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Söder packt in Tutzing gleich selbst mit an

Bayerns Ministerpräsident bei der Wasserwacht - Auch Probleme des Standorts kommen zur SpracheMit Informationen von Robert Lettenbauer, 1. Vorsitzender der Wasserwacht Tutzing

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Nichts verlernt: Markus Söder beeindruckte die Tutzinger Wasserwachtler, als er spontan an einer Übungsfahrt teilnahm

Markus Söder fackelte nicht lange. Bayerns Ministerpräsident war früher Rettungsschwimmer - und als er am vergangenen Samstag die Tutzinger Wasserwacht besuchte, schien er sich ganz in seinem Element zu fühlen. Als eine Übungsvorführung anstand, fuhr er kurzerhand mit und legte selbst Hand bei der Rettung an.

Der bayerische Ministerpräsident war bei der Tutzinger Wasserwacht zu Gast, um den Katastrophenschutz und die Wasserrettung besser kennen zu lernen. Es war ein Termin, der alle Wasserwachten und somit die größte Wasserrettungsorganisation in Bayern repräsentiert. Die bayerische Wasserwacht besteht aus 600 Wasserrettungsstationen. Die Wahl für die Besichtigung fiel auf den Landkreis Starnberg und den Starnberger See – und dann war auch schnell klar, dass Tutzing als Veranstaltungsort bestens geeignet war.

Wochenlange Vorbereitungen

Quasi im Verborgenen liefen schon Wochen vor dem hohen Besuch die Planungen und Vorbereitungen, um Helfer, Material und Fahrzeuge für diesen Tag zu koordinieren, ohne die Einsatzbereitschaft zu schwächen. Schließlich warfen an diesem Tag bei sommerlichem Wetter viele Erholungsuchende unterwegs - da kann auch immer die Wasserwacht gefordert sein, ob gerade ein Ministerpräsident zu Besuch ist oder nicht.

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Voller Einsatz: Schon oft haben die Mitglieder der Tutzinger Wasserwacht wertvolle Hilfe geleistet

Ein realistisches Bild der Wasserrettung - und der beengten Situation in Tutzing

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Söder in intensiven Gesprächen mit Wasserwachtlern

Mitglieder der Wasserwachten aus Feldafing, Starnberg, Landau und Tutzing sowie die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Seefeld präsentierten ein sehr wirklichkeitsnahes Bild der Wasserrettung in Bayern. Für den Wasserrettungsstandort in Tutzing war es wichtig, dass bei dieser Gelegenheit auch die Leitung der Wasserwacht Bayern auf die Situation dieses Standorts aufmerksam gemacht wurde.

Es sollte keine Show mit reinem Sonnenschein sein - auch Probleme sollten aufgezeigt werden. So zum Beispiel die Raumnot der Tutzinger Wasserwacht – von fehlenden Räumen für die Ausbildung und für die Jugend bis zur Unterbringung der SEG mit ihrem Fahrzeuggespann in einem Zelt.

Die Planungen für neue Gebäude laufen zwar, aber Teile der Finanzierung sind noch offen, und nicht ganz einfache bürokratische Hürden müssen überwunden werden. Als Söder durch die in die Jahre gekommene Wasserrettungsstation geführt wurde, war ihm anzusehen, wie die beengte Situation auf ihn wirkte.

Für die Tutzinger Ortsgruppenleitung der Wasserwacht war der Besuch des Ministerpräsidenten ein Erfolg. Alle waren zufrieden, dass ein realistisches Bild von der Wasserrettung vermittelt wurde, ohne viel Schnörkel, mit klaren Hinweisen auf Probleme, aber ebenso auf hoch professionelle und motivierte ehrenamtliche Mitglieder. Söder lobte die gute Arbeit, das Engagement und auch die kurzweilige Zeit in Tutzing, die ihm auch an seine Zeit als Rettungsschwimmer erinnerte. Lob für stets verlässliche Arbeit der Aktiven in Tutzing gab es auch von der Leitung der Wasserwacht Bayern.

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Der Besuch des Ministerpräsidenten tut gut: Die Mitglieder der Tutzinger Wasserwacht waren sehr zufrieden
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Mit ihrem neuen Steg kann sich die Tutzinger Wasserwachtstation beim Südbad sehen lassen. Aber der Blick von oben lässt nicht erkennen, wie beengt die Raumverhältnisse sind. © Fotos: Wasserwacht Tutzing
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Um tatsächlich zupackende Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, hätte Söder Besseres tun können, als diese hemdsärmelige Show zu inszenieren. Mit Blick auf den niedrigen Wasserstand des Sees, hätte er sich zum Beispiel Gedanken über die frühe Hitze in Deutschland und der Welt machen können. Ebenso wie über das unvorstellbare Phänomen der Tornados in NRW. Ganz zu schweigen von der viel zu hohen Temperaturen auf der spanischen Halbinsel und in Griechenland. Und nicht zuletzt über die Gluthitze nahe der 50 Gradmarke in Indien und Pakistan. Wenn die Luft dort noch ein wenig mehr Wasserdampf enthielte und die sogenannte Feuchttemperatur erreicht würde, wäre das tödlich und die Menschen müssten unweigerlich fliehen. Jetzt ist im wohlhabenden und vergleichsweise kühlen Norden also der Zeitpunkt gekommen, als Landesfürst über den lokalpolitischen Horizont und die Frage der Wiederwahl hinaus zu denken. Bevor in gewohnter Verlässlichkeit auch das aktuelle Jahr wieder von der Weltwetterorganisation als das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen ausgerufen wird.

Und das dürfte dann sogar unsere Wasserwacht betreffen. Denn die Wahrscheinlichkeit ist nicht ganz klein, dass innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre an manchen der Gewässer im Werdenfelser Land die Gleise der Bootsrutschen in den See hinein verlängert werden müssen.

Und davon nicht genug. Die Wählerklientel der CSU (die anderen tun das ohnehin schon eine Weile) wird sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass wir in Tutzing viele, nein, sehr viele Neubürger werden unterbringen müssen, die bei weiter steigenden Temperaturen aus den hitzebedingt unbewohnbaren Regionen des Südens in unvorstellbarer Zahl in den Norden drängen dürften. – Außer wir bekommen doch irgendwann mal einen Ministerpräsidenten, der das Anpacken der Probleme nicht nur gekonnt spielt, sondern dazu auch wahrhaftig in der Lage ist.