Kurz nach 7 Uhr ging bei der Polizei heute morgen ein beunruhigender Notruf ein: Ein Mann habe am Steg in der Schlossstraße zweimal in die Luft geschossen. Die Meldung hat einen Großeinsatz ausgelöst. Zahlreiche Streifenwagen fuhren zum „Biersteg“, um einen möglicherweise bewaffneten Menschen zu stellen.
Dort trafen die Beamten tatsächlich auf eine Person: einen 28-jährigen rumänischen Staatsangehörigen mit Wohnsitz in München – bewusstlos. Eine Waffe oder ein Schütze ließen sich trotz intensiver Absuche des Areals jedoch nicht finden – und von der geschilderten Schussabgabe fehlte jede Spur.
Der vermeintlich Bedrohte war der Anrufer selbst
Erst im Nachgang der Ermittlungen klärte sich der Widerspruch auf: Der Mann, der die Polizei alarmiert hatte, war identisch mit der Person, die anschließend bewusstlos am Steg aufgefunden wurde. Er hatte demnach selbst den Notruf mit den falschen Angaben zu den Schüssen abgesetzt.
Warum er dies tat, ist bislang nicht bekannt – die Polizei ermittelt nun wegen Notrufmissbrauchs. Ein solcher Missbrauch ist kein Kavaliersdelik.: Er bindet Einsatzkräfte, die im Ernstfall anderswo fehlen könnten, und ist nach Paragraf 145 des Strafgesetzbuchs strafbar.
Weitere Details zu den Hintergründen des Falls – etwa zum gesundheitlichen Zustand des Mannes oder zu seinem Motiv – lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.

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