Kultur
19.3.2022
Von vorOrt.news

Auf dem Sprung von Tutzing nach Füssen

Kirchenmusikerin Helene von Rechenberg ist heute verabschiedet worden - Zwei Auftritte folgen noch

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Helene von Rechenberg hat das musikalische Leben in Tutzing zwölf Jahre lang maßgeblich mit geprägt © Björn Marquart

Die Tutzinger Ära von Kirchenmusikerin Helene von Rechenberg steht vor ihrem Ende. Nach zwölfjähriger Tätigkeit in der katholischen Pfarrei St. Joseph ist die gebürtige Münchnerin quasi auf dem Sprung nach Füssen: Am 1. April wechselt sie in gleicher Funktion ins Allgäu. Beim Patroziniumsgottesdienst heute und beim Empfang anschließend anlässslich der Eröffnung des (Josephs)-Brunnens im Brunnenhof ist sie verabschiedet worden. Aber zwei weitere Auftritte der scheidenden Kirchenmusikerin folgen in dieser Woche noch. Am kommenden Mittwoch, dem 23. März führt der Kinderchor unter ihrer Leitung beim Ökumenischen Seniorenclub das Singspiel "Die Bremer Stadtmusikanten" von Hans-Joachim Hepke auf (Roncallihaus, Beginn 14.30 Uhr). Der allerletzte Auftritt von Helene von Rechenberg in Tutzing wird eine musikalische Vesper am nächsten Sonntag, dem 27. März um 18 Uhr sein. Dabei wird ein Projektchor mehrchörige Psalmvertonungen von Gabrieli, Schütz und Praetorius singen. Die Mehrchörigkeit ist im Markusdom von Venedig entstanden und beeinflußte im späten 16. Jahrhundert auch die deutschen Komponisten. Ein Barockposaunen-Ensemble wird die Sängerinnen und Sänger unterstützen. "Es entsteht eine wahre Klangpracht", freut sich Helene von Rechenberg. Das Programm hätte eigentlich schon Ende Oktober aufgeführt werden sollen, musste aber krankheitsbedingt verschoben werden. Pfarrer Peter Brummer wird liturgisch durch diese Vesper führen.

Helene von Rechenberg hat das musikalische Leben in Tutzing maßgeblich mitgeprägt. Bevor sie in diese Gemeinde kam, war Wien ihre künstlerische Heimat gewesen. Sie hat unter anderem als Domorganistin in St. Pölten und als Stiftsorganistin in Heiligenkreuz im Wienerwald gewirkt. Die Gemeinde Tutzing hat sie vor vier Jahren mit dem Wilhelm-Hausenstein-Kulturpreis ausgezeichnet. Der emeritierte Freiburger Musikprofessor Klemens Schnorr, bei dem sie einst Orgel studiert hat, nannte sie als Laudator eine „Musikerin der Champions League“, Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald bezeichnete sie als einen „Glücksfall für das Kulturleben der Gemeinde“.

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