
Zum 31. Dezember 2024 hatte die Freiwillige Feuerwehr Tutzing 96 Feuerwehrdienstleistende über 18 Jahre. Ein Jahr zuvor waren es 101 Dienstleistende gewesen. Dem leichten Abwärtstrend müsse aktiv entgegengewirkt werden, sagte Kommandant Christoph Knobloch kürzlich bei der Jahreshauptversammlung. In diesem Jahr gelte es, verstärkt neue Mitglieder sowohl bei den Aktiven als auch in der Jugend zu gewinnen.
Besonders tagsüber ist die Einsatzbeteiligung laut Knobloch gering. „Hier könnte die Gemeinde unterstützen, indem sie gezielt ihre Mitarbeiter für den Feuerwehrdienst wirbt“, sagte er. Nach der Altersstatistik werden in den nächsten fünf Jahren acht weitere Feuerwehrler mit 65 Jahren in den „Ruhestand“ gehen. Abzuwarten bleibt die in diesem Jahr erwartete Entscheidung über eine Anhebung der Altersgrenze von 65 Jahren auf 67 Jahren.
„Bei den Löschgruppen gilt es besonders die Entwicklung zu beachten“, sagte Knobloch, „denn ohne Ausgleich kommen diese in einen kritischen Bereich.“ Bei der Löschgruppe Diemendorf sind es derzeit unverändert 13 Dienstleistende, bei der Löschgruppe Monatshausen sind es ebenfalls 13 (Vorjahr 14) Dienstleistende.
Der Verein Freiwillige Feuerwehr Tutzing e.V. hat 253 Mitglieder, zwei weniger als vor einem Jahr. Deutlicher wird de Rückgang bei den aktiven Vereinsmitgliedern, deren Zahl von 114 auf 108 gesunken ist. Unter ihnen sind 85 (88) erwachsene Mitglieder und 22 (25) Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Leicht zugenommen haben die Zahlen bei den passiven Vereinsmitgliedern (von 34 auf 35) und bei den fördernden Vereinsmitgliedern (von 107 auf 110).

Anschaffung neuer Fahrzeuge für die Feuerwehr ist oft langwierig

Der Feuerwehrbedarfsplan sieht für die kommenden Jahre die Ersatzbeschaffung einiger Fahrzeuge vor, doch es klappt nicht alles so wie in diesen Vorgaben vorgesehen. So wurde die für 2023 vorgesehene Ausschreibung eines neuen „Einsatzleitwagens“ nicht realisiert. „Auch 2024 wurde durch die Gemeinde nicht einmal der Start der Planungen zur Durchführung eines Vergabeverfahrens vorangetrieben“, sagte Knobloch. Er habe das Lastenheft Mitte des Jahres an die Verwaltung übergeben, im Haushaltsantrag 2025 sei erneut auf die Notwendigkeit hingewiesen worden.
Die Anschaffung neuer Fahrzeuge für die Feuerwehr ist oft eine langwierige Angelegenheit. Die Ersatzbeschaffung eines Mehrzweckfahrzeug mit Sonderbeladung Messtechnik dauert inzwischen beispielsweise acht Jahre. Auch die Ersatzbeschaffung des „LF 16-TS“ ist eine „lange Geschichte“, wie Knobloch sagte. Die Kreisbrandinspektion versuche die Historie des Fahrzeuges sowie den Kenntnisstand des Bundes in Erfahrung zu bringen und aufzuarbeiten: „Wir können weiterhin nur hoffen, dass irgendwann ein neues LF-KatS vor der Tür steht.“ Ein Ölsperren-Anhänger soll noch im ersten Quartal 2025 in Dienst gestellt werden. Zu seiner Unterbringung in einer Halle gab es Gespräche zwischen dem Landratsamt und der Gemeinde, die dies finanzieren muss. Hoffnungen auf eine andere Lösung sind noch nicht ganz vom Tisch, auch die Art der „Halle“ ist noch nicht final geklärt. „Aus einsatztaktischer Sicht, und auch als Ergänzung zum Mehrzweckboot, eignet sich der Standort in Tutzing“, sagte Knobloch, zumal zwei Drittel des Starnberger Sees der Feuerwehr Tutzing als Einsatzgebiet zugewiesen wurden.
Gemeinsam mit den Feuerwehren Berg und Gauting wird eine Drehleiter „DLK 23/12“ ersatzbeschafft. Wegen der Größe muss das Feuerwehrhaus ertüchtigt werden. Die Auslieferung der Drehleiter wird im ersten Quartal 2026 erwartet. Ein klassischer Drehleitereinsatz ist die Unterstützung des Rettungsdienstes zur Personenbeförderung mittels Krankentragen-Halterung. Wie Knobloch sagte, muss wegen technischer Neuerungen des Rettungsdienstes im Hinblick auf nicht abnehmbaren Krankentragen immer öfter auf die Standard DIN-Tragen zurückgegriffen werden. Bei der neuen Drehleiter wird die Nutzung einer Schleifkorbtrage möglich sein. So eine Trage ermöglicht Rettungen in unwegsamem Gelände und in schwer zugänglichen Gebäuden. Die Personen könne in die Trage gelegt und dort festgeschnallt werden.
Vielseitige Angebote für Erwachsene und Jugend

Die Feuerwehr ist ausgesprochen vielseitig. Auf der Agenda der „Dienstagsübung“ stehen 136 Ausbildungsthemen. Für die Jugendleiterausbildung sind 43 Termine erfasst worden, berichtete Jugendwartin Anna-Maria Stöckerl. Als besonderes Highlight im Ausbildungsjahr 2024 bezeichnete Knobloch einen Einsatzübungstag im Oktober. Dabei wurden vier anspruchsvolle Szenarien erprobt: ein Gefahrstoffunfall, ein Verkehrsunfall und zwei Brandlagen. Die Übung habe allen Teilnehmern die Möglichkeit geboten, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten unter realistischen Bedingungen zu testen und zu vertiefen, berichtete der Kommandant. Im Fokus habe dabei stets die Rettung und Versorgung von Personen gestanden. „Solche praxisnahen Übungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Vorbereitung auf den Ernstfall“, so Knobloch: „Sie fördern nicht nur die Einsatzkompetenz, sondern auch die Zusammenarbeit im Team und die sichere Handhabung unserer Ausrüstung und Technik.“
Besonders dankte Knobloch auch Tutzinger Immobilieneigentümern und Geschäftsbetreibern, deren Räume die Feuerwehre für solche Zwecke nutzen kann. Ermöglicht haben dies der Pächter des Ladens „Trafik“ auf dem Einkaufsgelände an der Lindemannstraße und die Familie Georg Schuster, die den ehemaligen „Andechser Hof“ für Übungen zur Verfügung gestellt hat. Ein professioneller Fotograf hat bei dieser Gelegenheit „viele schlagkräftige Bilder“ gemacht, sagte Knobloch, mit denen demnächst neue Mitglieder für den Aktiven- und den Jugendbereich geworben werden sollen. Der Einsatzübungstag soll künftig in einem Rhythmus von zwei bis drei Jahren angeboten werden.

Ein noch viel umfassenderes Bild ergibt sich, wenn man die vielen Aktivitäten des Feuerwehrvereins mit einbezieht. Dessen Vorsitzender Sebastian Steinmüller berichtete über 56 Vereinsveranstaltungen. Bei der Jugend spannte sich der Bogen von Auflügen und Freizeitwochenenden über Schifffahrten bis zu Spieleabenden. Hinzu kamen die diversen Arbeiten am Maibaum in Zusammenarbeit mit der Tutzinger Gilde, vom Schneiden über das Entrinden und Streichen bis zu den Nachtwachen und dem Aufstellen am 1. Mai.
Mit dabei war die Tutzinger Feuerwehr auch bei zahlreichen Jubiläen umliegender Feuerwehren und Vereine. Beim alljährlichen Ramadama war die Feuerwehr dabei und half, Müll im Ortsgebiet zu sammeln. Nach vielen Jahren der - unter anderem durch Corona bedingten - Abstinenz gab es wieder einen Vereinsausflug und als Jahresabschluss das traditionelle Wintersonnwendfeuer.

Kontakt
Freiwillige Feuerwehr Tutzing
Oskar-Schüler-Straße 2-2a, 82327 Tutzing
Telefon: 08158 99660 (nicht ständig besetzt)
E-Mail: info@fftutzing.de
In Notfällen: Tel. 112
Weitere Berichte von der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Tutzing:
Klausurtagung soll Klärung bringen
Keller-Überflutungen wären oft vermeidbar
Kommentar hinzufügen
Kommentare