An einem „Sonderförderprogramm Sirenen“ des Freistaates Bayern beteiligt sich die Gemeinde Tutzing nicht. Sie will aber Angebote für bessere akustische Warnmöglichkeiten mit Lautsprecheranlagen einholen, wie der Haupt-, Finanz- und Werksausschuss des Gemeinderats beschlossen hat. Bayern hat das Programm aufgrund eines Beschlusses der Bundesregierung erlassen, die Warnung der Bevölkerung zu verbessern. Auch bei einer Bürgermeister-Dienstbesprechung des Landkreises Starnberg war dies kürzlich ein Thema. Der Wunsch der Runde war eine einheitliche Vorgehensweise der Kommunen.
Allgemein aufhorchen lassen hat die Flutkatastrophe im Ahrtal, die 134 Todesopfer gefordert hat. Daraufhin gab es viel Kritik wegen unzureichender Warnungen, die generell auf frühzeitige Informationen über drohende Naturkatastrophen ausgeweitet wurde. Eine Gefahrenlage wie im Ahrtal sahen die Ausschussmitglieder für Tutzing nicht, doch sie verwiesen auf alle möglichen anderen Risiken: Stromausfall, Hagel, Sturm, Hochwasser. Der Tutzinger Feuerwehrkommandant Christoph Knobloch erwähnt auch denkbare Verunreinigungen von Trinkwasser oder Ausbreitungen von Rauchwolken bei Bränden.
Mittlerweile gibt es alle möglichen Ansätze für Verbesserungen, zu denen auch das bayerische Sonderförderprogramm gehört. Künftig soll es deutlich mehr Sirenen geben als bisher. Über die Zahl der Sirenen in Bayern gibt es allerdings bisher keine genauen Daten. Auch bei der Bürgermeister-Dienstbesprechung des Landkreises Starnberg ist noch Vieles offen geblieben. So gab es keine Entscheidung darüber, ob ein Sirenennetz für den ganzen Landkreis eingeführt werden soll.
Lautsprecher sind vorhanden - Im Fall des Falles gehen Einsatzkräfte auch von Haus zu Haus
In Tutzing wie in anderen Gemeinden kommen die Gefahren-Warnungen nun auf den Prüfstand. Die Kommunen sollen zunächst selbst aktiv werden. Sie sollen die Gefährdungslage in ihrem Zuständigkeitsbereich analysieren und mögliche Warnmethoden erkunden.
Feuerwehrkommandant Knobloch hält Lautsprecher-Durchsagen für sinnvoll. Nahezu alle Polizei- und Feuerwehr-Fahrzeuge sind bereits mit Außenlautsprechern ausgestattet. Sie sind allerdings nicht immer gut zu verstehen, wie Dr. Franz Matheis, dritter Bürgermeister und Feuerwehrkommandant in Traubing, im Hauptausschuss bemerkte. Es kommt auch vor, dass Einsatzkräfte im Fall des Falles von Haus zu Haus gehen und an den Türen klopfen, um die Menschen zu warnen, sagt Knobloch.
Sirenen gibt es in Tutzing, Diemendorf, Monatshausen und Traubing. Für die Alarmierung der Einsatzkräfte sind sie nach Knoblochs Worten eigentlich meist nicht erforderlich, weil die Feuerwehrleute über digitalen Funk verfügen. Davon sind allerdings die Löschgruppen in Diemendorf und Monatshausen ausgenommen - dort werden Sirenen benötigt.
Mehr und mehr werden heutzutage auch Kurznachrichten etwa per SMS und Warn-Apps wie „Nine“ oder „Katwarn“ genutzt, die jedoch ihrerseits von Internet- oder Funkverbindungen abhängig sind - und die können ausfallen.
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