Irgendwie klingt das wie im Märchen: Bewegungstraining ganz ohne Anstrengung. Aber genau das versprechen die Initiatoren einer neuen Methode namens „Feelgood“. Sie stammt aus Norwegen. Nun wollen zwei Tutzinger für dieses Konzept eine Kette in ganz Deutschland aufbauen.
Die beiden Partner Dominicus Doriat und Peter Pawlitzek, die mit Agenturtätigkeiten in verschiedenen Bereichen Erfahrungen gesammelt haben, kündigen für den Sommer dieses Jahres die bundesweite Markteinführung an. Ihre Zentrale haben sie in der Bräuhausstraße gegründet.
Das Konzept besteht aus zwölf verschiedenen Trainingsgeräten. Sie sind mit Motoren ausgestattet, die die Bewegungen der Menschen quasi antreiben. Mit anderen Worten: Nicht der Mensch bewegt das Gerät, sondern das Gerät bewegt den Menschen. „Ins Schwitzen kommt man bei Feelgood nicht“, bestätigen die Tutzinger Partner.
Die Leute können nach ihren Angaben in Straßenkleidung trainieren. Anschließend duschen müssten sie nicht. Dennoch soll dieses Training angeblich die Muskeln aktivieren, den Körper sanft dehnen und damit Beweglichkeit, Kraft und Stabilität bis ins hohe Alter fördern. Damit sie dies auch gut als Vorbeugung gegen Stürze oder zur Nachsorge geeignet.
Die meisten Personen über 65 Jahre bewegen sich nicht regelmäßig
Die ersten so genannnten „Feelgood-Center“ gibt es bereits. Eines davon befindet sich in Starnberg an der Hauptstraße, ein weiteres in Murnau. Ein drittes solches Center betreibt ein externer Unternehmer in Prien am Chiemsee. Solche so genannten Franchise-Partner suchen die beiden Tutzinger auch in anderen Orten. Sie können sich derartige Einrichtungen auch in Pflegeeinrichtungen und Hotels vorstellen.
Städte und Gemeinden kommen ihrer Meinung nach ebenfalls als Betreiber in Betracht. Denn nicht nur Spielplätze seien nötig, sondern auch Bewegungsangebote für ältere Menschen, damit sie so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben führen könnten. Die meisten Personen über 65 Jahre bewegten sich bisher nämlich nicht regelmäßig. Gleichzeitig sollen solche Center, ausgestattet mit „Begegnungsecken“, als Oasen der Entspannung und zum Kennenlernen anderer Menschen dienen.
Zwei Norweger haben Feelgood entwickelt. In ihrem Heimatland betreiben sie derzeit 50 Studios, wie die Tutzinger Partner berichten. Auch in Österreich gibt es nach ihren Angaben zehn solche Studios. Bekanntester Betreiber sei dort Felix Gottwald. "So ist auch der Spitzensport bereits von dieser sanften Form der Therapie überzeugt", argumentieren die Tutzinger. In Deutschland sehen sie sogar Platz für mindestens 300 derartige Center.
Für die Übungen an einem der Geräte werden 2,5 Minuten angesetzt. Die zwölf Geräte eines Centers seien aufeinander abgestimmt, jedes von ihnen werde beim Training einmal benutzt. Einschließlich Wechselzeit dauere eine Trainingsrunde 40 Minuten.
Komplett den Maschinen ausgeliefert sein sollen die trainierenden Personen aber doch nicht. "Die Geräte geben die Bewegung zwar vor", erläutern die Tutzinger. "Doch durch ein geringfügiges Ändern der Bein- und Armposition oder durch die aktive Unterstützung der Bewegung kann eine Übung zusätzlich verstärkt werden.“ Man könne auch zwischen drei verschiedenen Geschwindigkeitsstufen wählen. Nach dem Training, versprechen die Initiatoren, fühle man sich wohl. Feelgood halt.
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