Bei einer Versammlung der Traubinger Feuerwehr pulsiert das Dorfleben. Als sich die Mitglieder und ihre Gäste am Freitagabend endlich wieder ganz normal, nicht virtuell, treffen konnten, war das ein vierstündiges Gemeinschaftserlebnis pur bei Schnitzel, das die Gemeinde Tutzing spendiert hatte, und Bier, das das Starnberger Brauhaus beigesteuert hatte. Das alles „open air“: Die Veranstaltung fand im Freien auf dem Platz vor dem Feuerhaus statt, das in den vergangenen sechs Jahren mit Mitteln der Gemeinde und kräftiger Eigenleistung vieler Feuerwehr-Mitglieder so saniert worden ist, dass es nun ein wahres Schmuckstück ist.
Der auf der Versammlung wiedergewählte Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Peter Scheifele, lobte ausdrücklich eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Tutzing. Bürgermeisterin Marlene Greinwald zeigte sich in einer emotionsvollen Rede tief beeindruckt von den Leistungen der Feuerwehrleute. Hilfe im Notfall erwarteten alle, dächten dabei aber kaum an die damit verbundenen Belastungen der ehrenamtlichen. Einsatzkräfte.
Der mitgliederstärkste Feuerwehrverein im Landkreis Starnberg
Vom Miteinander der Menschen in Traubing, das bei der Feuerwehr besonders deutlich wird, zeigte sich am Freitag auch Michael Polednik, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Starnberg, beeindruckt. 241 Mitglieder hat die Traubinger Feuerwehr. Sie ist damit der mitgliederstärkste Feuerwehrverein im Landkreis Starnberg. Mit dabei waren in Traubing auch der neue Tutzinger Feuerwehrkommandant Christoph Knobloch und sein Vorgänger, Kreisbrandmeister Markus Kuisl, dem Scheifele für seine langjährige Verbundenheit eine Dankurkunde überreichte.
Der Traubinger Feuerwehrkommandant Dr. Franz Matheis ist seit 30 Jahren in dieser Funktion, er wurde am Freitag für weitere sechs Jahre wiedergewählt. Auch sein langjähriger Stellvertreter Andreas Ott wurde in seinem Amt bestätigt. Viel Zustimmung gab es auch bei der Wahl des Vorstands. Neben Scheifele gewählt wurden Manfred Eisele (stellvertretender Vorsitzender), Christian Wolfert (Schriftführer), Simon Scheifele (Kassier), Helmut Popp und Gabriele Lemke (Kassenprüfer).
Unter 23 Einsätzen im Jahr 2020 waren Brände,, Verkehrsunfälle, Ölspuren, Probleme mit Wasser, mit der Bahn und mit Bäumen, aber auch Fehlalarme. Im Jahr zuvor hatte es für die Traubinger Feuerwehr 51 Einsätze gegeben. Zu den wichtigen Ereignissen der vergangenen beiden Jahre gehörte aber auch die Anschaffung des 340 000 Euro teuren neuen „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs“ HLF 10, das das 28 Jahre alte Vorgängerfahrzeug "LF 8/6" ersetzt hat. „HLF 10“ begeistert die Traubinger
Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften
Vieles, was das Gemeinschaftsleben ausmacht, ist auch in Traubing der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Christian Wolfert erinnerte an attraktive Veranstaltungen und Vereinsausflüge, beispielsweise zum Großglockner und nach Kärnten, im Jahr 2019. Aber nicht nur Corona hat Striche durch manche Traubinger Rechnungen gemacht. Ein gewaltiges Problem für das ganze Dorf ist seit Jahren die Mitte 2017 eingestürzte Friedhofsmauer. Aber ihre seit Jahresanfang andauernde Sanierung soll nach jüngsten Mitteilungen von Pfarrer Leander Mikschl im August diese Jahres fertig werden. „Möglicherweise können wir nächstes Jahr doch eine Maibaumfeier machen“, meinte Wolfert zuversichtlich. Oder auch nicht – die Traubinger sind mittlerweise Vieles gewöhnt. Der Vorsitzende Scheifele rief schon mal schelmisch dazwischen: „Wenn nicht, feiern wir fünf Jahre Mauerfall.“
Die Säulen der Feuerwehr sind ihre langjährigen treuen und aktiven Mitglieder. Ihre Ehrungen gehören bei den Versammlungen zu den Höhepunkten. Auszeichnungen erhielten diesmal Dr. Franz Matheis und Helmut Popp für 40jährige Mitgliedschaft, Alexander Bartsch und Andreas Wolfert (30 Jahre), Ilja Stempfle, Maximilian Lindner (20 Jahre), Simon Scheifele (15 Jahre), Stefan Lechner und Tobias Poschinger (beide 10 Jahre). Auch mehrere Beförderungen gab der Vorsitzende Peter Scheifele bekannt: David Solti wurde zum Feuerwehrman, Antonia Wild zur Feuerwehrfrau ernannt. Simon Scheifele wurde zum Löschmeister befördert. Bei einem Wissenstest der Jugend haben David Solti, Jarno Striegel, Florian Wagner, Antonia Wild und Johanna Wild gut abgeschnitten, wie Jugendwart Martin Wild mitteilte.
Matheis, der auch Kreisjugendfeuerwehrwart und dritter Bürgermeister von Tutzing ist, erhielt für sein 30jähriges Jubiläum als Kommandant noch weitere Auszeichnungen: eine Urkunde der Gemeinde Tutzing durch Bürgermeisterin Marlene Greinwald und die Goldene Ehrenurkunde des Kreisfeuerwehrverbands, überreicht von dessen Vorsitzendem Michael Polednik.
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