Heute früh wird der Bauhof der Gemeinde Tutzing den "Karibikbaum" am Tutzinger Seeufer fällen. In der Gemeinderatssitzung gestern Abend kam es noch einmal zu kurzen Diskussionen über diese Entscheidung, die aber nicht geändert wurde.
In der Bürgerfragerunde vor Beginn der Sitzung brachte der Tutzinger ÖDP-Vorsitzende Willi Neuner das Thema zur Sprache. Er fragte, warum dieses Thema nicht im Umweltausschuss, sondern im Haupt- und Finanzauschuss des Gemeinderats behandelt und entschieden worden sei. Dazu verwies Bürgermeister Ludwig Horn auf die finanziellen Auswirkungen, die Schutzmaßnahmen für den Baum verursacht hätten. Dafür sei der Finanzausschuss zuständig, dies sei auch nach der Geschäftsordnung des Gemeinderats korrekt.
Am Schluss der öffentlichen Sitzung wandte sich Caroline Krug von der ÖDP gegen eine Entfernung des Baums "so schnell im Hauruckverfahren". Sie kritisierte, dass dies nun so schnell geschehen müsse. Unter Hinweis auf das von der Gemeindeverwaltung vorgebrachte Argument, der Baum stelle eine Gefahr dar, weil der Bereich im Sommer intensiv als Liege- und Badefläche genutzt werde, sagte sie: "Da badet kein Mensch momentan." Krug verwies auch auf die Möglichkeit einer Spendenaktion für den Baum, die in einem Kommentar auf vorOrt.news erwähnt worden war.
Bürgermeister Ludwig Horn zeigte Verständnis für die Einwände. "Ich kenne den Baum mein ganzes Leben", sagte er. Unbestritten präge er die Silhouette. Der Beginn der Gefährdung durch den Baum sei aber bei einer Prüfung schon vor Jahren erklärt worden, und im Jahr 2024 sei eine akute Gefahr festgestellt worden, verbunden mit der Forderung einer sofortigen Maßnahme. Die Gemeindeverwaltung habe mit großem Aufwand verschiedene Varianten untersucht. Letztlich habe es nur zwei Varianten gegeben: Stützen mit Rückschnitt oder den Baum zu fällen.
Bei der Lösung mit Stützen, sagte Horn, wäre der Charakter des Baums nicht erhalten geblieben, er wäre dann "keine Ikone mehr" gewesen. Zu einer geforderten Bürgerbefragung sagte Horn, die Gemeinde könne die Verkehrssicherungspflicht nicht auf die Bürger umlegen. Der Haupt-, Finanz- und Werkausschuss des Gemeinderats habe die Verantwortung übernommen und sich für die "schmerzhafte Option" entschieden, den Baum zu fällen.
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Kommentare
Ausserdem hätte man wirklìch eine Bürgerumfrage machen können.
Wenn der Baum noch aus treibt, sollte man ihn noch leben lassen.
Jetzt wird er einfach so ruck zuck auf die Schnelle gefällt.
Diese Art der Entscheidungen hat auch bei mir großen Einfluss auf mein Wahlverhalten.
Die Schönheit der Natur muss oberste Priorität haben.