Der Tutzinger Thomaplatz ist ein Juwel. Wenn dafür noch ein weiterer Beleg erforderlich gewesen sein sollte - am Wochenende wurde er geliefert. Der kleine Park, für viele Inbegriff des alten Fischerdorfs, wurde am Samstag zur Seebühne.
Das hoch engagierte Ensemble des Münchner „Hofspielhauses“ lieferte in diesem traumhaften Ambiente eine recht eigenwillige, aber äußerst ideenreiche Version der berühmten Oper „Carmen“ rund um eine Kuh gleichen Namens. Kinder wie Erwachsene lauschten gleichermaßen gespannt.
„Das kuhriose, kuhnterbunte Abenteuer mit der Muhsik von Bizets weltbekannter Oper ist ein superkuhler Spaß für Publikuhm mit und ohne Hörner“: So beschreibt die Schauspieltruppe um Hofspielhaus-Chefin Christiane Brammer, die sich bei ihrer Begrüßung sehr angetan von Tutzing zeigte, mit ansteckendem Witz das tierische Vergnügen.
Da hatte sogar der aufziehende Regen ein Einsehen, den vom Ostufer herüber die Sturmwarnung dauernd ankündigte, während Anna Perwein als Kuh, Burkhard Kosche als Stier Muhstafa und Georg Roter als Bauer noch eifrig beschäftigt waren, am Thomaplatz ihre Geschichte fertig zu erzählen und zu singen. Kaum waren sie damit fertig, war es vorbei mit der Trockenheit.
Ein wenig durchnässt, aber bester Laune kamen die Zuschauer nach Hause. Am Abend gab’s dann in der zweiten Aufführung dieses Wochenendes wieder viel Musik rund um die Frage „Wer küsst die Braut?“, und heute geht’s weiter mit „Momo“ am Nachmittag und „Jedermann“ am Abend. Das ist wirklich ein "kuhlturelles" Quartett der besonderen Sorte im Tutzinger Sommer. Und manche Überlegungen von denen, die dabei waren, dürften um potenzielle weitere Nutzungen des Thomaplatzes kreisen, der auch schon für alle möglichen anderen Veranstaltungen ein prächtiges Ambiente beigesteuert hat.



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