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Japan und heimische Gehölze

Viele Besucher waren begeistert von Tutzinger Gärten, die am Wochenende besichtigt werden konnten

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Landrat Karl Roth (Mitte) hat am Freitag bereits mit Kreisfachberater Jürgen Ehrhardt (li.) den Tutzinger Garten von Walter Dreßel (re.) und seiner Familie besichtigt © Landratsamt Starnberg / Christian Kröck

Schöne Gärten haben es Jürgen Ehrhart angetan. Der Fachberater für Gartenkultur und Landespflege beim Landratsamt Starnberg kennt im Landkreis viele von ihnen, und er erhält auch immer wieder Hinweise auf weitere sehenswerte Gärten, so beispielsweise von den Gartenbauvereinen. Bei „Tagen der offenen Gartentür“ erhalten interessierte Bürger alljährlich Gelegenheit, ausgewählte Gärten zu besichtigen.

Am Sonntag war es wieder soweit. Diesmal bildete Tutzing im Landkreis Starnberg den Schwerpunkt. Um darauf hinzuweisen, waren Landrat Karl Roth und Ehrhardt am Freitag schon in unserer Gemeinde. Wir haben sie bei Petra und Walter Dreßel in der Hofmairstraße getroffen, die sich mit ihrem Garten beteiligen. Ehrhard ließ bei dieser Gelegenheit durchblicken, dass es gar nicht immer so einfach ist, Gartenbesitzer zur Teilnahme zu ermuntern. In diesem Jahr, erzählte er, habe er aus Tutzing mehrere Absagen erhalten.

Aber einige besonders sehenswerte Tutzinger Gärten konnten alle Bürger am Sonntag besichtigen. Sie konnten sich dabei „in schöner Atmosphäre mit den Gartenbesitzern austauschen und Anregungen zur Gestaltung und Pflege des eigenen Gartens holen“, so das Landratsamt. Außerdem gab es Führungen im Kustermannpark.

Besichtigt werden konnten diese Gärten und Anlagen:

Der Zen-Garten - ein Stück Japan in Bayern

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Wohltuende Ruhe strahlt der japanische Garten von Jakob Blätte aus © L.G.

Jakob Blätte
Waldschmidtstraße 8 a

Im Garten von Jakob Blätte an der Waldschmidtdtraße 8a findet sich ein Stück Japan. Der frühere Abteilungsdirektor einer Rückversicherungsgesellschaft, ein ausgewiesener Japan-Kenner, hat auf seinem Grundstück mit viel Liebe zum Detail einen Trockenlandschaftsgarten (karesansui) in Kombination mit einem Teegarten (roji) geschaffen. Die typischen Gestaltungselemente wie Laternen, Pagode, Brücke und Jizo-Figuren stammen alle aus Japan. Der Garten, den man über Trittsteinwege durchstreifen kann, strahlt dabei eine wohltuende Ruhe aus. Diese wird auch durch die bewusste Pflanzenauswahl, hauptsächlich in Grüntönen, erzeugt. So finden sich im Garten viele Buchse und Farne neben den für einen Japangarten typischen Gehölzen wie Bambus, Kiefern, Zierkirschen, Azaleen, Fächerahorn und Pieris. In einem ausgelegten Faltblatt werden die verschiedenen Gestaltungselemente näher beschrieben.

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Naturnahe Gartenidylle am Hang

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Ländliches Flair mitten in einem Siedlungsgebiet: das Haus der Familie Weiß © L.G.

Ulrike und Alois Weiß
Hofmairstraße 15

Dieter Wielands Berichterstattung zu „Grün kaputt" in den 1980-er Jahren gab den Anstoß für diesen naturnah gestalteten Garten. Das Ehepaar Ulrike und Alois Weiß hat sich damals bewusst für die Pflanzung vorwiegend heimischer Gehölze entschieden. Im Vorgarten haben die Tutzinger einen kleinen Bauerngarten mit Buchs angelegt, der früher als Gemüsebeet genutzt wurde, jetzt aber mit Stauden bestückt ist. Das ländliche Flair wird durch die gezielte Auswahl naturnaher Gestaltungselemente wie Staketenzaun und gebrannte Ziegel als Wegematerial sowie durch Kletterpflanzen an der Holzfassade betont. Von der Terrasse aus kann man auf eine Blumenwiese herabblicken, die bis zu einem bachbegleitenden Baumbestand aus hohen Buchen reicht. Ein Baumgürtel rahmt das Grundstück nach Norden und Osten ein und lässt fast vergessen, dass sich der Garten mitten in einem Siedlungsgebiet befindet.

Der besondere Rosengarten

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Sogar einen Teich hat Walter Dreßel mit seiner Familie angelegt © L.G.

Dr. Petra und Walter Dreßel
Hofmairstraße 14

In dem Garten von Dr. Petra und Walter Dreßel wird vieles selbst gemacht. Sie hat neben den Wegen und Mäuerchen sogar selbst einen Schwimmteich errichtet. Das macht auch den besonderen Charme des Gartens aus - hier ist nichts von der Stange. Die Rosenliebhaber kultivieren mehr als 130 überwiegend historische Rosen in ihrem naturnah gepflegten Garten. So bleibt auch kein Platz für eine Rasenfläche. Eine große gekieste Terrasse umrahmt von Keramik- und Bronzeskulpturen lädt zum Aufenthalt ein – und eine rosa blühende Ramblerrose „Ayrshire splendens“, die den umlaufenden Balkon flächig berankt überragt alles.

Der historische Kustermannpark

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Das Alpinum im Kustermannpark © L.G.

Bei einer Führung durch den Landschaftspark der Villa Kustermann haben die Besucher viel über den historischen Park erfahren. Kommerzienrat Max Kustermann erbaute 1865 im Süden Tutzings eine der repräsentativsten Villen am See. Zeitgleich ließ er von Hofgärtendirektor Carl von Effner den weitläufigen Park anlegen. Im Laufe der Jahre wurde er unter anderem mit Almhütte, Tennisplatz und etwa um 1914 einem üppigen Alpinum aufgewertet. Spuren davon sind heute noch zu entdecken.

Schöne Gärten gesucht

Wer seinen eigenen Garten einmal vorstellen möchte, kann sich bei Jürgen Ehrhardt, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, unter 08151/ 148-372 bewerben.

Quelle Titelbild: l.G.
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