Von vorOrt.news

Auch Thomahaus für Jugendzentrum im Gespräch

„Konkurrenz“ fürs Museumsschiff - Machbarkeitsstudie und Parkraumkonzept

Thomahaus4.png
Das Thomahaus war über lange Zeit eng mit der Tutzinger Kirchen- und Dorfgeschichte verbunden

Für ein Jugendzentrum in Tutzing ist nun auch das der Gemeinde gehörende „Thomahaus“ am Thomaplatz im Gespräch. Damit deutet sich eine „Konkurrenz“ zum Museumsschiff „Tutzing“ an, über dessen Nutzung für ein Jugendzentrum es seit einiger Zeit Überlegungen gibt. Die „Tutzing“ soll Jugendzentrum werden Das Schiff, das im Kustermannpark am Seeufer liegt, soll danach an Land gebracht und auf dem alten Volksfestplatz beim Freizeitgelände aufgebaut werden.

Als in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Sachstandsbericht zur Umsetzung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) vorgetragen wurde, regte dagegen Tobias Möller von den Grünen eine Nutzung des Thomahauses als Jugendzentrum an. Wegen seiner Lage mitten im Ort und nah bei den Schulen sei das Gebäude passend, es habe auch eine schöne Atmosphäre, argumentierte Möller. Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) ließ in der selben Sitzung Zweifel an der Eignung des Schiffs für ein Jugendzentrum erkennen. „Bei der Planung des Freizeitgeländes Süd sollten wir uns nicht durch die Schiffsoption einschränken“, sagte er. Ob eine Nutzung des Schiffs für ein Jugendzentrum realisierbar ist, steht bisher nicht fest.

Eng mit der Tutzinger Kirchen- und Dorfgeschichte verbunden

Das Thomahaus, das früher auch als Mesnerhaus bekannt war, ist historisch eng mit der Tutzinger Kirchen- und Dorfgeschichte verbunden. Sein Name geht auf die Tutzinger Familie Thoma zurück, deren Mitglieder lange als Mesner für die Pfarrei tätig waren. Für diese Familie war das Gebäude Wohnhaus und Arbeitsplatz. Dort wohnten wie in vielen anderen oberbayerischen Mesnerhäusern Menschen, die zusätzlich zum Dienst in der Kirche auch als Handwerker oder in der Gemeindeverwaltung aktiv waren. Später übernahm die Gemeinde Tutzing das Gebäude. Auf auffallende Weise neu zum Ortsmuseum gestaltet worden ist vor Jahren das benachbarte erste Tutzinger Schulhaus, in dem von 1826 bis 1878 bis zu 60 Kinder in einem Klassenzimmer unterrichtet worden sind.

Anzeige
SUP2.jpg

Einen "Touristen-Hotspot“ soll es am Thomaplatz nicht geben

Thomaplatz4.png
Der Thomaplatz und sein Umfeld bilden für viele Tutzinger Ortshistorie pur © L.G.

Im Rahmen des ISEK-Prozesses ist für das Thomahaus und dessen Umfeld eine Machbarkeitsstudie gemeinsam mit einem Parkraumkonzept vorgesehen. Das renovierungsbedürftige Gebäude steht leer, frühere Mieter sind schon vor längerer Zeit ausgezogen. Ziel der Untersuchung ist die Entwicklung einer langfristig tragfähigen und öffentlich nutzbaren Perspektive für das Thomahaus im Zusammenhang mit der Ortskernentwicklung. Dabei sollen insbesondere mögliche Nutzungen, die bestehende Gebäudestruktur, potenzielle Um- oder Anbauten sowie die Park- und Verkehrssituation im Umfeld gemeinsam betrachtet werden.

Im Gemeinderat wurde auf den Wunsch hingewiesen, keine Nutzung mit dauerhaft hohem täglichem Besucherverkehr zu entwickeln. Dazu haben auch entsprechende im Rahmen des ISEK-Prozesses vorgebrachte Wünsche beigetragen https://isek.tutzing.de/isek-ort/thomaplatz/ Der Thomaplatz und sein Umfeld bilden für viele Tutzinger Ortshistorie pur. Bauamtsleiter Wolfert stellte im Gemeinderat fest: „Eine Gastronomie mit vielleicht 2000 Leuten will man da nicht haben - das soll kein Touristen-Hotspot sein.“

Die Verträglichkeit möglicher Nutzungen soll daher Bestandteil der Untersuchung sein – auch bei der Prüfung eines Parkraumkonzepts. Nicht zur Sprache kam in der Gemeinderatssitzung ein Kiosk namens „Picnic“, der bereits seit einer Woche im Thomahaus betrieben wird. Für diese Nutzung hat die Gemeinde Räume im Erdgeschoss des Thomahauses für zweieinhalb Jahre vermietet.

Für ein Studentenprojekt zu klein

Gefragt wurde im Rahmen der Voruntersuchungen auch nach einer denkbaren Einbindung von Studenten bei der Erarbeitung eines Konzepts. Dabei wurde aber offenbar weniger an Münchner Hochschulen gedacht. Der für Tutzing tätige Stadtplaner Prof. Florian Burgstaller wurde nach der Möglichkeit einer Begleitung im Rahmen eines Studienprojekts durch die Universität Karlsruhe gefragt- Er soll das Projekt aber für zu klein halten.

Zum Vorschlag, im Thomahaus ein Jugendzentrum einzurichten, verwies Bürgermeister Ludwig Horn auf eine angestrebte öffentliche Nutzung dieses Gebäudes, was passen könnte. Er kündigte an, dass man die Idee eines Jugendzentrums in die Untersuchungen aufnehmen werde.

Caroline Krug (ÖDP) regte an, bei der Neugestaltung die Jugend einzubeziehen. Die Mitglieder des Freizeitclubs JM hätten schon bei der Renovierung ihres ehemaligen Clubheims im Dachgeschoss des alten Lehrerwohnhauses an der Greinwaldstraße ihr Können bewiesen. Dies betreffe erst eine spätere Phase, erwiderte Horn. Zuvor müsse eine Idee entwickelt werden, weitere Verfahrensschritte müssten folgen.

ID: 8849
Über den Autor

vorOrt.news

Kommentar hinzufügen

Anmelden , um einen Kommentar zu hinterlassen.