Kultur
3.10.2026
Von vorOrt.news

Erstmals Meisterkurs-Akademie bei den Brahmstagen

Das weithin bekannte Tutzinger Musikfestival beginnt in einer Woche - Interview

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In einer Woche beginnen die Tutzinger Brahmstage. Bereits zum 29. Mal findet das weithin bekannte Musikfestival in unserer Gemeinde statt. Vom 11. bis zum 25. Oktober stehen fünf Konzerte auf dem Programm: ein Klavierkonzert, ein Liederabend, erstmals ein „Akademie“-Konzert, ein Salonkonzert und ein Familienkonzert. Die Brahmstage stellen sich aber auch neu auf. Eine Besonderheit ist in diesem Jahr das Miteinander von Profis und musikalischem Nachwuchs. Für eine Verbindung musikalischer Gattungen steht exemplarisch als Schirmherr der in Tutzing lebende Rocksänger Peter Maffay. Zum ersten Mal gibt es im Rahmen der Brahmstage eine Meisterkurs-Akademie mit einer öffentlichen Generalprobe junger Instrumentalisten. Nähere Einblicke in das ebenso anspruchsvolle wie ansprechende Programm geben hier im Interview die beiden Vorsitzenden des Freundeskreises Tutzinger Brahmstage, Andreas Dessauer und Carola Romanus.

Junge Musiker gemeinsam mit erfahrenen Profis

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Carola Romanus und Dr. Andreas Dessauer geben Einblicke in das vielfältige Programm der diesjährigen Tutzinger Brahmstage © Freundeskreis Tutzinger Brahmstage

Die Tutzinger Brahmstage gehen in diesem Festivaljahr neue Wege. Allein das Motto „Brahms – jung interpretiert“ macht sehr neugierig. Welche Kernidee steckt dahinter?

Andreas Dessauer, 1. Vorsitzender des Freundeskreis Tutzinger Brahmstage
Junge Musiker, teils noch in der Ausbildung, teils bereits Profis, werden zusammen mit erfahrenen proben, ausprobieren, optimieren und dann dem Publikum gemeinsam die Musik von Komponisten wie Brahms und Weg- wie Zeitgefährten der klassischen Musik auf dem Musikfestival präsentieren.

Carola Romanus, 2. Vorsitzende des Freundeskreis Tutzinger Brahmstage
Im Mittelpunkt steht die Förderung und Sichtbarmachung von jungen Nachwuchskünstlerinnen und Nachwuchskünstlern, die bereits ein gehobenes künstlerisches Niveau haben und Erfahrung mitbringen. Sie erarbeiten mit gestandenen Profis, Meistern ihres Fachs, ein vielseitiges Programm und präsentieren das gemeinsam dem Publikum.

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Der Komponist Johannes Brahms (links) hat von Mai bis September 1873 einen viermonatigen Sommeraufenthalt in Tutzing verbracht. In dieser Zeit entstanden unter anderem die beiden Streichquartette op. 51 c-Moll und a-Moll sowie die berühmten Haydn-Variationen op. 56. Konzerte der Tutzinger Brahmstage finden unter anderem im Tutzinger Schloss bei der Evangelischen Akademie statt (rechts). © Brahm-Institut an der Musikhochschule Leipzig / Freundeskreis der Tutzinger Brahmstage

Startpunkt für einen „Innovationsschub“

Auch die Plakate, Anzeigen, der Flyer und die Webseite kommen neu und frisch daher, jung. Welche Zielgruppe soll sich angesprochen fühlen und ist der neue Auftritt Auftakt auch für neue Inhalte und dass nicht nur in diesem Jahr?

Andreas Dessauer: Wir haben seit vielen Jahren ein aufmerksames, uns treu unterstützend begleitendes Publikum, vermissen aber leider junge, an klassischer Musik Interessierte. Unsere Sichtbarkeit und Attraktivität, auch für junge Besucher, soll mit einem ausgewogenen Programm, jungen Interpreten und die Jugend ansprechenden Plakaten verbessert werden.

Carola Romanus: In diesem Jahr erfolgt der Startpunkt für einen „Innovationsschub“, der richtungsweisend für entsprechende Angebote der Folgejahre steht. Die Ankündigung ist daher bereits 2026 plakativer als früher, wobei sich hoffentlich alle Interessierten angesprochen fühlen.

„Tradition“ und „Moderne“ gestalten gemeinsam eine lebendige Zukunft

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Fahnen im ganzen Ort weisen in diesen Tagen auf die bevorstehenden Tutzinger Brahmstage hin © L.G.

„Moderne und Tradition“. Welche neuen Impulse werden gesetzt? Wofür steht Brahms, wofür künftig die Brahmstage?

Andreas Dessauer: Brahms steht klar für die Tradition des 19. Jahrhunderts. Seine Werke können und werden durch die Interpretation in die Moderne transformiert – gerade aufgrund des Enthusiasmus und mit der besonderen Energie junger Interpreten.

Carola Romanus: Die Brahmstage standen und stehen für die Interpretation von Brahms Werken und denen seiner Zeitgenossen. Dabei sind „Tradition“ und „Moderne“ keine Gegensätze, sondern sie gestalten gemeinsam eine lebendige Zukunft. Brahms selbst steht beispielhaft für die Verbindung von Tradition und Gegenwart seiner Zeit, weil er die großen musikalischen Formen der Vergangenheit bewahrte und sie zugleich mit der Ausdruckskraft der Romantik erneuerte. Genau diese neue Aufladung von Tradition möchten wir auch weiterhin in unserem Musikfestival unter Beweis stellen.

Ein gerade mal zehnjähriger Pianist mit wunderbaren Karriereaussichten

Und zum Programm, was erwartet das Publikum in diesem Jahr? Wer wirkt alles mit?

Andreas Dessauer: Ein gerade mal zehnjähriger Pianist mit wunderbaren Karriereaussichten, ein Jugendorchester – Julia Fischers „Kindersinfonie“ -, junge Profi-Sänger mit einem erfahrenen Liedbegleiter am Flügel, eine Meisterkurs-Akademie für Nachwuchskünstler unter Leitung professioneller Instruktion und Interpreten – diese Aspekte werden die 29. Tutzinger Brahmstage 2026 prägen und junge wie auch erfahrene Musikfestival-Besucher begeistern können.

Carola Romanus: Erstmals wird im Rahmen der Brahmstage eine Meisterkurs-Akademie initiiert. Junge, hochbegabte Instrumentalisten proben unter der Anleitung von Dozenten mit einer öffentlichen Generalprobe und dem Abschlusskonzert eben dieser Kammermusikakademie.

Weitere Informationen, Programm und Ticketpreise

www.tutzinger-brahmstage.de

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