Sie ragt malerisch übers Wasser und verleiht dem Ufer des Starnberger Sees zwischen dem Spielplatz und dem Midgardhaus fast südländisches Flair: Eine Schwarzkiefer prägt am Nordende der Brahmspromenade seit langer Zeit das Ambiente. Nun aber soll der „Karibikbaum“, in einer Einladung der Gemeinde so genannt, gefällt werden. Im Haupt-, Finanz- und Werkausschuss des Gemeinderats, der das kürzlich beschlossen hat, haben dessen Mitglieder dies sehr bedauert, aber wegen des Zustands des Baums keine andere Möglichkeit gesehen.
Unter Spaziergängern, die auf der Brahmspromenade unterwegs sind, ist dies mittlerweile ein heiß diskutiertes Thema. Nicht wenige sehen den Plan, dass der Baum entfernt werden soll, kritisch. Er sei doch so charakteristisch für Tutzing, er gehöre zum Ortsbild.
Manche scheinen den schief gewachsenen Baum unter dem Eindruck der neuen Nachrichten erst so richtig intensiv zu betrachten. Nostalgische Gefühle kommen zum Vorschein. Passanten, die den Baum fast schon für ein Wahrzeichen von Tutzing halten, erinnern an ihre eigenen Kindheitserlebnisse, wie sie auf dem Baum herumgekraxelt und die Umgebung von dort oben aus einer ganz anderen Perspektive wahrgenommen haben. Eine Tutzingerin summt auf der Promenade wehmütig den Song von Alexandra: „Mein Freund der Baum ist tot, er fiel im frühen Morgenrot.“
Auch Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung sind alles andere als erfreut über die Entscheidung, dass der malerische Baum gefällt werden soll. Manche von ihnen sind dort als Kinder selbst hinaufgeklettert. Aber er sei kaputt, sagen sie. Es könne etwas abbrechen oder der ganze Baum könne umfallen. Wenn einem Kind da etwas passiere, dann werde es schnell kritische Fragen geben.
Man hat unter anderem über Stützen nachgedacht. Davon ist man aber wieder abgekommen, weil dazu Betonfundamente erforderlich seien , relativ hohe Kosten in der Höhe von 10 000 bis 15 000 Euro entstehen würden und das alles nicht unbedingt schön aussehen würde.
Wann genau der Bau gefällt werden soll, ist noch nicht bekannt. Zum Beschluss des Ausschusses gehört auch eine Nachpflanzung. Als Problem wegen des im ISEK-Verfahren vorgesehenen Vegetationsplans für die Brahmspromenade wird der Beschluss nicht gesehen.
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Kommentare
Könnte nicht ein unabhängiger Gärtner-(Meister) mal ehrenamtlich nach dem Baum schauen? Meine Idee wäre, den Baum unauffällig an der Basis abstützen, vielleicht vorübergehend an dem Nachbarbaum andocken und eine ergänzende Nährstoffversorgung sichern, dann einfach 2 Wachstumsperioden mal abwarten. Den Baum fällen kann man später immer noch, falls es kein sichtbares +Ergebnis gibt.
Evtl bekommt man ja in einem Tutzing, wo viele reiche Menschen zu Hause sind, eine anderweitige Finanzierung hin, da sehr vielen - der Baum doch - einiges bedeutet….
Könnte die Schwarzkiefer noch eine Chance bekommen, wenn man das kleine Mäuerchen unter den Stamm um einen Erker mit ca 2 Metern Durchmesser erweitert und dann den Boden bis zum Stamm mit Erde unterfüttert?
So könnte man den Stamm besser stützen und auch den seitlichen Hebel zugunsten der Schwarzkiefer verbessern?
Wind- & Schneelast dürften mangels Ästen und Nadeln längst nicht mehr so groß sein, wie einst?
Auf Grund des schwierigen Standorts, und weil er so gewachsen ist wie er ist, stirbt er offenkundig seit Jahrzehnten langsam in vielen kleinen Schritten dahin.
Ohne fachkundige Unterstützung kann man ihn auch gleich absägen.
Auf der anderen Seite leben wir immer noch in einer kleinen Gemeinde mit vielen grundlegenden Problemen (zu wenig bezahlbarer Wohnraum usw.) in Zeiten die schwierig sind (allg. kommunale Unterfinanzierung etc.) und gleichzeitig hoher Herausforderungen wie beispielsweise die Bewältigung des Klimawandels oder Abarbeitung des Sanierungsstaus.
Da habe ich großes Verständnis dafür, dass unser Gemeinderat auch bei 10 - 15 T€ mehrfach hin- & herüberlegt, ob man diese Ausgaben rechtfertigen kann?
Aber vielleicht kommen aus der Bevölkerung neue praktikable Ideen und Hilfsangebote um diese beiden Schmuckstücke doch noch zu retten?
Jetzt, da wir alle wissen, wie arg es um diese Bäume steht.
Die Gefahr für Kinder im Wald oder auf der Straße ist größer als von diesem Baum getroffen zu werden.
Ein Gefahrenvermerk müsste für die Vermeidung einer rechtlichen Haftung ausreichend sein.
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