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Jedes offene Feuer in der Natur sollte unterbleiben

Waldbrandgefahr bei Hitze und Trockenheit - Ehrenamtliche „Luftbeobachter“ häufig im Einsatz

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Pilot Jochen Thorn (r.) und Fachbereichsleiter Thomas Laven (l.) als Flugbeobachter vor dem Start eines Beobachtungsflugs © Landratsamt Starnberg

Sie sind auch über Tutzing unterwegs: „Luftbeobachter“ des Landratsamts Starnberg überprüfen gerade bei hitzigen Temperaturen und zunehmender Trockenheit die Risiken - eine vorbeugende Maßnahme der Waldbrandbekämpfung.

„Auch wenn es aktuell gerade nicht erforderlich ist, hat das Landratsamt die Luftbeobachter in diesem Sommer bereits zwölfmal in die Luft geschickt“, teilt die Kreisbehörde mit. Thomas Laven, Fachbereichsleiter beim Landratsamt, hat auf der Rücksitzbank der „Dimond Star“ Platz genommen, um mitzufliegen und darüber zu berichten. Was dabei herausgekommen ist, steht hier: https://www.lk-starnberg.de/index.php?NavID=2235.3745.1

Von Waldbränden ist Tutzing bisher weitgehend verschont worden – manchmal wohl auch dank der Aufmerksamkeit von Menschen, die Gefahren erkannt und sofort gemeldet haben. Im Mai 2019 beispielsweise hat eine Tutzingerin bei einem Spaziergang im Waldgebiet nordwestlich von Garatshausen ein kleines Lager entdeckt und zwischen den Bäumen ein Glutnest bemerkt. Um sicher zu gehen, verständigte sie die Feuerwehr, die schnell an Ort und Stelle war. Die Feuerwehrleute wässerten den gesamten Bereich, um ein Aufflammen zu verhindern. Die Starnberger Polizeiinspektion vermutete, dass das Lager von Jugendlichen als Treffpunkt genutzt wurde. Aufmerksame Tutzingerin verhindert Waldbrand

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Mit Hilfe einer Drohne konnte die Freiwillige Feuerwehr Tutzing ein Lagerfeuer schnell entdecken und eine Ausbreitung der Flammen verhindern © Freiwillige Feuerwehr Tutzing

Im August 2022 wurde eine Rauchentwicklung aus einem Waldstück im Nordwesten von Tutzing beobachtet. Die alarmierte Feuerwehr und die dazu gerufene Polizeistreife stellten im dortigen Waldstück drei Männer fest, die in unmittelbarer Nähe des Waldes ein Lagerfeuer entzündet hatten. Das Feuer wurde daraufhin umgehend gelöscht. Lagerfeuer trotz Brandgefahr

Sehr gute Dienste leistet in solchen Fällen eine von der Gemeinde Tutzing für die Freiwillige Feuerwehr angeschaffte Drohne, mit deren Hilfe die betreffenden Stellen schnell entdeckt werden können.
Ob Tag, ob Nacht: Die Helfer sind zur Stelle

Die Polizei und die Feuerwehr weisen immer wieder darauf hin, dass insbesondere bei extremer Trockenheit jedes offene Feuer in der Natur unterbleiben sollte.

Die Piloten der Luftbeobachtung sind ehrenamtlich unterwegs. Beheimatet ist die Luftbeobachtung am Flughafen Oberpfaffenhofen. „Ich danke den Piloten und Beobachtern der Luftrettungsstaffel am Flughafen Oberpfaffenhofen für ihren Einsatz und das Engagement“, sagt Landrat Stefan Frey: „Es gibt uns ein gutes Gefühl, wenn Ihr von Oben ein Auge auf unseren Landkreis habt.“

Geflogen wird die sogenannte Flugroute C, die Teile der Landkreise Fürstenfeldbruck, Starnberg, Landsberg sowie Weilheim-Schongau abdeckt.

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht einen Waldbrand-Gefahrenindex. Dort wird das meteorologische Potenzial für die Gefährdung durch Waldbrand beschrieben. Der Index zeigt die Waldbrandgefahr in 5 Gefahrenstufen an: 1= sehr geringe Gefahr bis 5 = sehr hohe Gefahr. https://www.wettergefahren.de/warnungen/indizes/waldbrand.html

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Waldbrand-Gefahrenindex für ausgewählte Stationen in Südbayern. Gestern (linke Spalte) wurde in der hiesigen Region eine mittlere bis hohe Gefahr angezeigt, für die nächsten Tage wird eine geringe Gefahr vorausgesagt (Samstag 2. Spalte, Sonntag 3. Spalte, Montag 4. Spalte, Dienstag 5. Spalte) © https://www.wettergefahren.de/warnungen/indizes/waldbrand.html
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Und bei alledem sollten wir uns bewusst machen, dass die zunehmende Hitze und Trockenheit keine Laune des Wetters sind, sondern klare Folgen der Klimakrise – mit immer heißeren, trockeneren Sommern und intensiveren Starkregenereignissen als neuer Normalität. Fachleute formulieren es so: Der Sommer, den wir gerade erleben, gehört zu den kühlsten unseres restlichen Lebens.

Wir werden mit dem Aufspüren und Löschen der Feuer in Zukunft nicht hinterherkommen, wenn wir nicht an die Ursache gehen. Also an die konsequente Verringerung der Treibhausgas‑Emissionen, lokal wie global. Nur wenn unsere Emissionen sinken und Wälder widerstandsfähiger werden, können die Brandgefahr und die Gefährdung durch Hochwasser langfristig wieder sinken.