„Mit Johannes an der Brahms – auf der Suche nach jungen Talenten“ hieß es am 17. Oktober bereits zum vierten Mal bei den Tutzinger Brahmstagen. Unter Leitung und Moderation der Bratschistin Pamela Kremer gestalteten die vielfach ausgezeichneten Geschwister Beatrice, Cornelius und Mathilda Fink das komplett ausverkaufte Familienkonzert im Roncallihaus der katholischen Kirche St. Joseph in Tutzing.
Begeisterten Applaus bekam schon die Begrüßung durch den Schirmherrn der diesjährigen Brahmstage, Peter Maffay, der mit seiner Familie das Konzert besuchte. Peter Maffay betonte die Bedeutung der Musik als Bereicherung im Leben von uns allen, als eine Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird, die Menschen verbindet und Brücken baut. Er erzählte die Geschichte über den 9. Ton in der Tonleiter – den „guten Ton“, ohne den keine Musik funktioniert. Das sollte auch für den Umgang miteinander in der Gesellschaft gelten - wie die Musik es uns vormacht.
Die Idee des Familienkonzerts, junge Menschen spielerisch an die klassische Musik heranzuführen und sie dafür zu begeistern, setzten Pamela Kremer und ihre zahlreichen Unterstützer:innen auf der Bühne und im Publikum mit Bravour um. Den Auftakt machten Pamela Kremer, Beatrice, Cornelius und Mathilda Fink, unterstützt von dem Kontrabassisten Christian Brühl, mit dem Walzer Nr. 8 aus opus 39 von Johannes Brahms in einer Bearbeitung für Streichquintett.
Nach der Frage, was denn eigentlich ein Komponist macht und den Antworten der Kinder wurde Beethoven als großes Vorbild für Johannes Brahms vorgestellt und musikalisch von Beatrice Fink (geb. 2011) Violine, Cornelius Fink (geb. 2009) Viola und Mathilda Fink (geb. 2009) Violoncello mit dem ersten Satz aus dem Trio Opus 8 in Es-Dur präsentiert.
Der nächste bedeutende Komponist, den Brahms verehrte, war Felix Mendelssohn Bartholdy, der als musikalisches Wunderkind galt und schon mit 17 Jahren begann, mit großer Leidenschaft eine Schauspielmusik zu Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ zu komponieren. Kinder aus dem Publikum visualisierten mit Namensschildern die handelnden Akteure und halfen mit, die komplizierte Geschichte zu erklären. Elfen, die Elfenkönigin Titania, der Elfenkönig Oberon und sein Diener Puck spielten zur Freude des großen und kleinen Publikums mitreißend die Irrungen und Wirrungen bis zum Happy End mit den Hochzeiten der sich liebenden Paare. Ein fröhlicher Brautzug mit dem berühmten Hochzeitsmarsch wurde von einem Streichorchester aus den Solist:innen und vielen Kindern und Jugendlichen unter der Leitung von Pamela Kremer begleitet.
Anschließend stellten die Geschwister Fink den französische Komponisten Jean Cras mit dem dritten Satz aus seinem Streichtrio vor, bevor dann zum Abschluss der berühmte Brahms-Walzer Nr. 15 von allen Musizierenden auf der Bühne mit großem Engagement gespielt wurden.
Als Zugabe sang das Publikum Brahms´ Wiegenlied „Guten Abend, gut´ Nacht“ zur Streicherbegleitung kräftig mit und verabschiedete die Musiker:innen mit frenetischem Jubel. Nach dem Konzert wurden die berühmten „Brahmskugeln“ zur Verköstigung angeboten – sie waren im Nu weg. Ein rundum gelungener Klassik-Familien-Nachmittag für Kinder und Erwachsene – mit dem Überraschungsgast Peter Maffay als Höhepunkt.
Kultur
19.10.2026
Familienkonzert begeistert Jung und Alt
Geschwister Fink spielen mit Pamela Kremer im Roncallihaus
Quelle Titelbild: Carola Romanus

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