Vier Tutzinger kandidieren bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 für den Starnberger Kreistag. Im Landkreis Starnberg sind im grünen Kreisverband Starnberg 14 Ortsverbände organisiert. Der Kreisverband Starnberg hat rund 550 Mitglieder. Bei der Aufstellungsversammlung im Augustiner in Wörthsee hat der Kreisverband in einem mit rund 100 Mitgliedern und Interessierten voll besetzten Saal erstmals das kumulierte Blockwahlverfahren angewandt, in dem die Listenplätze 3 bis 20 basisdemokratisch durch die Versammlung gewählt werden können. "Ein Verfahren, das Tempo brachte und zugleich mehr direkte Demokratie erlaubt", kommentieren die Verantwortlichen.
Flora Weichmann: "Unser Landkreis braucht ein Frauenhaus"
Die Sprecherin der Tutzinger Grünen, Flora Weichmann, kam auf Platz 5. Ihr werden damit gute Chancen eingeräumt, erstmals auch im Kreistag zu wirken. Weichmann spricht sich für die Umsetzung eines klug vernetzten, kreisweiten Mobilitätskonzeptes aus. Zudem will sie feministische Fortschritte im Landkreis Starnberg erzielen. "Unser Landkreis braucht zum Beispiel auch ein Frauenhaus", erklärt sie.
Bernd Pfitzner will sich für die rasche Sanierung des Gymnasiums Tutzing engagieren
Auf Platz 12 kandidiert Bernd Pfitzner, der über langjährige Erfahrung im Tutzinger Gemeinderat und im Kreistag verfügt. „Ich werde mich im Kreistag weiterhin besonders für die Energiewende mit Bürgerbeteiligung und für bezahlbaren Wohnraum einsetzen", kündigt er an. In der prekären finanziellen Lage der Kommunen müsse man innovative Wege einschlagen. Besonders am Herzen liegt Pfitzner, wie er sagt, das Gymnasiums Tutzing, für dessen rasche Sanierung er sich auch in Zukunft engagieren werde.
Heike Dewitz hat die Stärkung der Frauen in der Kommunalpolitik im Blick
Auf Platz 35 der Kreistagsliste kandidiert die Tutzingerin Heike Dewitz. Sie bringt nicht nur ihre Erfahrung aus 22 Jahren Arbeit im Weltladen Tutzing ein: "Als Referentin im Auftrag von Fairtrade Deutschland setze ich mich für fairen Handel ein", sagt sie. Zudem habe sie als Referentin zum Thema Altersvorsorge für Frauen auch die Stärkung der Frauen in der Kommunalpolitik im Blick. Ein weiteres Anliegen ist ihr die Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrer.
Gerald A. Herrmann will sich vor allem für die Ökologisierung der Landwirtschaft einsetzen
Gerald A. Herrmann aus Tutzing, der auf Platz 50 der Kreistagsliste kandidiert, will sich im Kreistag vor allem für die Ökologisierung der Landwirtschaft einsetzen. "Denn sie ist für das Überleben der Natur, von uns und unseren Kindern zwingend erforderlich", sagt er. Der Biodiversitätsverlust sei gravierender als die Klimakrise und kostet die Gesellschaft zig Milliarden Euro. Die Trinkwasserbelastung durch Nitrate und Pestizide gefährde Bürgerinnen und Bürgern. "Die Gesundheitskosten steigen stetig, auch aufgrund unseres derzeitigen Ernährungssystems", warnt Herrmann: "Als Öko-Unternehmer weiß ich, wovon ich spreche.“
„Strickmützen raus – und jeden Einzelnen überzeugen"
Durch die siebenstündige Versammlung führte Irina Freihart, Sprecherin des Grünen Bezirksverbands Oberbayern. Johannes Becher, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, zeigte sich beeindruckt von der großen Beteiligung. Sein Appell: „Strickmützen raus – und jeden Einzelnen überzeugen.“ In der Kommunalpolitik und insbesondere im Kreistag könne aktiv gestaltet werden. Er gab sich übedrzeugt: „Wir Grünen können Verantwortung für diesen Kreis übernehmen.“ Die Aufgabe für die Mitglieder fasste er so in Worte: " Gemeinsam anpacken, rausgehen, mit Menschen reden."
Für Benjamin Barho, den Landratskandidaten und Sprecher der Grünen im Kreis Starnberg, ist diese Kreislistenaufstellung die wichtigste Veranstaltung für einen Kreisverband. „Wir legen hier den Grundstein unserer Arbeit der nächsten sechs Jahre", sagte er. "und zeigen unseren großen Willen für unseren Landkreis Starnberg und die Menschen hier positiv zu gestalten.“
Auf den Spitzenplätzen der Kreistagsliste stehen Martina Neubauer auf Platz 1 und Landratskandidat Benjamin Barho auf Platz 2. Für die aussichtsreichen Plätze 3 bis 20 bewarben sich 36 Personen, jede Vorstellung lief im Fünf-Minuten-Takt- mit drei Minuten Rede und zwei Minuten Fragen. Die Liste spiegelt nach Meinung der Verantwortlichen "die ganze Breite des Landkreises" wider - mit jungen Erwachsene, Eltern, Seniorinnen, Ingenieuren, Juristinnen, Pädagogen; Handwerkerinnen, Kaufleuten und Unternehmerinnen. "Die Liste vereint erfahrene Kommunalpolitik und neue Talente", so der Kreisverband: "Sie wurde geschlossen angenommen – ein deutliches Zeichen innerer Einheit." Mit dieser Mischung starteten die Grünen gut gerüstet in die Kommunalwahl am 8. März 2026.
Als wichtige Themen nennt der Kreisverband Klimaschutz, Radwege, ÖPNV, starke Schulen, Krankenhäuser, Demokratie und nachhaltige Konzepte für einen lebenswerten Landkreis sowie die klare Position gegen den Rechtsruck.
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Warum also nicht Kandidat A in den Gemeinderat und Kandidatin B in den Kreisrat schicken? An Bewerberinnen und Bewerbern mangelt es erkennbar nicht, wie insbesondere bei den Grünen die gut gefüllten Listen zeigen.