Auf dem Pausenhof der Tutzinger Grundschule wird kräftig gebaut. Ein Minibagger zieht Schotter glatt, dahinter verlegen Arbeiter Pflaster, die Steine stehen palettenweise bereit. Bald soll der „Spiel- und Erholungspark östlich der Grundschule“ fertig sein.
Es ist derzeit das größte Vorhaben im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept, kurz ISEK, mit dem die Ortsentwicklung für die kommenden Jahre gesteuert werden soll. Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht dies. Für 2026 standen Tutzing 234 000 Euro aus der Städtebauförderung zur Verfügung, abgerufen hat die Gemeinde 230 200 Euro. Allein 189 000 Euro davon fließen in den Park an der Grundschule - gut vier von fünf Förder-Euro dieses Jahres.
Nicht nur Platz zum Spielen
Laut Plan wird der Park in zwei Abschnitten angelegt. Der erste liegt im Osten des Geländes: ein grüner Bereich mit dem runden Atrium, das die Kinder bereits seit vergangenem Herbst als „Außenklassenzimmer“ nutzen. Jetzt folgt der zweite Abschnitt direkt am Schulgebäude. Dort sind eine große gepflasterte Fläche mit zwei Tischtennisplatten, neue Bäume und am westlichen Rand ein grüner Streifen mit Spielbereichen und einem Klettergerät eingezeichnet.
Bauherrin ist die Gemeinde Tutzing. Geplant hat den Park das Büro Monika Treiber Landschaftsarchitektur und Stadtplanung aus Herrsching, gebaut wird er von der Tutzinger Firma Peter Alesi Garten- und Landschaftsbau. Das Geld kommt aus zwei Töpfen: aus dem Bayerischen Städtebauförderprogramm und vom Bundesumweltministerium über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz. Der Park soll also nicht nur Platz zum Spielen schaffen, sondern mit Bäumen und Grünflächen auch das Klima im Ort verbessern.
Vor mehr als 20 Jahren wurde eine „Erlebniswelt Pausenhof" über Spenden finanziert
Beim Pausenhof der Schule ist dies nicht die erste Neuerung. In den Jahren 2003 bis 2005 haben Schüler, Eltern und Lehrkräfte mit dem Projekt „Löwenzahn“ rund 3000 Quadratmeter Asphalt in eine „Erlebniswelt Pausenhof“ verwandelt. Die rund 65 000 Euro dafür kamen aus Spenden. Es entstanden eine Kletterwand, ein Heckenlabyrinth, ein Wasserspielbereich und eine Burg mit Hängebrücke. 2005 gewann das Projekt den ersten Preis beim Bayerischen Gesundheitsförderungs- und Präventionspreis in der Sektion Schule. Mit den Jahren verschwand aber vieles wieder: Manche Bauwerke hielten nicht, andere wurden abgebaut und überpflastert. Wo einst "Löwenzahn" die Schule veränderte
Spenden tragen auch heute zur Neugestaltung bei
Neu angepackt wurde der Pausenhof im Sommer 2025, erst einmal ohne große Gemeindekasse. Weil die Sanierung der Mittelschule sehr teuer ist, startete Bürgermeister Ludwig Horn mit dem Elternbeirat und anderen engagierten Tutzingern eine Spendenaktion. Schon am ersten Aktionstag kamen auf dem Wochenmarkt mehr als 600 Euro zusammen. Der erste Bauabschnitt für rund 95 000 Euro wurde aus Spenden, Haushaltsmitteln der Gemeinde und Fördergeld bezahlt. Zum Schulanfang im September 2025 war der untere Pausenhof fertig - mit Atrium, Rasen zum Barfußlaufen, Balancierstämmen und einer von Robby Harthauser geschnitzten Holzeule. Die Kinder waren begeistert, sie schwärmten von einem „mega Pausenhof“.
Im Dezember legte der Tutzinger Rotary-Club 10 000 Euro nach, gesammelt am Weihnachtsmarktstand und durch private Spenden. Die größte Einzelspende kam von Dr. Benedikt Buch vom Zahnzentrum Tutzing: 3500 Euro aus dem Verkauf von Zahngold. Gemeinde, Elternbeirat und Spender wollen dasselbe: einen naturnahen, kindgerechten Ort, an dem Kinder spielen, lernen und sich bewegen können. Wie der Rotary-Club bei der Spendenübergabe betonte, macht Bewegung in der Pause Kinder ausgeglichener und konzentrierter.
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