Ganz nah bei Tutzing befindet sich "das kleine Glück“. So lautet der Titel einer Ausstellung im BRK Schloss Garatshausen. Künstler des Kunstvereins Starnberg e.V. präsentieren dort noch bis April 2027 ihre Werke. „Ein gelebter Baustein des reichhaltigen Kulturlebens im Landkreis Starnberg“, kommentierte der Starnberger Landrat Stefan Frey kürzlich, als er die Aktion „Künstler für Senioren“ bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen besuchte. Denn diese Aktion hat einen ganz besonderen Hintergrund: Sie soll Kunst und Kultur zu den Menschen bringen, die in ihrer Mobilität zu eingeschränkt sind, um selbst zu ihr kommen zu können.
Damit soll die Aktion gleichzeitig die Brücke schlagen zwischen den Heimbewohnerinnen und -bewohnern und der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden. Und das gelingt: Gerade viele Menschen aus Tutzing nutzen gern die Möglichkeit, den Skulpturenpark, das Café am See und Ausstellungen wie diese zu besuchen. Ein Grund dafür dürfte neben dem kulturellen Interesse auch sein, dass ihnen die Tore zum Park „ihres" Tutzinger Schlosses meist verschlossen bleiben. Im Schlosspark von Garatshausen hingegen sind Spaziergänger, Kaffeetrinker und Kunstinteressierte gleichermaßen gern gesehen.
Lebhaftes und inspirierendes Miteinander
Das zur Nachbargemeinde Feldafing gehörende Garatshausen ist für viele ohnehin gefühlt ein Tutzinger Ortsteil. Das Tutzinger Ortszentrum ist von dort näher als das Feldafinger. Und das Kulturangebot in Garatshausen ist reizvoll. Konzerte, Lesungen und Vernissagen mit nicht selten bekannten Künstlern sorgen im BRK Schloss regelmäßig für kurzweilige Unterhaltung. Musik klingt immer wieder durchs Haus oder durch den Garten, und hauseigene Singkreise laden zum Mitwirken ein.
Die Aktion „Künstler für Senioren" feierte 2019 bereits 30-jähriges Jubiläum. In den ersten drei Jahrzehnten kamen rund 145 Veranstaltungen zusammen. An die 50 Kunstwerke sind seither als Spenden oder Dauerleihgaben im Haus und im Park geblieben – darunter die Rauminstallation „Aureole" und mehrere Stelen von Paolo de Brito, die 2023 dank Spenden der Kirchengemeinden und von „Künstler für Senioren" übergeben wurden, sowie im selben Jahr der vielbeachtete Skulpturenwettbewerb „Landkreisspitzen – Landkreiskunst" zum Thema „Miteinander". Erst im Juni wurde zudem das Kunstwerk „Insignis" von Theres Reich restauriert.
Die Ausstellungen mit teils weltweit renommierten Künstlern haben ihr Publikum längst im ganzen Landkreis gefunden. So entsteht in Garatshausen ein ebenso lebhaftes wie inspirierendes Miteinander: Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst zu Kunst und Kultur gehen kann, bekommt sie ins Haus gebracht – und profitiert zugleich vom Kontakt zu Besucherinnen und Besuchern von außerhalb.
Die große und spannende Welt der Ausstellungen und Vernissagen
Treibende Kraft hinter der Ausstellung ist Rita Enzinger. Die Kulturpreisträgerin hat mit ihrem Einsatz über die Jahre ein kulturelles Zentrum geschaffen, das weit über die Grenzen des Landkreises hinaus wirkt. Mehr als 30 Jahre ist es her, dass der damalige Landrat Rudolf Widmann die allererste Ausstellung der Reihe mit seiner Anwesenheit würdigte – damals noch in Kooperation mit dem Kunstverein Roseninsel. „Für uns war das der erste große Schritt nach draußen", erinnert sich Enzinger. „Und damit ein Startschuss in die für uns so große und spannende Welt der Ausstellungen und Vernissagen."
Aus dieser ersten Vernissage ist inzwischen eine feste Institution geworden, die bis heute von Enzingers Organisationstalent und ihrem unermüdlichen Engagement lebt. 2017 erhielt sie dafür den Anerkennungspreis des Landkreises Starnberg. Landrat Frey ließ sich gemeinsam mit seiner Kulturreferentin Barbara Beck von Enzinger und von Roswitha Langleder, einer der 46 an der aktuellen Schau beteiligten Künstlerinnen und Künstler, durch die Ausstellung „Das kleine Glück" führen. Einrichtungsleiterin Lea Därr und Christine Gunz-Kahlau, die Leiterin der sozialen Betreuung, freuten sich über den Ehrengast. Frey zeigte sich beeindruckt. Als er sich ins Gästebuch eintrug, zeigte er sich regelrecht überzeugt: „Das kleine Glück findet sich hier.“
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Die Ausstellung „Das kleine Glück" ist noch bis April 2027 zu sehen. Wer möchte, kann den Besuch mit einer Einkehr im öffentlichen Schlosscafé verbinden – bei Kaffee und Kuchen und einem Blick auf den See vom hauseigenen Uferbereich aus. Café und Park sind ganzjährig zugänglich. Ein Anruf beim Kunstverein Starnberg lohnt sich vor größeren Gruppenbesuchen. https://kunstverein-starnberg.de
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