Die Tutzinger Kulturnacht hat wahre Schmankerl zu Tage gefördert. Darunter war auch ein fast vergessenes echtes Ortsjuwel: der "Tutzinger Fischermarsch". Das Stück war vor mehr als drei Jahrzehnten für eine Langspielplatte "Gruß aus Tutzing" eingespielt worden.
Damals Daiser - heute Diskanto
Im Jahr 1981 war der Tutzinger Fischermarsch vom ehemaligen Akkordeonorchester Daiser aufgenommen worden. Am Freitag wurde das Stück ein absolut gelungener musikalischer Gruß des Akkordeonensembles Diskanto an die Jubiläumsgemeinde Tutzing und an die Besucher der Kulturnacht. Im großen Saal des Roncallihauses begeisterte das 12-köpfige Ensemble seine zahlreichen Zuhörer.
Brigitte Vockinger aus Obertraubing hatte für ihre Instrumentalgruppe auch sonst überaus wirkungsvolle und abwechslungsreiche Stücke ausgewählt. Unter dem Motto Akkordeon im Klang der Zeit konnte man unter anderem den eindrucksvollen und triumphalen Marsch „A Trumpet‘s Voluntary“ des englischen Barockkomponisten Jeremiah Clarke, eine Melodienfolge aus „Der Vogelhändler“ des österreichischen Operettenkomponisten Carl Zeller und den berühmten „Tango Bolero“ des Spaniers Juan Llossas hören. Die fein ausgewogene klangliche Dynamik und präzises Spiel machten das Zuhören zum Genuss und ließen manchen Zuhörer staunen, welch vielseitige Klangmöglichkeiten in einem Akkordeonorchester stecken.
Tausende Menschen bis in die Nacht unterwegs
Die Kulturnacht war ein Fest der Tutzinger. Tausende Menschen waren bis in die Nacht hinein unterwegs. Überall in der Gemeinde war etwas geboten. Das laue Herbstwetter trug seinen Teil dazu bei, dass beste Laune herrschte. Hunderte Personen haben jeweils in den Schulen den höchst ideenreichen und unterhaltsamen Programmen gelauscht. Die Aula der Mittelschule war komplett gefüllt, als Schüler aus verschiedenen Klassen auf der Bühne standen und ihre Lieder vortrugen.
Viel Betrieb herrschte auch im Gymnasium, als Schulorchester und Band sich mit klugen Wortbeiträgen eines "Poetry Slam" abwechselten. In in der Realschule sorgten gleichzeitig eine Schüler- und eine Lehrerband für Begeisterungsstürme.Viel leiser ging es an anderen Orten zu, so in der Gemeindebücherei, wo die Zuhörer mit großem Interesse den Lesungen von sieben Damen folgten, oder im Roncallihaus, wo Karlheinz Fuchs spannende Details aus dem Leben des Malers Anton Leidl erzählte, der von 1943 bis zu seinem Tode 1976 in Tutzing gewohnt hat.
Zuvor war nebenan, im großen Saal, ein handsigniertes Porträt von Peter Maffay versteigert worden. 380 Euro kamen dabei herein, die nun der Flüchtlingshilfe zugutekommen. Bei der Eröffnung der Kulturnacht holte Pfarrer Brummer den vierjährigen Jeffrey aus Nigeria nach vorn und verwies darauf, dass er mit seiner Mutter demnächst abgeschoben werden soll. Die beiden, die sich in Tutzing gut eingelebt haben, waren den Tränen nahe, und ihre Betreuer ebenso.
Auf den Straßen von Tutzing war bei warmem Wetter noch bis spät in die Nacht ein Kommen und Gehen. Man traf sich, sah viele nette Gesichter, es war einfach was los. Tutzing perfekt!
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*) Kristina Danschacher ist Vorsitzende des Tutzinger Tourismusvereins, Elke Schmitz ist Redaktionsleiterin der "Tutzinger Nachrichten", Gisela Aigner ist Vorsitzende des Freundeskreises Tutzinger Brahmstage





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