Kultur
30.6.2020
Von Akademie für politische Bildung

"Der Müll müsste rausgebracht werden"

Axel Hacke erläutert in Tutzing das "Partnerschaftspassiv" und das "Coronieren"

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Nicht im Rosengarten, aber auch im Hörsaal gut drauf: Axel Hacke bei seiner Lesung © APB Tutzing

Schönes Wetter hatte Axel Hacke nicht mit nach Tutzing gebracht - aber das tut er nie, wie er dem Publikum in der Akademie für Politische Bildung verriet. Dafür brachte der Kolumnist des „SZ-Magazins“ die Zuhörerschaft mit seinen Geschichten vom "Partnerschaftspassiv" und Supermarkt-Besuchen in der Coronakrise zum Lachen - trotz Maske.

Wo Axel Hacke zu Gast ist, regnet es. Immer. Das ist der Grund, warum er das Wetter mittlerweile persönlich nimmt. Ob im Urlaub im Süden oder bei seiner Lesung in Tutzing. Es müsse jemanden geben, der sich fragt: "Na, wo reist Hacke diesmal hin?" Und so sitzt er in der Akademie für Politische Bildung nicht wie geplant im Rosengarten, sondern im Hörsaal - zwar ebenfalls mit Blick auf den See, aber ohne Sonne. Seine Geschichten trübt das Wetter dennoch nicht.

Indirekte Aufforderungen

Er erzählt von seiner Frau Paola und dem "Partnerschaftspassiv", wenn es darum geht, den Müll rauszubringen: "Der Müll müsste rausgebracht werden." Den Gästen ist diese grammatikalische Form, die indirekt den anderen zum Erledigen der Arbeiten auffordert, offensichtlich wohlbekannt. Trotz Mund-Nasen-Maske und Abstandsregel wurde lauthals gelacht.

Fragen eines kritischen Sohns

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"Das Beste aus aller Welt" in Tutzing: Die Akademie für politische Bildung aus der Vogelperspektive © APB Tutzing

Seine Kolumne "Das Beste aus aller Welt" schreibt Axel Hacke seit vielen Jahren für das SZ-Magazin. An manchen Tagen sitzt er aber zu Hause am Schreibtisch, jammert und weiß nicht, was er schreiben soll. Sein Sohn bekommt das mit und fragt ihn eines Morgens, ob man sich selbst aussuchen könne, was man später einmal beruflich macht. Daraufhin entgegnet Hacke: "Ja Luis, du kannst Dir selbst aussuchen, was du werden möchtest, je nachdem, was du gut kannst". Sein Sohn entgegnet ihm darauf: "Und warum hast du dir dann nicht was ausgesucht, was du gut kannst?". Diese morgendlichen Diskussionen über Gott und die Welt bringen Hacke ins Grübeln und er nimmt auch die Zuschauer „zum Denken“ mit.

Regnerische Aussichten

Über Präsident Trump denkt Hacke zum Beispiel immer dann nach, wenn er sich mit dem Anstand beschäftigt. Nachdem Trump einen Journalisten bei seinem Wahlkampf 2016 nachäffte, verfasste Hacke kurzerhand eine Kolumne ganz im Stil des mächtigsten Mannes der Welt. Urkomisch und absolut inhaltslos trägt Hacke seinen Monolog vor und windet sich gekonnt um jeglichen Inhalt. Es wäre eine "sehr, sehr tolle Sache", was er da verfasste und er wäre "sehr, sehr begeistert" von einer so "wahnsinnig spannenden und inhaltsreichen Kolumne", die er bald geschrieben haben wird. Dabei nimmt er Bezug auf das Gipfeltreffen von Trump und Kim Jong-un im Jahr 2018, das auf Twitter mehr versprach als dann tatsächlich umgesetzt wurde.

Die Coronakrise beschreibt Hacke als „Tango, den wir im Supermarktgang oder auf dem Bürgersteig tänzeln, um ja nicht von möglichen Coronaviren attackiert zu werden“. "Coronieren" nennt er das. Und so coronieren die Zuschauer dann mit ihren Masken durch den Regen zum Auto - und ahnen nichts Gutes für den Sommer. Denn Axel Hacke hat sie gewarnt: "Diesen Sommer bleibe ich in München".

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