Steffen Spielberger vom Bayerischen Tennis-Verband war sichtlich beeindruckt. Am Wochenende kam er eigens nach Tutzing auf die Tennis-Anlage an der Seestraß: Dort fand die Oberbayerische Mannschaftsmeisterschaft im Kleinfeld der Altersklasse U9 statt. Drei Teams mit Acht- und Neunjährigen hatten sich in der Bezirksliga bis zu diesem Turnier vorgekämpft: eines vom TC Sport Scheck, eines vom TSV 1860 Rosenheim und eines vom TC Tutzing.
Gewonnen haben die Teilnehmer von Sport-Scheck, Zweite wurden die Rosenheimer und Dritte die Kinder vom TC Tutzing: Jakob Reiter, Tamina Sontheim, Jonas Billen, Elisa Richter und Nico Beer. Am Samstag nicht, aber in der Saison immer dabei war auch Felix Stegmaier.
„Ich freue mich darüber, dass Vereine wie der TC Tutzing, die nicht so riesig groß sind wie Stadtvereine, so intensive Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen betreiben“, sagte Spielberger. Er ist beim Bayerischen Tennis-Verband Referent für Kleinfeld und Midcourt in den Altersklassen U8, U9 und U10. „Die Konkurrenz ist ja groß“, sagte er. Dabei verwies er beispielhaft auf den nahen Yachtclub und auf Golf. Für den Tennissport ganz allgemein sei es wichtig, sagte er, dass es Vereine mit einer Jugendarbeit wie beim TC Tutzing gibt.
Gute Leistungen in verschiedenen Disziplinen - vom Seilspringen bis zum Fächerlauf
Die Oberbayerische Mannschaftsmeisterschaft war der Abschluss der diesjährigen Punkterunde. Die Teams mussten in Tutzing Vielseitigkeit beweisen: Außer Tennis - jeweils Einzel und Doppel - mussten sie auch in Motorik ihr Bestes geben. Da gab es die Disziplinen Ballweitwurf, Seilspringen und Fächerlauf - eine Übung, bei der möglichst schnell Bälle auf bereit gelegten Tennisschlägern platziert werden müssen.
Unter den Augen vieler Eltern, die auf die Tennisanlage an der Seestraße gekommen waren, zeigten viele der Nachwuchsspieler erstaunlich gute Leistungen sowohl im Tennis als auch in den anderen Disziplinen. Manche sammelten gerade bei den motorischen Wettkämpfen viele Punkte, stellte Karl Biller, der Mannschaftsführer der Tutzinger Kleinfeldmannschaft, beeindruckt fest. Jugendliche des TC Tutzing agierten als Schiedsrichter.
Welche Kinder sich wenig und viel bewegen, erkennt man sofort
Warum es neben Tennis Motorik-Wettbewerbe gibt? „Die motorischen Fähigkeiten waren früher viel besser“, sagte Spielberger und fügte nüchtern hinzu: „Viele Kinder sind motorisch schlecht.“ Weshalb? „Sie sitzen viel vor dem Computer und vor dem Fernseher - früher haben sich die Kinder viel mehr bewegt.“ Auch in den Schulen werde nicht viel für die Bewegung der Kinder getan. Der Sportunterricht falle oft aus. Und es gebe sehr viele andere Freizeitaktivitäten.
Spielberger hält den Sport in den Schulen für ausgesprochen wichtig - nicht zuletzt, weil er auch dem verbreiteten Druck entgegenwirkt. „Wenn sie erwachsen sind, gehen die Leute dann viel zum Joggen und zur Fitness als Ausgleich zur täglichen Arbeitsbelastung“, sagte er. Welche Kinder sich wenig und viel bewegen, erkenne man sofort: „Die verbesserten koordinativen Fähigkeiten sind deutlich sichtbar.“ Auch in Wettkämpfen wie jetzt in Tutzing schlage sich ein gutes Motorik-Training in den Vereinen im Ergebnis nieder: „Wer zum Beispiel das Seilspringen nicht intensiv übt, der kann es auch nicht.“





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