Markus Söder fackelte nicht lange. Bayerns Ministerpräsident war früher Rettungsschwimmer - und als er am vergangenen Samstag die Tutzinger Wasserwacht besuchte, schien er sich ganz in seinem Element zu fühlen. Als eine Übungsvorführung anstand, fuhr er kurzerhand mit und legte selbst Hand bei der Rettung an.
Der bayerische Ministerpräsident war bei der Tutzinger Wasserwacht zu Gast, um den Katastrophenschutz und die Wasserrettung besser kennen zu lernen. Es war ein Termin, der alle Wasserwachten und somit die größte Wasserrettungsorganisation in Bayern repräsentiert. Die bayerische Wasserwacht besteht aus 600 Wasserrettungsstationen. Die Wahl für die Besichtigung fiel auf den Landkreis Starnberg und den Starnberger See – und dann war auch schnell klar, dass Tutzing als Veranstaltungsort bestens geeignet war.
Wochenlange Vorbereitungen
Quasi im Verborgenen liefen schon Wochen vor dem hohen Besuch die Planungen und Vorbereitungen, um Helfer, Material und Fahrzeuge für diesen Tag zu koordinieren, ohne die Einsatzbereitschaft zu schwächen. Schließlich warfen an diesem Tag bei sommerlichem Wetter viele Erholungsuchende unterwegs - da kann auch immer die Wasserwacht gefordert sein, ob gerade ein Ministerpräsident zu Besuch ist oder nicht.
Ein realistisches Bild der Wasserrettung - und der beengten Situation in Tutzing
Mitglieder der Wasserwachten aus Feldafing, Starnberg, Landau und Tutzing sowie die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Seefeld präsentierten ein sehr wirklichkeitsnahes Bild der Wasserrettung in Bayern. Für den Wasserrettungsstandort in Tutzing war es wichtig, dass bei dieser Gelegenheit auch die Leitung der Wasserwacht Bayern auf die Situation dieses Standorts aufmerksam gemacht wurde.
Es sollte keine Show mit reinem Sonnenschein sein - auch Probleme sollten aufgezeigt werden. So zum Beispiel die Raumnot der Tutzinger Wasserwacht – von fehlenden Räumen für die Ausbildung und für die Jugend bis zur Unterbringung der SEG mit ihrem Fahrzeuggespann in einem Zelt.
Die Planungen für neue Gebäude laufen zwar, aber Teile der Finanzierung sind noch offen, und nicht ganz einfache bürokratische Hürden müssen überwunden werden. Als Söder durch die in die Jahre gekommene Wasserrettungsstation geführt wurde, war ihm anzusehen, wie die beengte Situation auf ihn wirkte.
Für die Tutzinger Ortsgruppenleitung der Wasserwacht war der Besuch des Ministerpräsidenten ein Erfolg. Alle waren zufrieden, dass ein realistisches Bild von der Wasserrettung vermittelt wurde, ohne viel Schnörkel, mit klaren Hinweisen auf Probleme, aber ebenso auf hoch professionelle und motivierte ehrenamtliche Mitglieder. Söder lobte die gute Arbeit, das Engagement und auch die kurzweilige Zeit in Tutzing, die ihm auch an seine Zeit als Rettungsschwimmer erinnerte. Lob für stets verlässliche Arbeit der Aktiven in Tutzing gab es auch von der Leitung der Wasserwacht Bayern.



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Und das dürfte dann sogar unsere Wasserwacht betreffen. Denn die Wahrscheinlichkeit ist nicht ganz klein, dass innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre an manchen der Gewässer im Werdenfelser Land die Gleise der Bootsrutschen in den See hinein verlängert werden müssen.
Und davon nicht genug. Die Wählerklientel der CSU (die anderen tun das ohnehin schon eine Weile) wird sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass wir in Tutzing viele, nein, sehr viele Neubürger werden unterbringen müssen, die bei weiter steigenden Temperaturen aus den hitzebedingt unbewohnbaren Regionen des Südens in unvorstellbarer Zahl in den Norden drängen dürften. – Außer wir bekommen doch irgendwann mal einen Ministerpräsidenten, der das Anpacken der Probleme nicht nur gekonnt spielt, sondern dazu auch wahrhaftig in der Lage ist.