Was für eine Nachricht: Das Seehof-Grundstück wird im nächsten Jahr zum Veranstaltungszentrum bei der Tutzinger Fischerhochzeit, wie dieser Tage im Tutzinger Gemeinderat bekanntgegeben wurde. So ganz nebenbei bedeutet das gleich zweierlei: Dieses Grundstück wird bis dahin nicht bebaut und auch nicht mehr als Lagerplatz benötigt werden. Die Sanierung der Hauptstraße und auch ihrer Nebenstraßen müsste bis dahin also tatsächlich beendet sein.
Irgendwie wirkt das so, als habe man sich in Tutzing mit dem Zustand dieses Grundstücks abgefunden. In den Jahren nach der Schließung des früheren Seehof-Hotels Ende der 1980er Jahre lieferte der Seehof noch Diskussionsstoff. Da wurde über allerlei denkbare Nutzungen gestritten: Ein neues Hotel? Ein attraktives Ortszentrum? Wohnungen? Viele Einheimische und auch viele Auswärtige, die dort vorbeigingen, konnten es kaum fassen, dass man eine so bevorzugt in Seenähe gelegene Fläche einfach brachliegen lässt.
Inzwischen sind Teile des Grundstücks ungepflegt und verwildert, soweit sie nicht für Baumaschinen gebraucht werden. Die Gemeinde hat zwar mit einem Bebauungsplan ein wahres Kunststück vollbracht: Sowohl für ein Hotel als auch für eine großzügige Promenade ist da - jedenfalls auf dem Papier - auf einer begrenzten Fläche Platz. Öffnung der Ortsmitte zum See Aber das ist vier Jahre her, und bauen will nach diesen Vorgaben offenkundig bisher niemand. Das belegt die seit Fertigstellung des Bebauungsplans vergangene Zeit, und die neue Nachricht von der Nutzung des Seehof-Grundstücks für die Fischerhochzeit unterstreicht es nochmals.
Die Passanten, die dort vorbeigehen, schütteln nicht mal mehr den Kopf. Sie haben sich an den Anblick gewöhnt, ähnlich wie an den des vor sich hin modernden Andechser Hofs.
Hat ja auch Vorteile. Mitten im Ortszentrum steht damit immerhin ein recht großes Grundstück für alle möglichen anderen Zwecke zur Verfügung. Vom Lagerplatz für die Straßensanierung zum Veranstaltungszentrum bei der Fischerhochzeit: Was für eine Immobilienkarriere.
Bisher scheint das alles sogar den Leuten recht zu sein, die dieses Areal vor Jahren für viele Millionen gekauft haben. Sie werden wohl darauf spekulieren, dass sie das Grundstück eines Tages für noch viel mehr Millionen weiterverkaufen können. Aber das kann dauern, denn dass eine wirtschaftlich tragfähige Nutzung in Tutzing nicht so einfach zu realisieren ist, dürfte sich unter potenziellen Investoren herumgesprochen haben. Also ist bestimmt noch eine Weile Zeit für lokale Nutzungen. Die übernächste Fischerhochzeit kommt bestimmt.
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Comments
"Wenn Sie das Unmögliche ausgeschlossen haben, muss das, was übrig bleibt, wie unwahrscheinlich es auch sein mag, die Wahrheit sein."
-> Nicht konsensfähige Pläne diverser Investoren? ... Ausgeschlossen.
-> Zu hohe Erwartungen aus der Bürgerschaft & der lokalen Politik? ... Ausgeschlossen.
-> Menschliche Fehler, Eitelkeiten, Gier & Hybris? ... Ausgeschlossen.
So bleibt nur 1 logische Schlussfolgerung:
Auf der Baulücke des alten Seehofgrundstücks muss ein schwerer, teuflischer Fluch lasten!
Kennt denn niemand einen in derlei Angelegenheiten erfahrenen Exorzisten?
;-)