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Künstler-Karriere mit Tutzinger Hilfe

Erfolgsgeschichte „Phönix“ - Mehr als 500 Bewerbungen beim vorigen Mal

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Aus Asche neu geboren: Den "Phönix" haben die Tutzinger Initiatoren des Kunstpreises als Symbol gewählt © https://www.phönix-kunstpreis.de

„Viele Talente und Nachwuchskünstler verzweifeln.“ Das steht für die in Tutzing lebende Kunsthistorikerin Barbara Haubold fest. Ihnen fehlten in den meisten Fällen langfristige, professionelle Unterstützung, Anerkennung und vor allem eine finanzielle Basis. In dieser schwierigen Lage vieler gerade jüngerer Künstler sorgt eine Auszeichnung aus Tutzing mittlerweile international für Aufsehen: der Kunstpreis „Phönix“ für Nachwuchskünstler. Mitte November 2019 endet die diesjährige Bewerberrunde dieser am höchsten dotierten Auszeichnung für den Kunstnachwuchs. Wenn es so weitergeht wie im vorigen Jahr, dann werden die Organisatoren eine Menge zu tun bekommen: 503 Künstler haben sich 2018 um diesen Preis beworben - so viele wie nie zuvor.

Der Preis mit dem mythischen Vogel, der durch Feuer stirbt und aus seiner Asche neu geboren wird, ist eine Erfolgsgeschichte aus Tutzing, die weltweit Kreise zieht. Was besonders auffällt: Mit Hilfe des „Phönix“ ist es schon in etlichen Fällen gelungen, Nachwuchskünstlern einen wichtigen Schub auf ihrem Karriereweg zu geben.

Leipzig, Lissabon, Shanghai: Mit dem Phönix zu internationalem Ansehen

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Initiator des Kunstpreises "Phönix" ist der Tutzinger Unternehmer Richard von Rheinbaben

In der Geschichte dieses Preises gibt es etliche Beispiele dafür, wie der "Phönix" Künstlern zu Ansehen verholfen hat. Der Preisträger Gereon Krebber etwa, dessen museale Einzelausstellungen gefragt sind, ist seit 2012 Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf.

Eine weitere Preisträgerin, Angela Glajcar, wurde als Gastprofessorin für Skulptur an die Universität Gießen gerufen, und kürzlich hat sie in Shanghai ausgestellt.

Furore macht Ulrich Vogl, der Phönix-Preisträger des Jahres 2010, mit seinen Installationen „Wolkenhaus“ in Kaufbeuren oder seinem „Rheinrad“ am Rheintorturm in Koblenz.

Der in den USA lebende Maler Wilhelm Neusser hat für sein künstlerisches Schaffen nicht nur den Phönix, sondern inzwischen weitere Auszeichnungen und Stipendien erhalten.

Preisträgerin Anija Seedler stellt unter anderem in Leipzig und Lissabon aus.

Die gebürtige Ukrainerin Slava Seidel, Preisträgerin von 2018, war mittlerweile auch in Hamburg, München und Dublin präsent.

Künstlerpreis in Kooperation

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Akademiedirektor Udo Hahn

Damit kann das bei der Gründung des „Phönix“ 2005 gesetzte Ziel als in vielen Fällen erreicht gelten: Der Preis soll Künstlern die Chance geben, „durchzustarten”, sagt der Initiator, der Tutzinger Unternehmer Richard von Rheinbaben. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender des in der Kustermannvilla ansässigen Unternehmens Mediantis AG ist, als dessen Kunstbeauftragte Barbara Haubold fungiert.

Der "Phönix" ist quasi eine Kooperation: Den Preis loben von Rheinbaben und sein Team gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Tutzing und der zu Mediantis gehörenden Buch-Such-Maschine eurobuch.com aus. Die Evangelische Akademie verleiht auch etliche andere Auszeichnungen, so den Marie Luise Kaschnitz-Preis, den Tutzinger Löwen und den Toleranz-Preis.

Mit dem Phönix geht die Akademie nach den Worten ihres Direktors Udo Hahn einen neuen Weg: „Wir würdigen Künstler, die durch den Preis Rückenwind bekommen sollen."

Spannung vor dem Bewerbungsschluss: Wird die Messlatte nochmals übersprungen?

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Phönix 2018: Richard von Rheinbaben, Christian Ude, Slava Seidel und Udo Hahn (von li.) bei der Preisverleihung im vergangenen Jahr © L.G.

Der mit dem Sieg beim „Phönix“ verbundene Preis ist der Ankauf von Kunst in Höhe von 20 000 Euro. Die Auszeichnung beschränkt sich aber nicht aufs Geld. Die Preisträger werden darüber hinaus durch fortwährende Ausstellung ihrer Werke, mediale und nachhaltige, professionelle Begleitung ihrer Aktivitäten unterstützt. „Sie sollen sich entwickeln und präsentieren können“, sagt von Rheinbaben.

Bewerben können sich für den „Phönix“ Künstler aus dem deutschsprachigen Raum und Deutsche im Ausland, die noch nicht auf dem Kunstmarkt etabliert sind. Zugelassen sind Werke der Malerei, Bildhauerei und Papierarbeiten. Gerade auch die große Zahl der Bewerber im vorigen Jahr sorgt diesmal für viel Spannung: Wird diese hohe Messlatte abermals übersprungen werden?

Im vorigen Jahr war sogar ein Rapper aus Österreich dabei

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Barbara Haubold

Der Preis habe „eine unglaubliche Akzeptanz bei jungen Künstlern“, schwärmte der frühere Münchner Oberbürgermeister Christian Ude im vorigen Jahr bei der Preisverleihung, als er die Laudatio auf die Siegerin Slava Seidel hielt. Die Mediantis-Kunstbeauftragte Barbara Haubold schien es selbst kaum glauben zu können. „Eine Flut von Bewerbungen ist über uns hinweg gerollt“, sagte sie, und es klang immer noch erstaunt. Sogar ein Rapper aus Österreich namens Lobato war dabei. Aber alles hat seine Grenzen, auch der "Phönix". „Leider waren wir für diesen Künstler nicht die richtige Anlaufstelle“, kommentierte die Kunsthistorikerin. Maler, Papierkünstler, Bildhauer, Schöpfer von Installationen - das ist nach ihren Worten der Kreis, an den sich der Phönix wendet.

Wer in dieses Spektrum passt, kann sich noch bis zum 15. November 2019 um den „Phönix 2020“ bewerben. Mitglieder der Jury sind die Künstlerin Ursula von Rheinbaben, der Direktor des Buchheim Museums in Bernried, Daniel J. Schreiber, die stellvertretende Direktorin der Evangelische Akademie Tutzing, Judith Stumptner, und Münchens Ex-Oberbürgermeister Christian Ude.

Die Jury:

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Ursula von Rheinbaben
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Daniel J. Schreiber
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Judith Stumptner
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Christian Ude

Alle Kunstinteressierten können den "Publikumsliebling" wählen

Die Jury wählt zunächst aus allen Einsendungen zehn Finalisten aus. Zum zweiten Mal können außerdem Kunstinteressierte auch online den “Publikumsliebling” wählen, und zwar über die Internetseite www.eurobuch.com/phoenix-2020.php. Zusätzlich zu den 20 000 Euro haben die Bewerber damit die Chance, einen einmonatigen Aufenthalt in einem Resort in Laos zu gewinnen. Das ist der Preis „Artist in Residence“ in Luang Prabang, mit Hotelunterkunft im Doppelzimmer und einem Taschengeld für den täglichen Bedarf im Wert von rund 4000 Euro, gesponsort vom Hotel “The Belle Rive”. Allen Teilnehmern dieser Wahl winken als Preise 25 Buchgutscheinen von eurobuch.com mit einem Wert von 100 Euro je Gutschein.

Die Preisverleihung findet am 7. Mai 2020 in der Evangelischen Akademie Tutzing statt. Informationen zu den Bewerbungsvoraussetzungen können auf http://www.phoenix-kunstpreis.de eingesehen oder direkt bei der Kunstbeauftragten der mediantis AG, Dr. Barbara Haubold, angefordert werden. Kontakt: Elly-Ney-Str. 15, 82327 Tutzing, Tel. 08158 903460, mobil 0170 8729995, E-Mail: [email protected].

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