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„Fairtrade-Town“: Aufruf an Läden und Lokale

Nach jahrelangen Vorstößen hat die Gemeinde die Bewerbungsunterlagen eingereicht

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Zusammen mit dem Verein TransFair hat der Discounter Aldi kürzlich faire Produkte fürs Frühstück präsentiert © Aldi Süd

Tutzing wird voraussichtlich eine „Fairtrade-Town“. Die Gemeinde hat kürzlich beim Verein „TransFair“ die entsprechenden Bewerbungsunterlagen eingereicht, wie Bürgermeisterin Marlene Greinwald im Gemeinderat mitgeteilt hat. Die Prüfung wird nun nach ihren Erwartungen sechs bis acht Wochen dauern.

Die Angelegenheit zieht sich schon lange hin. Kurz vor der Bürgermeister-Wahl im Januar 2018 hatte der Gemeinderat überraschend beschlossen, dass Tutzing eine "Fair-Trade-Gemeinde" werden soll. Das ist mehr als ein Jahr her. Auch diesem Beschluss damals waren jahrelange entsprechende Vorstöße vorausgegangen. Tutzings verstorbener Bürgermeister Rudolf Krug hatte das Thema zur Chefsache erklärt, konnte es aber wegen seiner Krankheit nicht mehr weiter verfolgen. Bei der Gründung einer Steuerungsgruppe zu diesem Thema zeigten sich Mitglieder Ende 2017 erstaunt darüber, dass ein Gemeinderats-Beschluss aus dem Jahr 2013, den Titel „Fairtrade“-Town anzustreben, nicht mehr aufzufinden sei.

Einzelne Geschäfte und Gastronomiebetriebe sollen gezielt angesprochen werden

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Die Tutzinger Fairtrade-Steuerungsgruppe gibt es schon seit Ende 2017 - hier ein Bild von der Gründungsversammlung © privat

Für „Fairtrade-Towns“ gibt es nach den Bedingungen konkrete Voraussetzungen. Bei allen Sitzungen des Gemeinderats und der Ausschüsse sowie im Büro der Bürgermeisterin müssen Fairtrade-Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt werden.

Die Verantwortlichen von TransFair wollen aber auch entsprechende Aufruf an Läden, Lokale und viele andere, von den Schulen über die 'vereine bis zu den Kirchen. „Sprechen Sie die einzelnen Geschäfte gezielt an und fragen Sie nach, ob sie bereits fair gehandelte Produkte in ihrem Sortiment anbieten“, fordern sie, und weiter: „Ist dies nicht der Fall, überzeugen Sie die Händler von der Wichtigkeit des fairen Handels.“

Ähnliche Plädoyers finden sich in den Unterlagen für Gastronomiebetriebe und für andere lokale Akteure unterschiedlichster Art: „Binden Sie innerhalb Ihrer Kommune Schulen, Vereine und Kirchengemeinden in Ihr Engagement für den fairen Handel ein.“ Viele öffentliche Einrichtungen könnten Informations- und Bildungsaktivitäten zum fairen Handel durchführen und Produkte aus fairem Handel anbieten.

Etliche Angebote aus fairem Handel und Aktivitäten in dieser Richtung gibt es in Tutzing bereits. Schon vor einiger Zeit ist eine „Steuerungsgruppe“ zu diesem Thema gegründet worden. Im Rathaus gibt es Kaffee und Kekse, die den Vorgaben entsprechen, wie schon vor Monaten im Umweltausschuss berichtet wurde. Fairtrade-Angebote gibt es auch in den drei Tutzinger Filialen der Einzelhandelsgruppe Edeka, bei den Discountern Aldi und Lidl, beim Drogeriemarkt Rossmann, im Biomarkt, im Hotel Reschen, im Café Käthe und natürlich an vorderer Stelle im Weltladen. Die Realschule ist bereits eine „Fairtrade-School“, andere Schulen streben dies offenbar an. Von anderen Einrichtungen gibt es noch keine Rückmeldungen, es wurde anscheinend auch noch nicht überall nachgefragt.

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Quelle Titelbild: Aldi Süd
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