Die Dreifachsporthalle an der Bernrieder Straße ist eines der Tutzinger Sorgenkinder. Schon vor der Eröffnung im Jahr 2011 wurden erhebliche Mängel an dem Bauwerk deutlich. Sanierungsarbeiten sind erforderlich, werden aber eine Menge Geld verschlingen, wohl in Millionenhöhe. Acht Jahre nach der Halleneröffnung zieht die Angelegenheit rechtlich immer noch Kreise. Am Landgericht München II läuft ein zivilrechtliches Beweissicherungsverfahren zwischen dem Architekten und der Gemeinde.
Quasi nebenbei ist bei einem in diesem Rahmen erstellten Gutachten herausgekommen, dass es in zwei Verbindungsgängen der Halle statische Probleme gibt. Der betreffende Hallenteil soll ab Windgeschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern nicht den statischen Anforderungen entsprechen. Der zuständige Richter hat das Gutachten deshalb ans Landratsamt Starnberg weitergeleitet, wie dessen Sprecher Stefan Diebl bestätigt. Die Bauaufsicht des Landratsamts hat daraufhin an die Gemeinde Tutzing ein Schreiben mit den Auflagen geschickt.
Florian Geyer, Sachverständiger für das Dachdecker- und Spengler-Handwerk, München, in einer Stellungnahme zur Dachabdichtung der Tutzinger Dreifachturnhalle zur Zeit ihrer Eröffnung
Die Gemeinde hat die beiden Gänge inzwischen gesperrt, wie sie mitgeteilt hat. Der sportliche Betrieb kann aber trotzdem stattfinden. Der Hallenbetrieb sei nicht eingeschränkt, versichert Marc Habdank, der Vorsitzende des TSV Tutzing. Betreten können die Sportler die Halle auch auf anderen Wegen. Die Gänge führen zu Umkleidekabinen. Es gilt als wichtig, dass die Nutzer die Halle nur mit sauberen Schuhen betreten.
Wie es mit der Sanierung der Halle weitergeht, deren Dach im südlichen Teil als undicht gilt, ist noch offen. Das betrifft auch die Finanzierung. Der Stand des bei Gericht anhängigen Beweissicherungsverfahrens ist öffentlich nicht bekannt. Beteiligt ist auch der TSV Tutzing, dem ein eigener Hallentrakt gehört.
Bernhard-van Laak und Partner, Sachverständige, Eurasburg, in einem Begehungsprotokoll der Tutzinger Dreifachturnhalle vom 8. Dezember 2010
Als ein Grund der Misere wird unter anderem eine während der Bauzeit vorgenommene Umplanung von einer Sporthalle zu einer Mehrzweckhalle vermutet. Mittlerweile wird am Sinn dieser damaligen Änderung gezweifelt. Als Mehrzweckhalle wird das Gebäude nämlich eher selten benötigt - und für die wenigen Veranstaltungen hätte wahrscheinlich auch eine normale Sporthalle ausgereicht.
Dr. Klaus Vogel, Sachverständiger, Pflaumdorf, in einem Prüfbericht „Visualisierung von Luftströmungen“ zur Tutzinger Dreifachturnhalle zur Zeit ihrer Eröffnung
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