Von Thomas H. Zagel

Überraschend und originell

Ein mit Musik veredeltes Menü im Restaurant „Theodor“ verzaubert bei den Brahmstagen

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Monika Drasch an der Grünen und ihr kongenialer Partner Martin Danes und Schauspielerin Julia Cortis im Theodor.

Überraschender und origineller hätte der Auftritt der beiden Künstler Monika Drasch und Martin Danes kaum sein können: Sie kamen spielend auf ihren Instrumenten die Treppe zur SkyLounge im Tutzinger Restaurant „Theodor“ herauf – sie mit einem Dudelsack und er mit seinem Akkordeon.

Das Programm begann dann gleich mit hoher Kunst von Johannes Brahms: Die Thema-Melodie seiner berühmten Haydn-Variationen, die er während seines Sommer-Aufenthalts 1873 in Tutzing komponiert hat, wurden von Monika und Martin im Duett gesungen – welch glänzender Einstieg. Kurz darauf gelang Monika Drasch das kleine Wunder, das gesamte Publikum zum Mitsingen zu animieren: Beim Refrain des Volksliedes „Feinsliebchen, du sollst nicht barfuß gehn“ waren alle begeistert dabei.

Zwischen den konzertanten Präsentationen gab es immer wieder Rezitationen der herausragenden Schauspielerin und Rundfunksprecherin Julia Cortis, die mit ihrer samtig-klangvollen Stimme und ihrer großartigen Deklamation das Musik-Programm noch zusätzlich bereicherte. Sie las unter anderem aus den Gedichten der Liebeslieder-Walzer von Brahms und „All mein Herzgedanken“ von Paul Heyse.

„Wer se verliabt, is a Narr“

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Monika Drasch und Martin Danes

Einer der Höhepunkte des Programms war Rossinis Ouvertüre zu seiner Oper „Wilhelm Tell“, die von Martina Drasch als Jodler eröffnet wurde, und die von Martin Danes höchst virtuos in der Original-Melodie weitergesungen wurde. Danach alles im Gesangs-Duett der beiden. Aber noch nicht genug: Dann spielte Martina die Melodie noch eindrucksvoll auf der Blockflöte und zum Ende erklang nochmal der Dudelsack vom Konzertbeginn – eine kunstvolle Inszenierung der besonderen Art.

Als schwungvollen Rausschmeißer vor dem Menü-Beginn gab es dann noch eine Polka: Volksmusik vom Feinsten von Geige und Akkordeon.

Nach dem Hauptgang des Essens ging es unten im Restaurant weiter. Witzige Lieder wie das Gschtanzl „Wer se verliabt, is a Narr“ waren dabei. Sprecherin Lulia Cortis erzählte von der engen Beziehung von Johannes Brahms und Robert Schumann. Besonders schön war dann noch das Lied „In stiller Nacht“.

Zunächst in Text-Rezitation und dann gesungen im zauberhaften Duett von Monika und Martin mit einer besonders gelungenen Gitarrenbegleitung in Entsprechung zur originalen Klavier-Begleitung von Brahms.

Nach der Dessert-Pause gab es noch einen mitreißenden Zwiefachen von Blockflöte und Akkordeon. Zum furiosen Abschluss erklang ein schwungvoller irischer Tanz, gespielt wie anfangs mit Dudelsack und Akkordeon – welch schöne konzeptionelle Rahmen-Idee.

Alles in allem: Ein wunderbarer Abend mit einem köstlichen Menü, veredelt durch musikalische und literarische Präsentation zum Thema „Brahms“.

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Quelle Titelbild: Carola Romanus
ID: 9287
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Thomas H. Zagel

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