete. Im Kassenbericht stehen für das Jahr 2024 Einnahmen von knapp 375 000 Euro Ausgaben von knapp 395 000 Euro gegenüber. Das Minus von fast 20 000 Euro konnte im Frühjahr 2025 durch den Verkauf zweier Vereinsbusse gedeckt werden – eine außerordentliche Einnahme. Durch Mitgliedsbeiträge kamen 2024 rund 188 500 Euro herein – nicht einmal die Hälfte der Ausgaben. Weitere Einnahmen stammten aus Eintritts- und Startgeldern, Erstattungen für den Spielbetrieb, Zuschüssen, Spenden, Sponsoring, Mieteinnahmen und dem jährlichen Wintersport-Secondhandmarkt. Laut Fichtl ist es das Ziel, den Anteil der Mitgliedsbeiträge an den Ausgaben im nächsten Jahr auf über 50 Prozent zu bringen. Durch die Beitragserhöhung sollen die Einnahmen nach der Kalkulation 2026 um 27 000 Euro steigen.

Zur finanziellen Stärkung sollen in Zukunft auch die Abteilungen des Vereins selbst mehr eigene Beiträge leisten, wie Fichtl sagte. Im Verein gibt es die Abteilungen Basketball, Fußball, Leichtathletik, Tischtennis, Ski, Turnen, (Beach)Volleyball, hinzu kommen Schwimmkurse und die Tutzinger Loipe. Einige Abteilungen - Fußball, Ski, Turnen und Tischtennis - haben bereits zusätzlich zu den Mitgliedsbeiträgen eigene Abteilungsbeiträge oder Trainingsgebühren eingeführt. Unter Hinweis auf solches Eigenengagement der Abteilungen wandte sich Thomas Riecken, der Leiter der Skiabteilung, gegen eine Beitragserhöhung, blieb damit aber allein und stimmte der Erhöhung schließlich wie alle anderen zu. Der Vorsitzende Mark Habdank sieht dies als Bestätigung für Solidarität zwischen den Abteilungen, mahnte bei ihnen allen aber Ausgabendisziplin und Bemühungen um Einsparungen an.

Der TSV Tutzing hat zurzeit 1779 Mitglieder, wie der Vorsitzende Mark Habdank berichtete. 106 Übungsleiter sind nach seinen Angaben beim Verein tätig, weitere kommen laufend dazu. „Die Förderung der Ausbildung bleibt für uns ein wichtiges Anliegen“, betonte Habdank, „denn wir wollen einen hochwertigen Trainingsbetrieb bieten.“ Aus diesem Grund sollten die Übungsleiter möglichst Lizenzen haben, was allerdings auch zu hohen Kosten führe. Aus diesem Grund gebe es im Verein Überlegungen, gewisse Eigenbeteiligungen bei der Trainerausbildung einzuführen.

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