Von FG

Zugang zur Musik durch die Ehefrau

Mark Haslinger Vorsitzender des Tutzinger Kirchenmusikvereins – Komplett neuer Vorstand

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Der neue Vorsitzende Mark Haslinger (M.) mit seinem Stellvertreter Wolfgang Landmann (li.) und Schatzmeisterin Sabine Kippenberg © F. Goslich

Neue Gesichter prägen jetzt die Führungsriege des Kirchenmusikvereins Tutzing (KMV). Wochenlang war man auf der Suche nach einem Schatzmeister oder einer Schatzmeisterin. Ohne diese Person wäre der Verein am Ende gewesen. Aber dieses Problem wurde gelöst. Im evangelischen Gemeindehaus der Christuskirche konnte deshalb endlich die Mitgliederversammlung stattfinden.

Alle fünf bisherigen Vorstandsmitglieder traten zurück und wurden durch Nachfolger ersetzt. Zum neuen Vorsitzenden wurde Mark Haslinger gewählt. Er stellte sich als Physiker vor, der als Patentprüfer eine Gruppe von 12 Kollegen beim Deutschen Patent- und Markenamt in München leitet. Seinen Zugang zur Musik habe er ganz einfach so gefunden: „Ich habe eine Musikerin, eine Organistin, geheiratet.“ Er habe das Noten-Umblättern und Registrieren gelernt, sagte Haslinger verschmitzt, und dabei Freude an der Musik gefunden. Da seine Ehefrau die Kirchenmusikerin von St. Joseph, Helene von Rechenberg, ist, fragte die evangelische Pfarrerin Beate Frankenberger, ob er da nicht in Konflikte komme. Es handle sich ja um einen ökumenischen Verein. Haslinger meinte, er verstehe das Mutmaßen nach Befangenheit sehr gut, wolle sich aber unbedingt bemühen, bei der Geldvergabe an die beiden Kirchengemeinden neutral zu bleiben.

Den Posten als stellvertretender Vorsitzender übernahm Wolfgang Landmann. Er arbeite seit 40 Jahren als Masseur in der Physiotherapie, sagte er, und liebe die Musik, die ihm über manche Krise hinweggeholfen habe. Zur Schriftführerin wurde seine Frau, Elfriede Landmann, gewählt, die als Musiktherapeutin in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU an der Nussbaumstraße in München arbeitet. Zur Beisitzerin wählten die KMV-Mitglieder Christina Reichler. Sie ist Paramentenherstellerin (das sind Messgewänder und liturgisch verwendete Textilien) und hatte schon einmal der Vorstandschaft als Schriftführerin angehört.

Der neu gewählte KMV-Vorstand:

Mark Haslinger, Vorsitzender
Wolfgang Landmann, stellvertretender Vorsitzender
Sabine Kippenberg, Schatzmeisterin
Elfriede Landmann, Schriftführerin
Christina Reichler, Beisitzerin

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Der bisherige KMV-Vorstand:

Ferdinand Goslich, Vorsitzender
Anahit Abgarjan, stellvertretende Vorsitzende
Paul Roßnagl, Schatzmeister
Wolfgang Walther, Schriftführer
Anne-Dorothee Weiß-Kempe, Beisitzerin

Neue Schatzmeisterin hat Opernhaus La Fenice in Venedig gefördert

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Beisitzerin Christina Reichler und Schriftführerin Elfriede Landmann © F. Goslich

Sabine Kippenberg aus Starnberg ist diejenige, die die wochenlange Vereinssuche beendet hat. Mit Freude wählten die Vereinsmitglieder sie zur Schatzmeisterin. Frau Kippenberg bringt eine besondere Referenz für diese Tätigkeit mit: Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Rechtsanwalt Johannes Kippenberg, gründete sie einen Verein, der den Wiederaufbau des 1996 abgebrannten Opernhauses La Fenice in Venedig zum Ziel hatte. Das Ehepaar organisierte in ganz Deutschland Benefizkonzerte. Dabei wurde durch Spenden viel Geld gesammelt. Seit 2003 ist La Fenice wieder in Betrieb. Frau Kippenberg ist Grundschullehrerin für Musik, leitet Querflötengruppen und unterrichtet an einem Hort in Nymphenburg.

Dem KMV gehören vier Personen als Beiräte "kraft Amtes" an: die 1. Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Pfarrer Peter Brummer (Pfarrei St. Joseph), Pfarrerin Beate Frankenberger (Evangelische Kirchengemeinde Tutzing und Bernried) und Helene von Rechenberg (katholische Kirchenmusikerin). Zu weiteren KMV-Beiratsmitgliedern wurden gewählt: Dr. Alfred Leclaire, Dr. Thomas von Mitschke-Collande, Dr. Diemut Köhler-Massinger und Ulrich Graf von Brühl-Störlein. Der bisherige Beirat Johannes Ritzkowsky legte seinen Posten nieder. Als Nachfolger des 2. Kassenprüfers Oskar Lotz, der seine Funktion seit Gründung des Vereins inne gehabt hatte, stellte sich Hans Zapf zur Verfügung. Dr. Franz Obermeyr bleibt 1. Kassenprüfer.

Der Verein hat 104 Mitglieder

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Zwei Kirchen, eine Frage: Wie soll das Geld aufgeteilt werden? © L.G.

Bei der Frage, ob der Mitgliedsbeitrag erhöht werden soll, wurde die bisherige Praxis diskutiert, der evangelischen Gemeinde ein Drittel an Zuschüssen zu geben und der katholischen Pfarrei zwei Drittel (weil sie mehr und teurere Kirchenmusik veranstaltet). Es wurde kritisiert, das sei nicht gerecht. Auf der anderen Seite hieß es, die evangelische Gemeinde biete eben auch viel weniger an musikalischen Ereignissen an. Man könne zum Beispiel mal ein Vokal- oder ein Posaunen-Ensemble einladen, schlug Helene von Rechenberg vor. Pfarrerin Frankenberger könne da viel machen, und der KMV könne sie auch unterstützen.

Vorgeschlagen wurde, die Zuschüsse nicht schematisch nach Proporz zu vergeben, sondern stattdessen gezielt musikalische Vorhaben zu fördern, also projektgebunden. Mark Haslinger fände es günstig, wenn der neue Vorstand ein „Gesamtpaket“ schnüren würde. Wegen der schwierig abzuwägenden Gesichtspunkte konnte die Versammlung noch keine Lösung finden. Die Mitglieder stimmten schließlich bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung dafür, den Jahresmitgliedsbeitrag des Kirchenmusikvereins von 24 auf 30 Euro zu erhöhen. Dieser Satz gilt vom nächsten Jahr an.

Der Verein zählt derzeit 104 Mitglieder. 2500 bis 2600 Euro bekomme der Verein pro Jahr an Beiträgen, erklärte der bisherige Schatzmeister Paul Roßnagl. Im vergangenen Jahr habe die Pfarrei St. Joseph 1600 Euro für Kirchenmusik erhalten und die evangelische Gemeinde 800 Euro. Das Vereinsvermögen, sagte Roßnagl, habe zum Jahreswechsel 10 700 Euro betragen.

Ausdruck des Gemeinsinns für die Kirchenmusik

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Eine attraktive Geigerin ist Blickfang beim KMV-Flyer

In seinem Bericht erinnerte der bisherige KMV-Vorsitzende Ferdinand Goslich an den Höhepunkt der Vereinsarbeit im letzten Jahr: Das Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen des Kirchenmusikvereins am 18. November. Er dankte dem evangelischen Kirchenchor „Herr Käthe“ und dem katholischen Kirchenchor St. Joseph für deren Mitwirkung sowie Ulrich Graf von Brühl-Störlein und Helene von Rechenberg, die sich die Leitung geteilt hätten. Anahit Abgarjan, die bisherige 2. KMV-Vorsitzende, habe wunderschön zart vorgetragene Gesangsstücke beigetragen, berichtete Goslich. Das Konzert habe dazu gedient, den Verein im Gespräch zu halten und bekannter zu machen. Und zahlreiche Ankündigungsartikel in Zeitungen und im Internet seien hilfreich als Werbemaßnahmen für den KMV gewesen. Immerhin habe der Verein daraufhin einige Spenden erhalten.

Goslich sagte, die Mitglieder seien durch ihr gemeinsames Beitragsaufkommen auch Ausdruck des Gemeinsinns für die Kirchenmusik. Er bat darum, diesen weiter zu fördern, indem man Freunden und Bekannten Lust darauf mache, Kirchenkonzerte zu besuchen. Teilnehmer wiesen darauf hin, die Tutzinger sollten vor allem auch auf interessante Musikangebote in der Christuskirche mehr Wert legen. Sie seien oft unverdient schlecht besucht.

Ein Wunsch des Vereins sei es, sagte Goslich, dass mehr Leute in den KMV eintreten oder auch Spenden abgeben würden. Beiden Zwecken diene der neue Flyer, den der Verein ebenfalls 2018 - speziell zum Jubiläumskonzert - herausgegeben habe. Der Grafiker Bernd Bönsch habe ihn entworfen und die Abbildung einer attraktiven Geigerin vorgeschlagen, die optisch sofort auf den Vereinszweck hinweist und als Blickfang wirkt.

Quelle Titelbild: F. Goslich
ID: 1917
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