Die Rocklegende Peter Maffay engagiert sich in der Region schon seit vielen Jahren für soziale Belange. Die in Tutzing ansässige Peter Maffay Stiftung betreut jedes Jahr tausende Kinder in Bayern, Rumänien sowie auf Mallorca. Peter Maffay ist außerdem Namensgeber und Schirmherr der Tabaluga Kinderstiftung, die 1998 ebenfalls mit Sitz in Tutzing mit dem Zweck gegründet wurde, Kindern, Jugendlichen und deren Familien in akuten Notlagen unabhängig von Nationalität, sozialem Stand oder Religion zu helfen. Für die Tutzinger Brahmstage, die in diesem Jahr junge Talente im Fokus haben, hat der 77-Jährige die Schirmherrschaft übernommen. Im Interview mit deren Veranstaltern erläutert der in Tutzing lebende Musiker sein Engagement sowie seine Verbindung zur klassischen Musik.
"Meine Mutter wollte unbedingt, dass ich Geige lerne, und meine Begeisterung dafür hielt sich durchaus in Grenzen. "
Herr Maffay, sie gelten in der deutschen Rockszene als die kraftvollste Stimme. Was hat Sie bewogen, die Schirmherrschaft für ein Klassikfestival zu übernehmen?
Peter Maffay: Die Tutzinger Brahmstage haben seit vielen Jahren einen sehr guten Ruf und begeistern viele Menschen. Was mir besonders gefällt, ist, dass dabei auch junge Leute mitgenommen und eingebunden werden. Ich lebe mit meiner Familie hier in Tutzing und fühle mich diesem Ort sehr verbunden. Deshalb habe ich mich über die Anfrage sehr gefreut. Die Schirmherrschaft für die Brahmstage 2026 zu übernehmen, ist daher für mich eine Selbstverständlichkeit und auch eine große Ehre.
Welchen Bezug haben Sie zur klassischen Musik und speziell zu der Musik von Johannes Brahms?
Peter Maffay: Ich bin durch meine Eltern schon früh mit klassischer Musik in Berührung gekommen, wobei meine ersten eigenen Erfahrungen nicht ganz freiwillig waren: Meine Mutter wollte unbedingt, dass ich Geige lerne, und meine Begeisterung dafür hielt sich durchaus in Grenzen. Heute höre ich klassische Musik sehr gerne, weil ich dabei gut abschalten kann. Und Brahms ist hier in Tutzing natürlich sehr präsent. Er hat hier Teile seiner Werke komponiert, und der Brahms-Pavillon ist nur einen Steinwurf von unserem Zuhause entfernt. Da entsteht ganz automatisch eine Verbindung.
Junge Menschen schon sehr früh an die Musik heranzuführen, ist heute wichtiger denn je. Welche Bedeutung messen Sie diesem Anliegen bei? Und was könnte man noch mehr dazu beitragen?
Peter Maffay: An unserer Tochter Anouk und meinem Sohn Yaris erlebe ich selbst, welche Bedeutung Musik für junge Menschen haben kann und mit wie viel Freude und Engagement sie dabei sind. Ich glaube, dass es sehr vielen Kindern und Jugendlichen ähnlich geht. Welches Genre sie dabei für sich entdecken, spielt überhaupt keine Rolle. Entscheidend ist, dass alle die Möglichkeit bekommen, Musik kennenzulernen, ein Instrument auszuprobieren oder sich auf andere Weise musikalisch zu entwickeln. Gerade die Schulen haben dabei eine wichtige Aufgabe. Beim Musikunterricht gibt es aus meiner Sicht zum Teil noch erheblichen Nachholbedarf. Ich würde mir wünschen, dass diesem Bereich auch von den zuständigen Schulbehörden wieder mehr Bedeutung beigemessen wird.
Werden Sie die Zeit und Gelegenheit haben, eines der Konzerte der diesjährigen Tutzinger Brahmstage zu besuchen, und wenn ja, welches? Und können Sie sich eine weitere Kooperation über dies Schirmherrschaft hinaus vorstellen?
Peter Maffay: Ob ich es in diesem Jahr persönlich zu einem der Konzerte schaffen werde, kann ich im Moment leider noch nicht abschließend sagen. Johannes Oerding und ich sind im Herbst rund um unser gemeinsames Projekt „Nashville“ auf Promoreise und entsprechend viel unterwegs. Sollte sich aber die Gelegenheit ergeben, würde ich sehr gerne eines der Konzerte besuchen. Und was eine mögliche weitere Zusammenarbeit mit den Tutzinger Brahmstagen über die diesjährige Schirmherrschaft hinaus betrifft: Da ist für die Zukunft alles offen.
Herr Maffay, vielen Dank für das Gespräch!
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Tutzinger Brahmstage mit Rockmusiker
Programm:
https://www.tutzinger-brahmstage.de/programm/
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