Kurz vor Kriegsende sollten viele KZ-Insassen – eng zusammen-gepfercht in Güterwagons – in die so genannte „Alpenfestung“ transportiert werden. Ein Zug mit Häftlingen stand auch eine Nacht lang am Bahnhof in Bernried. Die lauten Hungerschreie waren bis ins Unterdorf zu hören. Am nächsten Tag wurde der Zug nach Tutzing weitergeschickt, wo die Häftlinge schließlich befreit wurden. Überlebende aus dem Zug – und aus einem weiteren Zug, der in Seeshaupt endete – fanden danach auch in Bernried Hilfe und berichteten von ihren schrecklichen Erlebnissen.
Am 28. April 2005 fand zum 60. Jahrestag die erste „Bernrieder Bahnhofsgedenkfeier“ statt. Im April 2008 pflanzte Max Mannheimer, ein Überlebender aus einem der Züge, das „Korbinian-Aigner-Apfelbäumchen“ auf dem Bernrieder Bahnhofsvorplatz.
Der Apfelbaum soll ein beständiges Zeichen der Wachsamkeit und des Mutes sein, für eine friedliche Zukunft und für Versöhnung einzustehen – auch heute. 2023 jährt sich die Befreiung und das Kriegsende zum 78. Mal. Sie sind herzlich eingeladen, Erinnerungszeichen am Apfel-Bäumchen am Bahnhof abzulegen (z.B. Blumen oder Kerzen im Glas).
Vielen Dank!
Bahnhofsgruppe Bernried: Judy Grosch,
Christine Eberl, Barbara Eder, Stefan Kreuz
Erinnern – am 28. April 2023
Im Gedenken an den Zug der KZ-Häftlinge und an die allgemeine Not und das Leid am Ende des 2. Weltkrieges

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