Von Eliane Droemer

Für Menschenrechte, für Tutzing

In Tutzing lebt die wehrhafte Zivilgesellschaft.

Die Fotos entstanden vergangenen Samstag am Markt anlässlich dem spontanen Zusammentreffen verschiedener Tutzinger Bürger und Bürgerinnen, die ein Interesse am Erhalt der Demokratie haben.

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Spontane, bunt gemischte Gruppe für Menschenrechte

Die Gruppe war bunt gemischt, auch VertreterInnen des Gemeinderates waren dabei sowie Mitglieder des Vereins gemeinsam.demokratisch.bunt. Es einte sie das Bedürfnis, Teil einer wehrhaften Zivilgesellschaft zu sein.

Was bedeutet das? Die wehrhafte Zivilgesellschaft schützt demokratische Werte, Institutionen und Menschenrechte vor Angriffen, Hass, Desinformation und antidemokratische Bestrebungen. Es war kurzfristig bekannt geworden, dass für den Tag die sogenannte AfD einen Stand angemeldet hatte. Mit ihrem Starnberger Infomobil versuchten sie, Bürgernähe zu demonstrieren, was jedoch bei den meisten Tutzingern mehr für Entsetzen als für Zuspruch sorgte.

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„Was wollen die hier?“ wurde die bunte Demokratie-Gruppe mehrfach gefragt. Sehr viele äußerten Ihren Dank für die Präsenz der „Bunten“ und brachten sogar Verpflegung. Empfangen wurde die sog. AfD von dem Statement „Tutzing ist bunt“, das in großer Kreideschrift auf der Straße vor ihrem Stand gemalt war.

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Warum schreibe ich das hier? Der Schutz unserer Werte und unserer liberalen Demokratie, unserer vielfältigen Gemeinschaft kann nur aktiv erfolgen. Schweigsame Fassungslosigkeit verhindert nicht den Aufstieg der sog. AfD. Hinterfragen, Kritik üben, Diskriminierung widersprechen muss lebendig, muss sichtbar bleiben und es war schön zu erleben, wie das hier in Tutzing gelebt wird.

Lasst uns weiterhin füreinander einstehen, die Augen und Ohren offenhalten, wo jemand Unterstützung braucht.

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ID: 9310
Über den Autor
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Eliane Droemer

Wir sehen uns im SUP Club Starnberger See (Seebad Starnberg+Südbad Tutzing), in der Pa-Kua Schule Tutzing oder oft auch im Kustermannpark wie zu meinem Trainingsangebot "Bewegung draussen".

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Kommentare

Frau Baumann, wenn ich Sie richtig verstehe, verteidigen Sie hier die AFD. Sie tun das nicht ungeschickt, indem Sie auf dunkle Flecken in der Vergangenheit anderer Parteien hinweisen. Das kann man machen. Das ändert aber nichts daran, dass eine Partei die ihre Anhänger vielfach in rechtsextremen Kreisen hat, sich davon nicht distanziert, sondern im Gegenteil das sogar noch pflegt und auf diese Stimmen baut. Wer das unterstützt kann sich nicht mit dem Verweis auf Fehlleistungen anderer Parteien reinwaschen. Jede Relativierung der vielfältigen und allseits bekannten Äusserungen dieser Partei ist Unterstützung einer fatalen Entwicklung. Einzig hilfreich ist ein klares Nein an diese Partei und die Einleitung eines Verbotsverfahrens.
Vielleicht habe ich Sie missverstanden und Sie wollen (nur) darauf machen aufmerksam, dass man die Zeit des Nationalsozialismus nicht relativieren darf. OK, aber dann gelten meine obigen Sätze trotzdem.

Ich füge aber noch eine Buchempfehlung hinzu. In dem lesenswerten Buch von Uwe Wittstock „Februar 33“ wird beschrieben, wie in einer kurzen Periode von sechs Wochen die Nazis die Macht an sich gerissen haben. Ohne die Mehrheit zu haben, unter Ausnutzung der parlamentarischen Regeln, mit Hilfe von Steigbügelhaltern in anderen Parteien wurde Deutschland von den Verbrechern an sich gerissen. Schnell, brutal, konsequent. Das darf sich nie wiederholen. Nie wieder ist jetzt.
Herr Kerbs, mal ganz abgesehen davon, dass mein Kommentar keine Antwort an Sie ist, sondern eine Reaktion auf den Artikel - das letzte sozialistische Experiment war die DDR, die Versuche davor haben Mio. Opfer verursacht. Die AfD mit diesen Experimenten zu vergleichen, ist nicht nur unglaublich geschichtsvergessen - es zeigt eine historische Unkenntnis, die zumindest für mich schwer zu ertragen ist. Sollte es allerdings keine Unkenntnis sein, dann ist es wohl Bösartigkeit. Macht es alles nicht besser. Sagen Ihnen die Namen Baldur Springmann, August Haußleiter oder auch Werner Vogel etwas? Die gehörten zu den Gründern der Grünen. Und waren „gesichert nationalsozialistisch“. Von den pädophilen Strömungen fangen wir lieber gar nicht erst an. Die Linke positioniert sich als offizielle Nachfolgerin der SED - offenbar auch kein Problem, wenn man die aktuellen Koalitionsverhandlungen sieht.
Es ist also mehr als anmaßend, sich aus dieser Position heraus als moralische Instanzen, gar als Mahner und Warner, darzustellen. Mit demokratischer Auseinandersetzung hat das alles doch nichts mehr zu tun. Aber das wissen Sie ja selbst. Insgesamt sollten manche vielleicht mal in sich gehen und überlegen, aus welchem Glashaus heraus sie dauernd mit Steinen werfen. Schönen Tag Ihnen.
Frau Baumann, was genau relativiert hier was?

Ein Vergleich ist keine Gleichsetzung, und eine Warnung ist keine Verharmlosung.

Mein Kommentar nimmt die NS-Verbrechen als Maßstab dafür, was auf dem Spiel steht, nicht als Fußnote. Falls Sie das Wort „Experiment" im ersten Satz meinen, kann man das als zu salopp empfinden, da haben Sie einen Punkt. Und falls Sie etwas anderes meinen, nennen Sie bitte die Stelle, dann reden wir darüber.
Was für eine Relativierung der Zeit der Nationalsozialisten.. Unfassbar.
Das letzte rechtsradikale deutsche Experiment hat am Ende Dutzende Millionen Menschen das Leben gekostet. Kaum hundert Jahre später gibt es wieder eine erstaunlich große Zahl Deutscher, die es kaum erwarten können, sich zu Herrenmenschen erklären und unter dem Schlagwort „Remigration“ alle, die ihnen nicht passen, aus dem Land werfen zu lassen.

Dazu passt, dass nur die deutschen Rechtsradikalen es wagen, das Blut und die Abstammung der Menschen zum Fundament ihres Rassismus zu erklären, so wie im Dritten Reich die NSDAP. Alle anderen europäischen rechtsextremen Parteien mäßigen sich insofern, als ihr ideologisches Fundament der Herabsetzung auf der Kultur ruht. Deshalb dürfen die deutschen Rechtsradikalen in Europa nicht am Spieltisch sitzen und werden konsequent geächtet. Jörg Bong beschreibt das sehr schön in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung (https://www.sueddeutsche.de/kultur/afd-europa-meloni-le-pen-farage-li.3557617).

Man muss sich das klarmachen. Die europäischen Rechtsradikalen haben, wie Bong ebenfalls beschreibt, richtig Angst vor den deutschen Vertretern ihrer Geisteshaltung, weil die es schon wieder und noch einmal radikaler und brutaler machen als alle anderen. Und diese Gruppierung bekommt in einem der reichsten Länder der Erde Stand heute bei der Sonntagsfrage fast ein Drittel der Stimmen?

Es wird nun wirklich allerhöchste Zeit für ein Parteiverbotsverfahren, das vom Grundgesetz exakt für solche Fälle vorgesehen ist. Und es wird Zeit für die mutige Selbstverteidigung, für Zivilcourage und Konfliktfähigkeit angesichts der kulturellen Zerstörungslust der Demokratiefeinde. Wir werden wohl noch sehr viele spontane, bunt gemischte Gruppen für Menschenrechte brauchen.