Von Ulrich Graf von Brühl-Störlein

Wer oder was ist eigentlich "Herr Käthe"?

Warum der Name des evangelischen Kirchenchors alle Kriterien erfüllt - Besondere Erlebnisse im Jahr 2019

Wenn man sich im Internet auf die Suche nach Bezeichnungen, Namen oder Titel für Chöre, insbesondere für Kirchenchöre macht, so findet man überwiegend das Wort „Kirchenchor“ und zusätzlich den Namen der Pfarrei oder Kirchengemeinde. Somit würde beispielsweise der Kirchenchor der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Tutzing / Bernried genau so heißen. Ein solcher, offiziell richtiger Name, ist viel zu lang und viel zu langweilig. Darüber hinaus findet man Chöre, die sich nach ihrer Stil-Richtung benennen, zum Beispiel „Bach-Chor“ oder „Luther-Chor“. Die Bezeichnung des Chores ist kurz, legt aber das Genre, in dem sich der Chor bewegt eindeutig fest.

Wie nennt man also einen gemischten Kirchenchor, der sich nicht auf eine bestimmte Stil-Richtung festlegen will und dessen Bezeichnung kurz und einprägsam sein soll? Neben unzähligen musikalischen Synergie-Effekten brachte das im Jahr 2017 gefeierte Reformationsjubiläum unter anderem auch diese Lösung!

Viele Tutzinger Sängerinnen und Sänger nahmen am Projekt „Luther-Pop-Oratorium“ im Kloster der Missions-Benediktinerinnen im Reformationsjubiläumsjahr teil. Am Ende der damaligen Proben wurde immer ein kleiner Text aus dem Leben Luthers vorgetragen. Dabei kam man nicht an Katharina von Bora, Luthers Ehefrau, vorbei. Schnell wurde in den Texten das Nachstehende deutlich:

„Katharina … war klug, wortgewandt und resolut, selbst wenn sie ihrem Mann in Gesellschaft den nötigen Respekt zollte. In ihrem Hause aber war sie die Herrin, in ihrer Ehe war sie die Stärkere. Sie richtete ihren oft depressiven Mann wieder auf und pflegte ihn aufopferungsvoll, wenn er krank war“ (aus Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg, Ausgabe 35/2014, Glaubensleben, Sylvia Weigelt). Luther selbst soll über seine Frau gesagt haben: „„Käthe ist das Beste, was mir Gott schenken konnte!“ Und er nannte sie liebevoll „Herr Käthe““ (aus Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg, Ausgabe 35/2014, Glaubensleben, Sylvia Weigelt).

Und plötzlich war sie da - die Lösung für einen neuen Namen des Kirchenchores der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Tutzing / Bernried: „Herr Käthe“! Dieser Name erfüllt alle Kriterien: 1. Er ist kurz; 2. Das Wort „Herr“ bedeutet den männlichen, das Wort „Käthe“ den weiblichen Anteil des gemischten Chores; 3. „Herr Käthe“ legt sich auf keine bestimmte Stil-Richtung fest.

So hat „Herr Käthe“ im vergangenen Jahr Pfarrerin Ulrike Wilhelm musikalisch verabschiedet und Pfarrerin Beate Frankenberger eingeführt. Darüber hinaus wurden erstmalig ein Evensong und ein Konzert präsentiert. Die „Gloria-Messe“ gab es zum Erntedank und „Herr Käthe“ trug zur Tutzinger Kulturnacht bei. Der Höhepunkt im November 2018 war das Jubiläumskonzert des Kirchenmusikvereins Tutzing e.V. in der Christuskirche.

In diesem Jahr wird „Herr Käthe“ zwei Evensongs präsentieren, am 17. Februar und am 10. November. Für die Sängerinnen und Sänger wird die Teilnahme am Projekt „cOHRwürmer“ des Bayerischen Rundfunks am 7. Juli 2019 ein besonderes Erlebnis werden. Im Circus-Krone-Bau werden an diesem Tag die Chöre aus „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn geprobt und vorgetragen. Darüber hinaus wird es ein Konzert in Zusammenarbeit mit der Blasmusik Bernried in der zweiten Jahreshälfte geben. Auch das gemeinsame und erfolgreiche Musizieren mit Ensembles der Musikschule Weilheim, Außenstelle Tutzing, wird in 2019 fortgesetzt.

Das Wort „Kirchenchor“ wirkt auf viele Menschen „angestaubt“! „Herr Käthe“ bleibt selbstverständlich ein Kirchenchor, widmet sich allerdings vielen unterschiedlichen Werken aus klassischer Kirchenmusik und weltlich / humorvollen Stücken. Und so freuen sich selbstverständlich alle Sängerinnen und Sänger im Alter von 15 bis 83 Jahren über Nachwuchs, egal ob jung oder lebenserfahrener!

Trauen Sie sich und schnuppern Sie einfach einmal in die Chorproben hinein! „Herr Käthe“ heißt Sie / Euch herzlich dienstags um 19 Uhr auf dem „Kirchbergl“ im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Tutzing / Bernried, Hörmannstraße 8 in Tutzing willkommen!

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Lieber Ulrich, herzlichen Glückwunsch Dir aber auch der Gemeinde, dass Dein Projekt so gut angenommen wird. Ich freue mich mit allen, die (Kirchen-)Musik schätzen und deshalb mitmachen oder zuhören. Das Repertoire wird Euch in hundert Jahren nicht ausgehen - auch dazu Glückwunsch. - Ein frohes musikalisch Jahr wünsche ich und herzliche Grüße auch an Weib und Tochter!
Helge Haaser Passau
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