Ein mitreißenden Klavierkonzert gab es am Sonntagabend im Tutzinger Schloss. Beim dritten Konzert der Tutzinger Brahmstage spielte der international bekannte Pianist Martin Stadtfeld Werke von Georg Friedrich Händel, Johannes Brahms und Ludwig van Beethoven. Der gebürtige Koblenzer, der im Jahr sensationell als erster Deutscher den renommierten Leipziger Bach-Wettbewerb gewonnen hat, ist schon auf auf vielen Konzertpodien und bei renommierten Festivals aufgetreten, und er hat mit namhaften Orchestern gespielt, so den Münchner Philharmonikern, der Academy of St Martin in the Fields, dem Leipziger Gewandhausorchester, der Staatskapelle Dresden, den Wiener Symphonikern, der Tschechischen Philharmonie Prag und dem Mozarteum-Orchester Salzburg.
In diesem Jahr hat Stadtfeld auch ein ganz besonderes Album veröffentlicht: Sein neues "Piano Songbook" enthält 20 kurze Stücke für Klavier, die auf bekannten Melodien unter anderem von Händel, Bach, Mozart, Vivaldi, Dvořák. Schumann und Beethenoven aufbauen. Außerdem steuert Stadtfeld selbst eigene Stücke bei, die „10 Piano Songs“. Es handele sich ausschließlich um seine "eigene Herzensmusik“, betont er: "Ich möchte mit meiner Bearbeitung den Kern der Melodie herausarbeiten, quasi eine gut verständliche und einfache Musik anbieten, die berührt und in der wir uns alle mit unseren eigenen Emotionen wiederfinden können.“
Besonders am Herzen liegt es Stadtfeld, Kinder und Jugendliche an die ernste Musik heranzuführen. „Die klassische Musik ist inzwischen aus der Mitte der Gesellschaft an den Rand gedrängt worden", so formuliert er es auf seiner Webseite: "Wenn man Kinder befragt, was sie hören, so ist das ganz selbstverständlich Pop-Musik. Selbstverständlich deswegen, weil vielfach schon ihre Eltern nie etwas anders als populäre Musik gehört haben. Umso wichtiger ist eine frühe Begegnung mit der Welt der klassischen Musik.“ Allerdings hat Stadtfeld vor wenigen Monaten in einem Interview auch besonders die Musik der schwedischen Popgruppe Abba gelobt, die er als einzigartig bezeichnete https://www.concerti.de/interviews/martin-stadtfeld/ I
Bewegender Liederabend und reizvolle Instrumentalkombination
Seit ihrem Beginn vor einer Woche hüllen die Brahmstage Tutzing in musikalisches Flair. Den Auftakt hatte am Sonntag im Schloss ein Konzert mit dem bekannten Tenor Julian Prégardien und der Pianistin Kota Sakaguchi markiert. Ihre Interpretationen von Kunstliedern und Volkslied-Bearbeitungen von Johannes Brahms und Gustav Mahler fanden bei den Besuchern von nah und fern viel Anklang. Kritiker lobten einen "bewegenden Liederabend". Beim zweiten Konzert des weit über die Grenzen von Tutzing hinaus bekannten Musikfestivals servierte der ursprünglich aus Tutzing stammende Klarinettist Roman Gerber eine attraktive Mischung mit besonderen Duo-Werken dreier Komponisten, deren Namen mit "B" beginnen: Johannes Brahms, Alban Berg und Leonard Bernstein. Zusammen mit dem dem Pianisten Oliver Bunnenberg entfaltete diese eher seltene Instrumentalkombination in der Aula des Tutzinger Gymnasiums reizvolles Flair.
Noch bis zum 24. Oktober dauern die längst weit über die Grenzen der Region StarnbergAmmersee hinaus bekannten Tutzinger Brahmstage. Am nächsten Freitag, dem 22. Oktober folgt ein Orgelkonzert von Helene von Rechenberg. Die renommierte Tutzinger Kirchenmusikerin spielt beim erst zweiten Orgelkonzert in der 24-jährigen Geschichte des Festivals in der Tutzinger Pfarrkirche St. Joseph. Meisterhafte Orgelwerke von Brahms stehen nach Johann Sebastian Bach und vor Max Reger im Zentrum ihres Programms. Den Abschluss der Brahmstage bildet am 24. Oktober hochkarätige Streicher-Kammermusik mit dem a-Moll-Streichquartett von Johannes Brahms als Krönung. Das renommierte Schumann Quartett mit den Brüdern Erik, Ken und Mark Schumann sowie der estnischen Bratschistin Liisa Randalu spielt in der Evangelischen Akademie auch das berühmte Kaiserquartett von Joseph Haydn und Stücke von Leos Janácek.
Das Festival zieht Liebhaber ernster Musik aus nah und fern an
Bei den diesjährigen Konzerten des Festivals wird immer wieder deutlich. welch besonderen Bezug Tutzing zu Johannes Brahms hat. Der Komponist verbrachte im Jahr 1873 einen Sommer lang in Tutzing und ließ sich von der schönen Landschaft zum Komponieren inspirieren. „Tutzing ist weit schöner, als wir es uns vorstellen konnten“, schrieb Brahms damals. „Eben hatten wir ein prachtvolles Gewitter; der See war fast schwarz, an den Ufern herrlich grün, für gewöhnlich ist er blau, doch schöner, tiefblauer als der Himmel, dazu die Kette schneebedeckter Berge – man sieht sich nicht satt.“ Eindrücke, die Brahms zu bedeutenden Kompositionen wie den berühmten Haydn-Variationen op. 56 inspirierten.
Aus Anlass des 100. Todestags des Komponisten fanden im Oktober 1997 die ersten Tutzinger Brahmstage statt. Opernstars wie Jonas Kaufmann, Hermann Prey, Christian Gerhaher, Michael Volle oder Franz Hawlata sowie herausragende Musiker traten hier schon auf und interpretierten Werke von Brahms und anderen Komponisten. Veranstalter der Tutzinger Brahmstage ist der gleichnamige in Tutzing ansässige Freundeskreis in Kooperation mit den KunstRäumen am See von Elisabeth Carr. Jedes Jahr zieht der Konzertzyklus im Herbst Liebhaber ernster Musik aus nah und fern an. Der Freundeskreis Tutzinger Brahmstage zählt derzeit rund 160 Mitglieder.
Das Programm der 24. Tutzinger Brahmstage 2021
https://tutzinger-brahmstage.de/programm-2021/
Sonderausstellung im Tutzinger Ortsmuseum über Musikgeschichte am Starnberger See:
Sonderausstellung bis Juli verlängert
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