
Einige Probleme haben bei der Sanierung der Tutzinger Mittelschule für Verzögerungen gesorgt. Deshalb gibt es Verschiebungen beim Zeitplan. Ursprünglich war die Fertigstellung Mitte dieses Jahres geplant, doch ein beauftragtes Unternehmens wurde insolvent, und die Zusammenarbeit mit vier Unternehmen musste beendet werden. All diese Hürden sollen aber mittlerweile überwunden sein. Nach den Osterferien 2026 soll der Unterricht in den komplett neu gestalteten Räumen beginnen, wie beim Richtfest am Mittwoch berichtet wurde.
Die Faschingsferien, die für einen Umzug zu kurz seien, böten nichtvdie notwendigen zeitlichen Ressourcen, um einen reibungslosen Wechsel in das neue Schulgebäude sicherzustellen. In den Osterferien dagegen gebe es die Möglichkeit, den Umzug sorgfältig durchzuführen. So könne sichergestellt werden, dass sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch das Lehrpersonal optimal auf die neuen Räumlichkeiten vorbereitet seie. Sollte sich die Möglichkeit ergeben, bestimmte Bereiche - etwa die Schulverwaltung - bereits früher in das neue Gebäude umziehen zu lassen, werde man dies kurzfristig in die Wege leiten.
Vieles ist schon weit fortgeschritten, wie die Anwesenden bei Führungen durch die halbfertigen Räume erkennen konnten. Doch der Baustellen-Charakter beherrschte die Hebauf-Atmosphäre, wie es sich bei so einer Feier gehört. Wo vor kurzem noch ein tiefes Loch war, haben Landschaftsgärtner aber für das Richtfest „noch schnell einen schönen Innenhof gezaubert“, sagte Bürgermeister Ludwig Horn anerkennend. Dort begrüßte er unter anderem Vertreter der Schulleitung, der Eltern, der am Bau beteiligten Firmen, Kommunalpolitiker aus Tutzing und den Nachbargemeinden Feldafing, Pöcking und Bernried sowie Mitarbeiter der Rathausverwaltung.

Beeindruckt zeigten sich Besucher der Veranstaltung darüber, dass die Kosten der vom Münchner Unternehmen Bayern-Grund betreuten Sanierung mit rund 25 Millionen Euro im veranschlagten Rahmen bleiben und nicht – wie bei den meisten öffentlichen Bauten – deutlich steigen sollen. Gerade aufgrund der Herausforderungen in Zusammenhang mit den Problemen zeigt sich die Gemeinde, wie Bürgermeister Horn betont, äußerst dankbar für die gute Zusammenarbeit mit Bayern-Grund, dem für das Projekt verantwortlichns Unternehmen, "insbesondere bei der Bewältigung
der Leistungsstörungen". Die professionelle Unterstützung und Koordination trügen maßgeblich dazu bei, den Baufortschritt wieder auf Kurs zu bringen.
Und noch eine unter finanziellen Gesichtspunkten für Tutzing gute Nachricht hatte Horn parat: Die Bundeswehr will das auf Kosten der Gemeinde Tutzing instandgesetzte Gebäude auf dem Feldafinger Kasernengelände, in das die Mittelschüler „ausgelagert“ worden sind, doch nicht, wie zunächst vorgesehen, abreißen, sondern selbst weiter nutzen. Damit wird nun die Hoffnung verbunden, dass sich dies für die Gemeinde Tutzing positiv auswirken könnte, obwohl die Nebenkosten wegen der Bau-Verzögerungen durch die längere Auslagerung in die Kaserne und die Schülerbeförderung steigen.

Planer Zeiler freute sich sehr über die Möglichkeit einer solchen modernen Schulgestaltung mitten im Ort. Mit der Zusammenführung des denkmalgeschützten alten Schulgebäudes als Zentrale und Verwaltungsbau in der Mitte und den anderen Gebäuden rundherum soll ein moderner „Bildungscampus“ entstehen. Das alte Schulhaus soll über das alte Portal, den Mitteleingang, erschlossen werden. Zum breiten Spektrum sollen auch zahlreiche Sportangebote gehören.
Das Angebot soll von der Grund- und der Mittelschule über die Musikschule bis zu Mittagsbetreuung und zwei Konzepten der Ganztagsschule reichen. Damit sollen die gestiegenen rechtlichen Ansprüche erfüllt werden, gleichzeitig hofft man den Lebenssituationen von Familien gerecht werden zu können. Die Mittelschule soll damit aufgewertet werden.
Zahlreiche Neuerungen spielen dabei eine Rolle. So soll es keine Tafeln im herkömmlichen Sinn mehr geben – man spricht von „digitalen Klassenzimmern“. Für viel Interesse sorgten bei den Führungen die Mensa und die großen Veranstaltungsräume, die es künftig in der Schule geben soll. Da machten sich am Rande des Richtfests manche, die dabei waren, schon Gedanken über Nutzungsmöglichkeiten über den Schulbetrieb hinaus. Die Überlegungen reichen von Kunstausstellungen bis zu Konzerten. Viel Interesse gab es auch für einen Eisspeicher, der im früheren Hallenbad neben der Schule eingebaut wird und als besonders innovative Klimalösung gilt.
Bürgermeister Horn äußerte tiefen Respekt vor der Leistung der Bauarbeiter und Handwerker. Es sei eine Ehre, dass die Tradition der „Hebauf“ mit dieser Feier neu belebt worden sei. Der Rathauschef gab sich sicher, dass es künftig in dieser Schule „beste Lernbedingungen“ geben werde.
"Von dieser Schule, hoch und schön kann man den Starnberger See ersehn"
Der Richtspruch - zum Vergrößern bitte anklicken
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Kommentare
Wäre klasse gewesen wenn auch während der Bauarbeiten die Kinderfreundlichkeit im Vordergrund gestanden hätte.
Vielleicht hat mein dritter Sohn dann die Möglichkeit auf eine Grundschulzeit mit kindergerechtem Pausenhof.