Von Evangelische Akademie / vorOrt.news

Demokratische Prinzipien - in Tutzing verteidigt

Neue Pressereferentin der Evangelischen Akademie: Menschen brauchen "Tieftauchgänge in die Substanz"

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Fakten und verschiedene Standpunkte erkennen: Dafür setzen sich Dorothea Grass und Akademiechef Udo Hahn ein © ma / eat archiv

„Als Journalistin weiß ich, dass sich die Räder der Informationsgesellschaft in einem atemberaubenden Tempo drehen.“ Das hat die neue Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Akademie Tutzing, Dorothea Grass, bei ihrer Einführung als Studienleiterin gesagt. Sie bezweifle aber, fügte sie hinzu, dass die Menschen durch dieses Tempo mehr von der Welt verstünden. Damit sie wieder mehr mit den Nachrichten anfangen könnten, die sie umgeben, brauchten sie mitunter „Tieftauchgänge in die Substanz“ - zum Beispiel an Orten wie der Evangelischen Akademie Tutzing. An Orten wie diesen nehme die evangelische Kirche ihre Verantwortung für die Gesellschaft wahr - mit der Verteidigung demokratischer und mitmenschlicher Prinzipien. Für Tagungsteilnehmer sieht sie klare Vorteile: Sie lassen sich nach ihrer Überzeugung nicht so leicht von anderen etwas vormachen, sie stimmen nicht kritiklos in blinde Hetze ein, sondern erkennen Fakten und verschiedene Standpunkte.

Dorothea Grass hatte bereits zum 1. Juni dieses Jahres die Nachfolge von Dr. Axel Schwanebeck angetreten. Ihre feierliche Einführung fand dieser Tage in Tutzinger Schloss statt. Die 41-Jährige hat Europäische Medienkultur an der Bauhaus-Universität Weimar und an der Université Lumière Lyon 2 studiert. 2003 schloss sie als Diplom-Kulturwissenschaftlerin (Medien) sowie mit einer Maîtrise en Information et Communication ab. Von 2003 bis Ende 2006 war sie als Redakteurin beim Fernsehsender Arte G.E.I.E. in Straßburg tätig. Von 2007 an arbeitete sie als Freie Journalistin in München für Print, Online und Hörfunk. Von 2008 bis 2018 war sie Mitarbeiterin der Süddeutschen Zeitung (Online). Hinzu kamen von 2012 an Tätigkeiten als Dozentin und Seminarleiterin an der Akademie der Bayerischen Presse sowie als Moderatorin von Veranstaltungen.

Hahn: "Das Ende der Furcht ist der Anfang der Freiheit"

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Viele weiterführende Ideen: (v. li.) Brigitte Grande, Dorothea Grass und Christine Scheel © ma / eat archiv

In seiner Predigt im festlichen Einführungsgottesdienst erinnerte Akademiedirektor Udo Hahn an den evangelischen Theologen und Medienpionier Robert Geisendörfer (1910-1976), der die evangelische Publizistik in der Nachkriegszeit maßgeblich beeinflusst hat. „Etwas öffentlich machen, Fürsprache üben, Barmherzigkeit vermitteln und Stimme leihen für die Sprachlosen“ - dieses Leitbild Geisendörfers sei auch für die Akademiearbeit bestimmend. Ihr Ziel sei es, Menschen die Furcht zu nehmen. „Das ist deshalb so wichtig“, sagte Hahn, „weil das Ende der Furcht der Anfang der Freiheit ist - und um diese Freiheit müssen wir gemeinsam kämpfen.“

Christine Scheel (Hösbach bei Aschaffenburg), die Vorsitzende des Kuratoriums der Evangelischen Akademie Tutzing, freute sich in ihrem Grußwort über die Berufung von Dorothea Grass. „Ich bin überzeugt, dass Sie mit ihrer journalistischen Kompetenz etwas von dem Geist an diesem Ort vermitteln können, der so viele weiterführende Ideen entstehen lässt.“

Brigitte Grande, Vorsitzende des Gesamtfreundeskreises der Akademie und Tutzinger Kulturreferentin, freute sich darüber, dass das Know-how von Dorothea Grass auch dem Freundeskreis zugutekomme. Denn dessen Aufgabe es sei, „die Akademie in die Welt zu tragen“.

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Quelle Titelbild: ma / eat archiv
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