Sport
1.5.2020
Von vorOrt.news

Mehr als 2400 Unterschriften für Segler-Petition

"Warum dürfen SUPs und Kanus unterwegs sein?" - Initiative entfacht kontrovers geführte Diskussion

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Leere Stege: Segeln ist im Deutschen Touring Yacht Club in Tutzing zurzeit nicht erlaubt, Kranen ist nur über Bootsbauer möglich © L.G.

Private Bootsfahrten sollen während der Corona-Krise wieder zulässig sein. Eine Petition an den bayerischen Landtag mit diesem Ziel hat der Tutzinger Michael Braunschmid gestartet - und die Resonanz ist recht groß: Mehr als 2400 Unterschriften sind bis zum heutigen Freitag eingegangen. Das Ziel ist mittlerweile von zunächst 1500 auf 2500 Unterschriften erhöht worden. In Tutzing hat die Petition unterdessen eine kontrovers geführte Diskussion auf vorOrt.news entfacht (siehe Kommentare unten).

Braunschmid fragt, weshalb auf den bayerischen Seen SUP-Boards, Kanus und Ruderboote unterwegs sein dürfen, jedoch nicht Motorbootfahrer und Segler, „denen der Zugang zu ihren Booten aufgrund gesperrter Häfen verwehrt wird“. Die aktuelle Sperrung aller Stege gelte auch für Privatstege sämtlicher Marinen. Die Begründung der Behörden überzeugt ihn nicht. So werde zum Beispiel die mögliche „Belastung der Wasserwachten“ genannt: „Gilt das nicht zum Beispiel genauso für Kitesurfer, die ihren Sport ausüben dürfen - und ist die Corona-Ansteckungsgefahr nicht für alle Wassersportler gleich?“

Als Motorbootfahrer und Segler befinde man sich auf dem Wasser, argumentieren die Initiatoren - und damit fernab überfüllter Parks oder sonstiger öffentlicher Einrichtungen mit etwaigen Gefahren der Infizierung für sich und andere. Die Abstandsregeln würden eingehalten, das Ansteckungsrisiko für andere Menschen sogar reduziert: „Wir appellieren daher an den Bayerischen Landtag und fordern die Aufhebung der aktuellen Regeln sowie die Öffnung der Marinen.“

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"Fernab überfüllter Parks": Segelboote auf dem Starnberger See - lange vor der Corona-Krise © L.G.
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Kommentare

Nach dem hier viel über die Wasserwacht diskutiert wird, möchte ich als Technischer Leiter der Kreiswasserwacht Starnberg doch mal Stellung beziehen. Grundsätzlich ist die Wasserwacht als Gemeinschaft des BRK ein nicht unwesentlicher Teil des sanitätsdienstlichen Katastrophenschutzes. Deshalb hat die Kreiswasserwacht Starnberg, zusammen mit der DLRG, zu Zeiten als uns die Örtliche Einsatzleitung des Landkreises signalisierte, dass wir mit Errichtung und Betrieb eines Notkrankenhauses rechnen müssen, bei gleichzeitigen Mangel an persönlicher Schutzausrüstung (PSA-Infekt) für den Infektionsschutz, dem Landratsamt Starnberg nahegelegt die Seeflächen komplett zu sperren. Gleichzeitig wurden im Übrigen in diesem Zeitraum mehrere Wasserrettungseinsätze durchgeführt.
Diese Situation hat sich inzwischen grundlegend geändert. Soweit wir es im Moment überblicken wird das Notkrankenhaus nicht errichtet und die Versorgungslage mit PSA-Infekt hat sich soweit entspannt, dass wir auch unsere Wachstationen und mobilen Schnelleinsatzgruppen (SEG) mit Schutzausrüstungen versorgen können. Deshalb gehen wir davon aus, dass wir den Wachdienst zum 16.05.2020 aufnehmen.
Bis dahin können und konnten wir den Wasserrettungsdienst durch mobile SEGn durchgehend sicherstellen. Wir werden jeden Bürger die Hilfe zukommen lassen die er benötigt und die wir als ehrenamtliche Organisation zu leisten im Stande sind, unabhängig von der Wassersportart die er ausübt. Die Wasserwacht hat und wird auch niemals, als politisch neutrale Organisation, Einfluss auf Behörden nehmen welche Sportarten mehr oder weniger gefährlich sind. Der Aussage, dass Segler weniger verunglücken möchte ich allerdings nach einem Blick in unsere Statistik persönlich widersprechen. Allerdings muss ich zugeben, dass wir nicht die Bootsgrößen statistisch erfassen.
Für Landeinsätze, z. B. auf Badegeländen oder im Uferbereich steht uns jetzt auch die notwendige PSA zur Verfügung. Festhalten muss man aber auch, dass es für die Rettung aus dem Wasser keine PSA-Infekt gibt. Dies ist wohl ein Restrisiko womit unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte umgehen müssen, wie bisher auch bezüglich Masern, Windpocken, HIV oder Hepatitis.
Eine letzte Bemerkung zu der Aussage wie wichtig oder unwichtig wir sind oder uns nehmen. Hierzu fällt mir eine Anekdote ein die zeigt wie schnell sich hier die Perspektive ändern kann. Nach einer erfolgreichen Eisrettung bedankte sich der Verunfallte bei uns mit den Worten. „Das schönste Geräusch welches er in seinem Leben gehört habe war das Geräusch der lauter werdenden Martinshörner!“
Andreas Fischer
Technischer Leiter der Kreiswasserwacht Starnberg
Gerne erläutere ich Ihnen meine Intention, liebe Frau Baumann. Eingeschaltet habe ich mich in diesen Gedankenaustausch einige Beiträge hinter Frau Pesls erster Wortmeldung. Die wies, nicht ganz zu Unrecht, auf einen grotesken Aspekt der Petition und der nachfolgenden Kommentierung hin, der bis dahin noch nicht zur Sprache gekommen war. Wiewohl er sich zwingend demjenigen Leser erschließen musste, der die aktuelle Nachrichtenlage verfolgt. Durch Frau Pesls sehr eindrücklich gefassten Beitrag wurde dieser Aspekt nun überdeutlich. Denn während zweifellos einiges los ist im Lande – ungeheuer viele Menschen bangen plötzlich um ihre Existenz und einige gar um ihr Leben oder das von Angehörigen – verströmt die Petition den Duft luftiger Weite und freudiger Sommerfrische im Freizeitpark Tutzing. Dazu hätte ich gewiss geschwiegen, auch wenn man sich natürlich wünscht, gerade diese Unterschriften wären diskreter eingesammelt worden. Es ging dann aber weiter, und zwar so, dass die mutige Frau Pesl mit einem herablassenden Gestus zur Ordnung gerufen wurde, mit dem man in grauer Vorzeit aufsässiges Personal in seine Schranken wies. Mit meiner Ruhe war es endgültig vorbei, als die Störende in Form einer freundlichen verklausulierten Standpauke an die karitativen Dienstleister verwiesen wurde. Im Sinne von „Hätten Sie sich mal früher an die Zuständigen gewandt, müssten Sie jetzt nicht klagen, gute Frau“.

Was ich mir stattdessen gewünscht hätte? Eine Antwort, die in irgendeiner Form auf das ernst zu nehmende Argument von Frau Pesl eingeht. Dass es nämlich sehr wohl zynisch wirken kann, wenn bevorrechtigte Bevölkerungsgruppen in Krisenzeiten etwas als Komfortverlust beklagen, was anderen beim Zuhören den Atem stocken lässt. Das ist die eine Seite. Die andere ist die, dass es durchaus sehr gute Gründe dafür gibt, ausnahmslos jeden in eigener Sache Beschwerde führen zu lassen, der sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt. Also auch die Tutzinger Segler. Genau darin drückt sich das so großartige wie zerbrechliche Gut der Freiheit aus. Die Demokratie braucht kontroverse Debatten wie der Mensch die Luft zum Atmen. Drum müssen wir es auch ertragen können, wenn unser Gegenüber Dinge einfordert, die uns selber absurd vorkommen. Der entscheidende Punkt wäre für mich jedoch gewesen, dass Sie aus Respekt vor den ernstlich Leidenden der Gegenwart die Privilegien von Seglern und Motorradfahrern als Privilegien anerkennen. Und wenn das einfach nicht gelingen will, erweist sich Diskretion als wunderbarer Ausweg. Es tut allen wohl, wenn sie im rechten Moment fein dosiert zur Anwendung kommt.
So, nachdem auch ich mehr als überrascht von der regen Resonanz bin, die eine völlig legitime Petition hervorrufen kann – und bevor es hier zu weiteren „Tonalitätsdiskussionsorgien“ kommt – möchte ich mich ein letztes Mal dazu melden.

Erst einmal herzlichen Dank an Sie, Herr Rekus, für Ihre versöhnenden Worte hier im Forum.
Ich will erst gar nicht groß auf die Ventilfunktion eingehen, die sich Frau Pesl bestimmt aus triftigen Gründen zunutze gemacht hat.

Aber denjenigen, die meinen Ton als zu scharf kritisierten, muss ich trotzdem noch eine Sache mit auf den Weg geben, die mich meine Eltern schon gelehrt haben: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus“.
Diese Erfahrung durfte bestimmt jeder von uns mindestens einmal im Leben machen. Sei’s drum.

Wie ich in meinem letzten Kommentar bereits angemerkt habe, ist auch Frau Pesl aktuell Opfer der willkürlichen Maßnahmen, die von der Regierung getroffen wurden. Dagegen gilt es sich zu wehren – und das haben wir, ebenso wie die Biker und zahlreiche andere Interessensgruppen, getan. Wer daraus einen Vorwurf konstruieren möchte, der soll das gerne tun. Muss sich dann aber zumindest von mir die Frage nach seinem Demokratieverständnis gefallen lassen.
Ich hoffe, dass wir schon bald alle wieder zu den Dingen zurückkehren dürfen, die wir gerade schmerzlich vermissen – und natürlich, dass sich die Situation in der Pflege entsprechend normalisiert. Von Letzterem bin ich übrigens auch selbst betroffen, das steht aber auf einem anderen Blatt, und gehört hier schlicht und ergreifend nicht her.

@Herrn Kerbs – an Sie wende ich mich allerdings doch nochmals ganz direkt: Ihre Intention, sich hier an der Diskussion zu beteiligen, erschließt sich mir leider auch trotz mehrmaligen Lesens Ihrer Kommentare nicht. Sie werden sicher zugeben, dass Ihre Forderung nach „schlagkräftiger Argumentation“ nicht einer gewissen Komik entbehrt. Denn genau die ist es doch, die gerade Ihren Beiträgen fehlt. Oder erwarten Sie diese – in einer Diskussion eigentlich üblichen – Nachweise ausschließlich von Ihren Gegenübern? Und Sie selbst schreiben nur um des lieben Schreibens willen, so wie sich manche gerne reden hören? Ihr letzter Kommentar offenbart eine Haltung, die zumindest ich als fragwürdig einstufen möchte. Ist es schlichte Langeweile, pure Selbstgefälligkeit, oder eine ausgewachsene Frustration? Na, wie auch immer, am Ende ist das ja allein Ihre Sache.

Ich schließe jetzt für mich diese Diskussion, bedanke mich nochmals bei allen Beteiligten – und ganz speziell bei Ihnen, Herr Rekus (Ihre Petition habe ich natürlich unterzeichnet und unterstützt), und wünsche allen noch einen entspannten Abend sowie einen schönen Feiertag.

Herzliche Grüße,
Sandra Baumann
Aus der obigen Debatte lernt man wohl zweierlei:

1. Dass gut organisierte und vernetzte Kreise sich immer zu helfen wissen und deshalb sehr erfolgreich darin sind, ihren Interessen wirksamen Nachdruck zu verschaffen.
2. Es braucht unabhängige Parlamente und Räte, die einer solchen Einflussnahme bestmöglich enthoben sind.
3. Leider entspricht Punkt zwei nur noch eingeschränkt der parlamentarischen Realität.

Und deshalb darf hier dieser Link (der auf zahlreiche Petitionen verweist) nicht fehlen: https://www.lobbycontrol.de/.
Lieber Herr Rekus, als Biker habe ich die entsprechende Petition natürlich schon unterstützt. Ich würde auch alle anderen mir sinnvoll erscheinenden Petitionen unterstützen.

Vom Landtag kam übrigens gerade die Nachricht dass die Bikerpetition angenommen und im Landtag behandelt wird.
(Bearbeitet)
Liebe Segler,
zurück zum Kernthema. Obwohl selbst nicht direkt betroffen, habe ich Eure Petition gern unterstützt. Einfach aus Vernunft und weil ich dieses Anliegen für richtig halte.
Wer von Euch parallel die Motorradfahrer unterstützen möchte, kann das hier tun:
www.change.org/p/bayerischer-landtag-motorradfahren-während-corona-in-bayern?utm_content=cl_sharecopy_21335481_de-DE%3Av3&recruited_by_id=c05ab8b0-8717-11ea-a377-9b3515a2f4ee&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink&utm_campaign=psf_combo_share_initial&utm_term=psf_combo_share_initial
Servus!

@Herr Vahsen:
Danke.
"...verloren gegangen" ? - Ich lebe noch; hier in Tutzing. ;-)
Lieber Herr Rekus, an Ihnen ist ein Mediator verloren gegangen. Herzlichen Dank für diesen Beitrag.
Wow, hier ging nochmal richtig die Post ab!.
Es ist tatsächlich interessant, wie sich dieser Thread hier nach einem gewöhnlichen Unterstützungsaufruf für eine Petition aus Seglerkreisen entwickelt hat.

Zunächst vorweg: Ja, Frau Pesl war die erste hier, die mit Schärfe und Aggressivität aufgetreten ist. Ich habe später mit ihr telefoniert, und ich habe dabei den Eindruck gewonnen, dass sie eine ganz normale Frau ist, die einfach mal verbal ein wenig „Dampf abgelassen“ hat. Etwas, was uns allen gewiss auch schon mal passiert ist. Unsere „Opfer“ haben sich dann wohl ebenso gewundert, wie wir hier, anschließend wurden uns aber die kurzen Gewitter mit Blitz & Donner vergeben.

Wenn man etwas tiefer schürft, stößt man auf die Stichworte „Stress“ und „Ventil“. Das Leben setzte uns alle schon vor Covid19 immer wieder Stresssituationen aus. Deswegen brauchen wir Menschen um selbst gesund zu bleiben, und um in Frieden mit unseren Nachbarn zu leben, Ventile zum Stressabbau. Wer dies mit Ballerspielen am PC macht, verspürt derzeit keine Einschränkungen; Segler & Surfer, Motorradfahrer, Golfer und viele andere haben derzeit nicht so viel Glück. Und die Menschen, die auf Tagespflege angewiesen sind, und die sie pflegenden Angehörigen haben dieses wichtige Ventil seit bald 6 Wochen leider auch nicht mehr. Das da immer wieder mal jemandem kurzzeitig der Kragen platzt, ist nicht verwunderlich.

Also reichen wir uns bitte verständnisvoll – und vorerst nur virtuell - die Hände zur Versöhnung. Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten gemeinsam noch so manches Gewitter geduldig abwettern müssen.

Apropos:
Wenn derzeit oftmals negativ über Lockerungen gesprochen wird… Menschen können nicht nur an Covid19 sterben. 82 Mio. Kinder, Erwachsene und alte Menschen können auch sehr rasch psychisch schwer leiden! Jede seuchenhygienisch vertretbare Lockerung ist ein wichtiges Ventil für eine gesunde und friedliche Gesellschaft, und sollte bitte so rasch wie möglich wieder freigegeben werden.
(Bearbeitet)
Man neigt ja fast ein wenig dazu, den hiesigen Seglern schon wegen eines ganz bemerkenswerten Mangels an schlagkräftiger Argumentation, Feingefühl, aber sicher auch an kluger Zurückhaltung und diskursivem Geschick den Zugang zu ihren Stegen zu verweigern.
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Eine wunderschönen guten Abend.

Vorab möchte ich mich bedanken für die wunderbare abendliche Unterhaltung hier, welche unterhaltsamer ist als das aktuelle Fernsehprogramm.

Leider ist es sehr schade das man sich in unserer Gesellschaft nicht mal mehr das Leid untereinander vergönnt. Was man hier zu lesen bekommt, ist lediglich ein Kampf darum wem geht es schlechter und wer leistet am meisten in der aktuellen Situation.

Man könnte natürlich auch mal die positiven Aspekte vor Augen halten, aber das machen wir Deutschen ja nicht.

Was ist denn zum Beispiel damit das es uns hier noch gut geht im Verhältnis zu anderen Ländern, wir dürfen noch raus an die frische Luft andere s. Spanien dürfen das Haus nicht einmal mehr verlassen.

Ach und bevor ich es vergesse, wir tun ja auch der Umwelt/dem See etwas Gutes wenn wir ihm eine Pause gönnen.

Sport im Sinne von, ich bewege meinen Körper ist ja auch noch erlaubt.

Also warum entspannen wir uns nicht alle und weinen ein bisschen leiser.

MFG

(Bearbeitet)
Bei allem Verständnis für die Situation der Frau Pesl. In dieser Berichtserstattung gehts doch eigentlich nur darum, dass inzwischen schon fast 2.000 Skipper, die sich der Petition angeschlossen haben, wieder aufs Wasser wollen und diesen Wunsch in Form einer Petition ausgedrückt haben. Ich schlage vor wenn Frau Pesl ihre sicher stressige Situation diskutieren will, wäre es vielleicht sinnvoller dazu einen eigenen Bericht einzustellen. Beide Themen haben nun wirklich nichts miteinander zu tun.
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@ Frau Baumann, für mich ist es überhaupt nicht nachvollziehbar warum Sie hier so scharf um sich schießen. Vor allem gegen Frau Pesl. Geht gar nicht! Vielleicht sollten sie mal zum "SUPen" gehen. Beruhigt die Nerven ungemein. Vor allem weil der See jetzt so schön leer ist.
@Thorsten Kerbs
Interessant, wie hier Menschen meinen, anderen Privilegien unterstellen zu müssen - ohne den Hauch einer Ahnung vom Leben dieser Anderen zu haben. Höchstinteressant. Schubladendenken vom Feinsten.
Anscheinend glauben manche, dass Leute, nur weil sie segeln oder Boot fahren wollen - und die momentane Gesetzgebung für falsch halten -, sonst keine Probleme haben.
Frau Pesls aktuell verschlimmerte Situation ist übrigens durch die Maßnahmen der Regierung entstanden - nicht durch Segler etc., die eine Petition starten. Aber es kann ja jetzt jeder mal seine privaten Probleme veröffentlichen, ich hätte auch so einige. Nicht zu fassen, auf welchem unterirdischen Niveau hier teilweise argumentiert wird ... völlig vorurteilsfrei natürlich - und zum Glück gar nicht typisch deutsch. Höchstinteressant.
Interessant, wie hier Menschen in ihre Schranken und zur Ordnung gerufen werden, denen das Leben erkennbar weniger Privilegien bietet. Hoch interessant.
(Bearbeitet)
Liebe Frau Pesl,

leider haben Sie nicht auf meinen Kommentar geantwortet, dafür antworte ich jetzt auf Ihren.

Herr Rekus hat Ihnen ja bereits – wirklich sehr unterstützende, wie ich finde – Tipps und Anlaufadressen gegeben. Ich weiß nicht, ob Sie das nicht nachvollziehen können oder wollen: Aber wie ich bereits in meiner ersten Antwort geschrieben habe, kann Ihre Situation doch nicht als Maßstab für alle gelten. In diesem speziellen Fall geht es um Leute, die einfach nur Bootfahren wollen, und das aufgrund der aktuellen (fragwürdigen) Gesetzgebung nicht dürfen. Und die ihre – im Rahmen dieser Gesetzgebung vorhandenen – Möglichkeiten nutzen, diese Verbote (ob Sie die für unwichtig halten oder nicht, spielt keine Rolle) aufheben zu lassen.

Ich bin mir nicht sicher, ob Ihnen das überhaupt bewusst ist, aber Ihre Aussage:
„Sie werden mir wohl zustimmen, dass das nicht Segeln können wohl das kleinere Problem ist …“
beinhaltet eine Anmaßung sondergleichen – Sie setzen tatsächlich Ihre Probleme in ein Verhältnis, das diesen nicht zusteht.
Auch wenn das jetzt hart klingen mag.

Wie gehen Sie eigentlich mit Ihrem Umfeld um, das keine pflegebedürftige Person zu Hause hat? Darf man noch fröhlich sein, oder sich die Öffnung bestimmter Läden wünschen, wenn Sie überfordert sind?

Und wo genau wollen Sie da enden? Es gibt Petitionen von Golf- und Tennisspielern, die gerne wieder ihrem Sport nachgehen würden. Dazu Motorradfahrer, die auf die Piste wollen usw. usf. Für Sie alles unwichtig, klar! Aber bei all diesen Anliegen geht es schlicht und ergreifend um aktuelle Gesetzeslagen, die in einer Demokratie hinterfragt werden dürfen. Das auch in Form von Petitionen. Es liegt definitiv nicht an Ihnen, da eine Bewertung anzustellen.

Ich hoffe wirklich, Sie finden Hilfe für Ihre Situation, die bestimmt nicht leicht ist – dass aktuell eingeschränkte Segler oder Motorbootfahrer diese ändern, wage ich allerdings zu bezweifeln. Vielleicht verstehen Sie außerdem, worum es in all diesen Petitionen letztendlich geht. Mit besten Grüßen!
Sehr geehrter Herr Rekus,

vielen Dank für Ihre einfühlsamen, freundlichen Worte. Sie haben mich Verstanden!
Mit der ambulanten Krankenpflege bin ich in Kontakt. Vor Corona hat mein Vater an 3 Tagen die Tagespflege besucht und ich hatte Unterstützung von meinen Nachbarn. Das ist jetzt alles weggebrochen, da ja niemand, der nicht zum Haushalt gehört, mit uns Kontakt haben darf!
Leider geht es ja allen pflegenden Angehörigen so und das zehrt sehr an den Nerven und der Substanz!
Sie werden mir wohl zustimmen, dass, das nicht Segeln können wohl das kleinere Problem ist!

Nochmals herzlichen Dank
Monika Pesl
Sehr geehrte Frau Pesl,

ich erlaube mir Ihren Beitrag weniger als persönliche Kritik, und eher als Hilferuf zu begreifen.
Alte Menschen zuhause zu pflegen war schon vor Corona eine richtig schwere Aufgabe. Eine Demenzerkrankung macht das noch schwerer. Ich verstehe das sehr gut, da ich selbst mehrere Jahre eine demente Person in der Familie hatte und ich engagiere mich in meiner Freizeit für einen gemeinnützigen Sozialdienst mit ambulanter Pflege; wenn auch in Pöcking.
Hier in Tutzing macht das Team der Tutzinger ambulanten Pflege ebenfalls einen tollen Job. Herr Heil, der Leiter, und sein Team sind gewiss bereit, sie zu beraten, wie man Sie und Ihre Familie unterstützen kann. Kranken- & Pflegeversicherung ermöglichen da Vieles.
Beim Thema einkaufen in Corona-Zeiten gibt es hier in Tutzing ebenfalls eine bereits gut funktionierende Nachbarschaftshilfe auf ehrenamtlicher Basis. Ich selbst helfe hierbei auch gerne mit. Infos gibt es in diesem Artikel (www.vorort.news/tutzing/gemeindeleben/2020/4/3/hilfsaktionen-in-tutzing/) oder gehen Sie direkt auf Sr. Renate Basler zu RenateBasler@gmx.de.

Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie bald Unterstützung bekommen und ein wenig Entspannung finden!
MfG, B. Rekus
(Bearbeitet)
@MonikaPesl
Finden Sie es eigentlich nicht selbst lächerlich, hier von "Mimimi" zu schreiben, während Sie selbst 7 Zeilen lang nichts anderes tun, als zu jammern? Ist Ihnen schon mal in den Sinn gekommen, dass Menschen die segeln oder Motorboot fahren auch Leben haben, die eventuell Schicksale beinhalten? Nur, dass sie diese nicht monstranzartig vor sich her tragen und anderen Freude untersagen - weil das gar nicht das Thema hier sein sollte. Wie kommen Sie dazu, Ihre Probleme jetzt zum Maßstab aller zu machen? Muss nun jeder zu Hause sitzen und weinen, weil es Ihrem Vater schlecht geht und Sie überlastet sind? Geht es ihm dann besser, wenn andere nicht ihr Leben führen?

Ich langweile Sie jetzt mal nicht mit meinem Privatleben - nur so viel: Meine Mutter ist nach einem schweren Schlaganfall selbst Pflegefall (das übrigens mit Mitte 70) und ich habe die Betreuung mit allen Konsequenzen, die solch eine Situation mit sich bringt. Und jetzt? Wiegen wir auf, wem es schlechter geht , wer es schlimmer hat - und was Sie deshalb gefälligst zu unterlassen haben?
Nebenbei bemerkt: Die Zeit, sich hier über Leute auszulassen, die einfach nur wünschen, dass aktuell eingeführte Gesetze überdacht werden, scheinen Sie ja noch aufbringen zu können. Es hat Sie doch keiner gezwungen, diesen Artikel zu lesen. Aber, na ja, wenn Sie sich jetzt besser fühlen, dann muss es wohl so sein. Alles Gute für Sie und Ihren Vater. Aber gehen Sie mal in sich!
Liebe Segler!
Habt Ihr keine anderen Probleme? Dieses Gejammere finde ich lächerlich! Mimimi, ich kann mit meiner Jacht nicht rausfahren! Oh, je!
Ich kann seit 5 Wochen nicht einmal spazieren gehen! Ich pflege meinen an Diabetes und Demenz erkrankten 88 jährigen Vater , renne schnell zum Einkaufen, immer mit der Angst im Nacken, dass etwas passiert!!
Normalerweise besucht mein Vater an 3 Tagen die Tagespflege, seit dem 20. März ist diese für uns gesperrt!
Das heißt für mich: Dauereinsatz, ohne Hilfe! Ich bin selbst nicht gesund ( chronische Polyarthritis) und am Limit meiner Kräfte und sie können nicht zum Segeln gehen!!! Mir kommen die Tränen!
(Bearbeitet)
Ebenso wie an anderen Orten könnten auch in Häfen und Marinas Abstands-und Hygieneregeln eingehalten werden. Das liesse sich organsisieren. Aber es ist nicht verständlich warum in anderen Bundesländern, oder auch Östereich und Schweiz die Ansteckungsgefahr an solchen Orten und auf Booten so viel geringer eingeschätzt wird.

Wir haben alle schon im eigenen Interesse Verständnis für viele getroffene Maßnahmen, zumal sie auch zu wirken scheinen. Aber man muss auch mal die mit dem Holzhammer getroffenen Shutdown Maßnahmen nachbessern.

Der Betrieb in einem Hafen, oder auch Golfplatz, ist nicht zu vergleichen mit den Menschenmengen in Einkaufszonen.

Dass wir aufs Wasser, aufs Motorrad oder auf den Golfplatz könnnen ist sicher nicht das Wichtigste im Leben, schon gar nicht jetzt. Aber was spricht wirklich dagegen eine paar gefahrlose Dinge wieder zuzulassen, die uns in dem derzeit doch sehr eingeschränkten Leben etwas Freude und Abwechslung bereiten könnten.
(Bearbeitet)
Servus Bernhard,
auch beim Motorradfahren muss man weiter denken. Soweit ich informiert bin, geht es hier darum die Intensivstationen frei zu halten. Ob das alles sinnvoll ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Jetzt wo das Wetter schöner wird, will natürlich jeder seinem Hobby nach gehen. Hier jedem gerecht zu werden , ist keine leichte Aufgabe für die Politik. Wer gestern die lange Schlange vor der Eisdiele ohne den notwendigen Sicherheitsabstand gesehen hat, braucht sich über eine Überregulierung aber auch nicht wundern.
VG
Rainer
(Bearbeitet)
Zitat: "...Bin gespannt was bei der Petition heraus kommt. Wenn es ein Lockerung für die Häfen gibt, wollen andere Menschen sicherlich auch wieder auf den Badesteg oder unbegrenzt Motorradfahren..."

Wobei die Corona-Ansteckungsgefahr beim Motorradfahren (im Rahmen der StVO selbstverständlich, damit auch sonst nichts passieren kann) mit dem üblichen Integralhelm ähnlich groß bzw. gering ist wie beim Segeln. Daher läuft unter Motorradfahrern gerade eine ganz ähnliche Petition an den Bay. Landtag. Aber vielleicht muss in Bayern einfach immer alles ein wenig anders sein? Oder fehlt es am Vertrauen der Politik in die Vernunft und Disziplin der Menschen? Nix Gwiss woass ma ned.

Ich persönlich denke, dass es dumm wäre durch Überregulierung auf Nebenschauplätzen, die Einsicht und die Unterstützung insgesamt in die wirklich wichtigen Maßnahmen zu untergraben. Die breite Unterstützung durch die Menschen und den Zusammenhalt als Gesellschaft wird man noch viele Monate brauchen.
Ich bin beispielsweise kein Golfer, aber sollen sich doch die Golfer auf durchschnittlich 75 ha entspannen; jetzt da wir alle Masken haben und am Abschlag kann man auch schön Abstand halten. (No shake hands please!) Gleiches könnte auch für Wassersportler, Motorradfahrer oder Bergwanderer gelten.
So lange noch viele Freizeit- und Entspannungsbereiche geschlossen sind, konzentriert sich der Druck auf den wenigen noch legalen Bereichen umso mehr; sinnvolle Lockerungen würden das wieder spürbar entzerren.
(Bearbeitet)
Unabhängig von der Wasserwacht, zählen die Häfen in Bayern zu den Sportstätten und diese sind allesamt wegen Corona geschlossen. Selbst Modellflugplätze fallen darunter und dürfen nicht betrieben werden.
Wenn man sich am See auf einem Segelboot mit Personen aus dem gleichen Haushalt aufhält, ist das Ansteckungsrisiko sicher gleich Null. Problem sind die schmalen Steganlagen in den Häfen. Wenn Menschen sich dort begegnen, können sie den Sicherheitsabstand nicht einhalten. Deshalb wurden auch die Badestege am See abgesperrt. Einwassern von Segelbooten an öffentlichen Slipanlagen ist erlaubt, für große Segelboote aber nicht praktikabel.
Wie bekannt, darf das Haus momentan nur aus triftigen Gründen oder zum Sport verlassen werden. Motorbootfahren gilt ebenso wie Motorradfahren (Spritztour) nicht als Sport und ist deshalb verboten.
Bin gespannt was bei der Petition heraus kommt. Wenn es ein Lockerung für die Häfen gibt, wollen andere Menschen sicherlich auch wieder auf den Badesteg oder unbegrenzt Motorradfahren. Also, alles nicht so trivial wie es auf den ersten Blick scheint.
(Bearbeitet)
Segler dürfen segeln, können aber nicht aufs Boot weil die Stege gesperrt sind. Motorbootfahrer dürfen gar nicht fahren. Angelt man aber vom Boot aus, darf man auch mit einem Motorboot gleich welchen Antriebes rausfahren. Außer natürlich es liegt an einem Steg, den man nicht betreten darf.

Diese Verordnung ist Unsinn und muss schnellstens aufgehoben werden.

Dabei gäbe es kaum einen Ort wo man sich virensicherer aufhalten könnte als auf dem Boot.

Und das immer wieder gehörte Argument so die Resourcen der Wasserwacht nicht zu belasten ist Unsinn. Die Klientel der WW sind in erster Linie genau die, welche jetzt raus dürfen. Schwimmer, Paddler, SUPler, Surfer. Und bei allem Respekt vor der Arbeit der WW. Wenn sie meint ohne sie könnten wir unsere Boote nicht gefahrenfrei bewegen, dann überschätzt sie etwas ihre Bedeutung.

Und gerade wir Skipper - ob Segler oder Motorbootfahrer sind oft die ersten, die helfen.

Inzwischen ist die Eingabe übermittelt. Hoffen wir dass sie etwas bewirkt.




(Bearbeitet)