Es geht los mit ersten konkreten Maßnahmen des „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts“, kurz ISEK. Der Tutzinger Gemeinderat hat sie für das Jahr 2026 beschlossen. Für Bürgermeister Ludwig Horn hat die Umsetzung von ISEK sogar schon begonnen. „Ein Kind von ISEK wird gerade gebaut“, sagte er unter Hinweis auf die Pflasterung vor dem Vetterlhaus.
Der in der Gemeinderatssitzung gefasste Beschluss sieht für das Jahr 2026 folgende Maßnahmen vor:
Geplante ISEK-Maßnahmen 2026
Rahmenplan „Brahmspromenade“
Konzept Vegetationsmanagement „Brahmspromenade“
Machbarkeitsstudie „Thomahaus“ / Parkraumkonzept
Spiel- und Erholungspark östlich der Grundschule
Rahmenplan Freizeitgelände Süd (+ Konzepte)
Sanierung und energetische Modernisierung der Würmseehalle
Öffentliche Beteiligungsformate
Das Konzept wurde in einer Klausurtagung des Gemeinderats beraten
Den Maßnahmenkatalog hatten die Gemeindeverwaltung und das mit dem ISEK beauftragte Büro SRP Mitte November dieses Jahres im Rahmen einer Klausurtagung, bei der der Gemeinderat tagte, vorgestellt, erläutert und beraten. Eine daraufhin erstellte Maßnahmenliste wurde anschließend mit der Regierung von Oberbayern abgestimmt, die die für die Städtebauförderung zuständige Bewilligungsbehörde ist. Für die abschließende Bearbeitung war ein Beschluss des Gemeinderats erforderlich, der bestätigt, dass die beantragten Maßnahmen im Haushalt 2026 der Gemeinde berücksichtigt werden. Wegen der finanziell angespannten Haushaltslage der Gemeinde ging es in der Sitzung auch um den zeitlichen Ablauf und darum, welche Maßnahmen schon im Jahr 2026 bearbeitet werden können. Einige Maßnahmen sollen auf das Jahr 2027 verschoben werden:
Voraussichtlich 2027 zu erledigende Maßnahmen
Rahmenplan zur Aufwertung des Bahnhofsumfelds
Pflegekonzept für Bestandsbäume im Ortskern
Machbarkeitsstudie Umnutzung der Bestandsgebäude am Würmseestadion
Ortsbaufibel
Konzept Wegeleitsystem
Mietspiegel für Tutzing als "mittelfristig" eingestuft
Auch ein Mietspiegel für die Gemeinde Tutzing gehört zu den vorgesehenen Maßnahmen, also eine Übersicht über die ortsübliche Miete für Wohnungen als Orientierungshilfe für angemessene Mietpreise. In der Klausurtagung des Gemeinderats ist die Erstellung eines Mietspiegels aber als „mittelfristig“ eingestuft, also nicht zu den sehr schnell zu erledigenden Aufgaben gezählt worden.
Maßnahmenkonzept einstimmig beschlossen
Der Gemeinderat hat das Konzept beschlossen. Kritik gab es an den für die Brahmspromenade vorgesehenen Maßnahmen. Caroline Krug (ödp) setzte sich dafür ein, sie aus dem Konzept herauszunehmen und das Geld stattdessen für eine Verbesserung der Barrierefreiheit im Rathaus zu verwenden. Den betreffenden Punkt aus dem Konzept herauszunehmen, lehnte der Gemeinderat aber mehrheitlich ab. Horn kündigt Barrierefreiheit im Rathaus an Das Maßnahmenkonzept wurde dann einstimmig beschlossen.
Alle für die einzelnen Maßnahmen zu erwartenden Kosten wurden in der Gemeinderatssitzung nicht genannt. Sie dürften recht unterschiedlich sein. Für manche Maßnahmen sind Kosten in Höhe von rund 10 000 Euro im Gespräch, in anderen Fällen dürfte die Umsetzung deutlich teurer werden. Für den Pausenhof der Grundschule wurde ein Betrag von 200 000 Euro, einschließlich von Spielgeräten sogar von 250 000 Euro genannt.
Mit was für einer Städtebauförderung die Gemeinde konkret rechnen kann, stand bei der Sitzung noch nicht fest. In Einzelfällen scheint auch noch nicht klar zu sein, aus welcher Förderquelle Geld für die jeweiligen Maßnahmen fließen wird.
So hofft die Gemeinde auf finanzielle Mittel aus der von der Bundesregierung angekündigten so genannten „Sportmilliarde“ für die Dachsanierung der Würmseehalle. Falls sich diese Hoffnung nicht erfüllen sollte, soll geprüft werden, ob eine Zuwendung aus der normalen Sportförderung möglich ist. Als wichtig betrachten es manche Gemeinderatsmitglieder, dass relativ schnell Erfolge zu sehen sind, auch wenn es sich jeweils nur um kleinere Maßnahmen handeln sollte.

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