Kultur
13.9.2020
Von vorOrt.news

Eindrucksvoller Orgelspaziergang in Tutzing

Kirchenmusikerin Helene von Rechenberg führte heute zu ganz unterschiedlichen Instrumenten

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Die Sandtner-Orgel in der katholischen Pfarrkirche St. Joseph

Neun Orgeln stehen in Tutzing. Heute gab es eine echte Premiere: den ersten Tutzinger „Orgelspaziergang“. Helene von Rechenberg, Kirchenmusikerin der katholischen Pfarrei St. Joseph und Trägerin des Tutzinger Hausenstein-Kulturpreises, hat unterschiedliche Orgeln einfühlsam vorgeführt und erklärt. Das passte gut zum Tag des offenen Denkmals und zum Tag der Orgel, die beide an diesem Sonntag waren. Der Verein zur Förderung der Kirchenmusik hat diese Veranstaltung gemeinsam mit der Gemeinde Tutzing organisiert. Unterstützt wurde die Veranstaltung von einer finanziellen Förderung aus der Jubiläumsausschüttung 20 Jahre Stiftung Kreissparkasse Starnberg.

Der Spaziergang machte die Vielfalt der Tutzinger Orgeln eindrucksvoll deutlich. In der Tutzinger Pfarrkirche steht die größte Orgel des Landkreises Starnberg: die Sandtner-Orgel, wegen vieler Schäden des aus dem Jahr 1930 stammenden Vorgängermodells neu gebaut in den Jahren 1983/84 von der Orgelbaufirma Sandtner in Dillingen. Die älteste Tutzinger Orgel befindet sich in keiner Kirche, sondern im Ortsmuseum am Thomaplatz. Dieses von Philipp Franz Schleich (um 1686 bis 1723) im Jahr 1720 gebaute Instrument befand sich früher in der Kirche St. Nikolaus auf der Ilkahöhe.

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Helene von Rechenberg führte spielerisch durch die Tutzinger Orgelwelt © Horst Duensing
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Die Schleich-Orgel im Ortsmuseum

In der Kirche St. Nikolaus auf der Ilkahöhe wiederum steht seit zwei Jahren Tutzings jüngste Orgel. Weitere Orgeln gibt es in der Kapelle der Evangelischen Akademie Tutzing, in der evangelischen Christuskirche, in der Kapelle des Krankenhauses, in der Klosterkirche der Missions-Benediktinerinnen und in der alten Kirche St. Peter und Paul, wo ein Instrument der Orgelbauerdynastie Beer zu finden ist.

Was aus der Schleich-Orgel im Ortsmuseum wird, ist offen. Während die einen dazu neigen, die historische Rarität als Dauerleihgabe einem Orgelmuseum in Kelheim zur Verfügung zu stellen, liebäugeln die anderen mit Tutzinger Konzerten im Sommer, bei offenen Türen des Ortsmuseums zum Thomaplatz hin. Die Bedienung ist freilich auch für Könner eine Herausforderung. Denn die Schleich-Orgel verfügt nur über eine kleine Oktave, außerdem ist sie um einen Halbton höher gestimmt als üblich. Das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten erfordert deshalb eine etwas mühsame Transposition.

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Die Besucherzahl war begrenzt, das Interesse umso größer © Horst. Duensing

Am nächsten Sonntag, dem 20. September, wird es einen zweiten Orgelspaziergang geben. Der Eintritt ist frei, Spenden zugunsten des Fördervereins für Kirchenmusik sind willkommen.

Die Teilnahme am Orgelspaziergang ist nur mit einer Teilnehmerkarte möglich. Teilnehmerkarten gibt es in der Buchhandlung Held und im Tourismusbüro.

Das Programm:

Treffpunkt 14.15 Uhr vor der Kirche St. Nikolaus auf der Ilkahöhe
14.30 Uhr Beginn
15.15 Uhr Christuskirche
15.45 Uhr St. Joseph
Kurze Kaffeepause
16.45 Uhr Ortsmuseum
17.15 Uhr Alte Kirche St. Peter und Paul
Ende gegen 18 Uhr

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Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Bei Regen beginnt der Orgelspaziergang erst um 15.15 Uhr an der Christuskirche und endet etwa um 17.15 Uhr in der alten Kirche Peter und Paul. Einen Abstand von 1,5 Metern müssen die Teionehmer während der gesamten Veranstaltung einhalten. Bei Ankunft und bevor alle Personen einen Platz mit ausreichend Abstand eingenommen haben, müssen Mund-Nasen-Schutz Masken getragen werden. Desinfektionsmittel stehen zur Verfügung.

Wer in den letzten 14 Tagen wissentlich Kontakt zu einem bestätigten an Covid-19-Erkrankten gehabt hat, wer unspezifische Allgemeinsymptome oder respiratorische Symptome jeder Schwere aufweist, kann am Orgelspaziergang nicht teilnehmen. Änderungen an der Veranstaltung aufgrund von Auflagen in Bezug auf die jeweils gültige Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind noch möglich.

Weitere Informationen stehen auf dem hier abgebildeten Plakat (zum Vergrößern bitte anklicken). Rückfragen können an die Gemeinde Tutzing gerichtet werden (Tel. 08158/2502-22).

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