BLSV-Präsident Jörg Ammon, Gundi Ascherl und Innenminister Joachim Herrmann
Foto: Bayerisches Innenministerium (Fotograf Sammy Minkoff)
Der TSV Tutzing ist für zahlreiche Menschen wie eine Heimat. Viele haben in diesem Verein im Kindesalter die ersten sportlichen Erfahrungen gemacht und sind ihm dann immer verbunden geblieben. Eine so intensive und vielseitige Einsatzbereitschaft wie bei Gundi Ascherl aber ist doch selten. Vom Training über die Geschäftsstelle bis zum Vorstand spannt sich der Bogen ihrer Aktivitäten für den Verein. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat der Tutzingerin kürzlich die Ehrenmedaille für besondere Verdienst um den Sport in Bayern verliehen - eine hohe Auszeichnung. Insgesamt 50 Persönlichkeiten der bayerischen Sport- und Schützenvereine und des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbands Bayern haben sie im Rahmen eines feierlichen Festaktes in der Reitakademie in München-Riem erhalten.
Berufliche und sportliche Stationen
Gundi Ascherl stammt aus der früher in Tutzing sehr bekannten Bäckereifamilie Brunner. „Ich musste immer mitarbeiten“, erzählt sie. Ob sie das Geschäft übernehmen wollte oder nicht, das haben ihr ihre Eltern überlassen. Sie hat eine Banklehre in der damaligen Raiffeisenbank auf der gegenüber liegenden Straßenseite vorgezogen. 23 Jahre, bis September 2000, blieb sie in der Bank. Nach einem kurzen Intermezzo bei der Spedition Hiebl trat sie im Oktober 2001 beim Unternehmen Verla-Pharm ein.
Gleichzeitig entwickelte sich der TSV zu einer weiteren wichtigen Säule in ihrem Leben. „Als ich fünf war, hat mich mein Vater zum damaligen Oberturnwart Anton Rothbauer gebracht, obwohl man erst mit sechs mitmachen durfte“, erinnert sie sich. Später hat sie bei diesem Verein alle möglichen Stationen durchlaufen. Von 1969 bis 1974 war sie Übungsleiterassistentin beim Kinderturnen, von 1981 bis 1982 Übungsleiterin beim Eltern-Kind-Turnen, von 1994 bis 2012 Übungsleiterin für Aerobic. Mit Ausbildungen erwarb sie etlichen Lizenzen, so etwa für Breitensport, Fitness, Aerobic und Prävention. Von 2000 bis 2015 war sie Schatzmeisterin und Vorstandsmitglied des TSV Tutzing. Seit 2015 gehört sie seinem Ältestenrat an. Und seit 1998 leitet sie seine Geschäftsstelle - als kompetente und bei den Mitgliedern geschätzte Ansprechpartnerin, die sich in diesem Verein so gut auskennt wie sonst kaum jemand.
Engagement in Tutzing und überregional
Auch überregional engagiert sie sich seit vielen Jahren für den Sport. So war sie von 2003 bis 2013 Mitglied im Fachausschuss Fitness und Aerobic des Bayerischen Turnverbands, und seit 2012 ist sie stellvertretende Vorsitzende im Kreis Starnberg des Bayerischen Landes-Sportverbands sowie Frauenvertreterin. Über den Tellerrand hinaus geschaut hat Gundi Ascherl auch sonst im Landkreis Starnberg: Über Jahre war sie Trainerin beim TSV Erling-Andechs. Eine Kollegin, die in Tutzing wohnte, fragte sie - und daraus wurde eine langjährige Mitarbeit. „Das ist ein ganz anderes Klientel als in Tutzing“, erinnert sie sich, „Andechs ist noch ein richtiges Dorf.“
„Zu meiner Kinderzeit sind wir bis zur Tutzinger Hütte gelaufen“
Der Sport früher und heute - das wirkt manchmal wie verschiedene Welten. Etwa beim Skifahren: „Zu meiner Kinderzeit sind wir bis zur Tutzinger Hütte gelaufen“, erzählt Gundi Ascherl. Wer macht das wohl heute noch, nur um einmal wieder hinunter fahren zu können? Schöne Erinnerungen hat sie auch an Freizeiten mit vielen Kindern in der Max-Irlinger-Hütte in Unterammergau. Nach wie vor macht sie alles gern, „was mit Bewegung zu tun hat“. Als begeisterte Oma ist sie auch viel mit ihren beiden Enkelkindern zusammen, die sich vom Radeln bis zum Wassersport gern aktiv betätigen, allerdings nicht im Verein.
Ganz unterschiedlich hat Gundi Ascherl die Vorsitzenden des TSV Tutzing erlebt, mit denen sie in den vielen Jahren zusammengearbeitet hat: Werner Müller, Dieter Hummel, Harald Kuhn, Helmut Pestinger, Uli Dillmann und aktuell Marc Habdank. „Man kann sie nicht vergleichen“, sagt sie, „das muss man aus der jeweiligen Zeit heraus bewerten.“ Für sie besonders aufwändig, aber auch interessant war der Bau der 2011 eröffneten Tutzinger Dreifachturnhalle, den sie über Jahre mit großem Engagement unterstützt hat. Dem TSV gehört ein eigener Hallentrakt direkt an der Bernrieder Straße. „Da war ich schon stolz drauf“, sagt sie, „als wir das endlich geschafft hatten."
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