Von Thomas Kräh

Benedictus-Realschule Tutzing erhält Rotary Climate Action Award

Ökologie-Projekt „Ökopassion“ bereits zum vierten Mal mit einem Umweltpreis ausgezeichnet

Im Rahmen der Abschlussfeier an der Benedictus-Realschule überreichten Vertreter des Rotary-Clubs Augsburg den mit 3000 Euro dotierten Climate Action Award. Hierbei fördern die Rotarier regionale Projekte, die speziell zum Schutz des Klimas durchgeführt werden.

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Zwei Jahrgänge der am Ökologiepraktikum "Ökopassion“ beteiligten Schüler der Tutzinger Benedictus-Realschule wurden ausgezeichnet

Seit 19 Jahren Engagement für den Klimaschutz

Die Schüler der Realschule engagieren sich seit nunmehr 19 Jahren genau in diesem Bereich. In ihrem Ökologiepraktikum „Ökopassion“ geht es neben dem Einsatz für die Biodiversität eben genau um den Klimaschutz. Speziell Moore sind ein nicht zu unterschätzendes Zahnrad, wenn es darum geht, die CO2-Emissionen einzuschränken.

Gehen Moore verloren, indem sie durch Gräben trockengelegt werden bzw. wurden, wird ein Großteil des darin über tausende von Jahren gespeicherte CO2 wieder freigesetzt. Die Wiedervernässung dieser Moore stoppt nicht nur der Ausstoß klimaschädlicher Gase, sondern trägt auch zur Renaturierung besonders wertvoller Lebensräume bei

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Wichtige Renaturierung wertvoller Lebensräume: In ihrem Ökologiepraktikum engagieren sich die Schüler der Tutzinger Realschule für die Wiedervernässung von Mooren © Fotos: Benedictus-Realschule Tutzing

Überraschung im Rahmen der Zeugnisverleihung

Normalerweise werden solche Auszeichnungen erst im Nachgang von Monaten und teilweise auch Jahren verliehen. In diesem Jahr konnten jedoch gleich zwei Jahrgänge der beteiligten Schüler unmittelbar ausgezeichnet werden. Der festliche Rahmen der Zeugnisverleihung ermöglichte es, dass sowohl die Abschlussschüler als auch die Schüler der 9. Klasse, die in diesem Jahr aktiv waren, die Auszeichnung entgegennehmen durften.

Da die Auszeichnung bis zum Schluss geheim gehalten wurde, war die Überraschung, aber vor allem die Freude besonders groß. Gerade die anwesenden Eltern sowie die Vertreter aus der Politik und dem Kultusministerium waren von so viel Einsatz beeindruckt.

Sicher wird im nächsten Jubiläumsjahr wieder eine schlagkräftige Ökotruppev an den Start gehen.

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Auch von mir Glückwünsche an die Schülerinnen und Schüler. Der Preis ist verdient, und die Arbeit an den Mooren ist ganz konkreter, handelnd vollzogener Klimaschutz.

Und doch bleibt beim Lesen ein bitterer Beigeschmack. Seit 19 Jahren gibt es die "Ökopassion". Die Neuntklässler, die diese Woche ausgezeichnet wurden, waren beim Start des Projekts noch nicht auf der Welt. In diesen 19 Jahren sind die globalen Emissionen weiter gestiegen und in Europa bei weitem nicht stark genug gesunken. Und während wir uns hier gratulieren, erlebt Europa die heißeste, tödlichste Hitzewelle seiner Geschichte mit noch nie dagewesenen Bränden in Frankreich und Spanien. – Für morgen sind in München 36 Grad angesagt.

Diese Schüler haben in ihrer Schulzeit gelernt, logisch-schlussfolgernd zu denken. Sie wissen sehr genau, dass ihre wiedervernässten Moore nicht aufwiegen können, was die Politik in Bund, Land und Kommune seit Jahrzehnten versäumt. Die jungen Menschen tun trotzdem, was sie tun können. Und das verdient nicht nur Applaus, sondern vor allem eines: dass die Erwachsenen, die bei der Zeugnisverleihung "beeindruckt" in der ersten Reihe saßen, also die Vertreter aus der Politik und dem Kultusministerium, ihren Teil der Arbeit nun endlich genauso ernst nehmen.

Der schönste Preis für die nächsten 19 Jahre Ökopassion wäre eine Politik, die diese Schüler nicht länger allein lässt mit einer Zukunft, die sich für junge Menschen im Jahr 2026 mehr als beängstigend darstellen muss.
Ich gratuliere von Herzen allen Beteiligten der letzten 19 Jahre, auch an die früheren Jahrgänge!
(Bearbeitet)