Zum Namen des Platzes an der Einmündung der Marienstraße in die Hauptstraße wird es eine Bürgerbeteiligung geben. Das hat der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Tutzinger Gemeinderats gestern beschlossen.
Im Ausschuss wurde erwähnt, dass es für einen Platznahmen bereits diverse Vorschläge gibt, über die diskutiert wird. Es zeichnete sich aber noch kein Namensfavorit ab.
Die Gemeindeverwaltung soll nun auf Beschluss des Ausschusses ein Beteiligungsverfahren einleiten. Wie der Platz heißen wird, soll dann der Gemeinderat entscheiden.
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Wie soll der Platz heißen?
Stachus, Marienplatz, Vetterlhausplatz
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Kommentare
Auch ich habe einen Namenvorschlag an die Gemeinde gemailt; ich gehe aber nicht unbedingt davon aus, dass sich mein Vorschlag gegen die "Preferiti" durchsetzen kann.
^^ So ist das eben in einem demokratischen Prozess.
Und auch da stimme ich Ihnen zu: Gerade wenn Einkommen unter Druck geraten, zählt bezahlbare, verlässliche Mobilität. Vieles ließe sich pragmatisch und zügig umsetzen, wie Carsharing-Stationen in Bareisl, Luswiese und die Erweiterung derjenigen am Bahnhof; ein dichterer Bus-Takt mit kleineren Fahrzeugen auf Bergstrecken und flexible On-Demand-Shuttles in den Nebenzeiten; sichere, gut beleuchtete Fußwege und Querungen; überdachte, diebstahlsichere Abstellanlagen für E‑Bikes am Bahnhof; mehr Leih-Lastenräder für Großeinkäufe. – Und die restliche Wegstrecke dann für 58 Euro pro Monat mit dem Deutschlandticket.
Solche Bausteine senken die Haushaltskosten, entlasten Straßen und erhöhen die Erreichbarkeit, ohne neue Dauerverkehre zu erzeugen. Wenn diese Maßnahmen greifen, wird das Auto dort, wo es wirklich nötig ist, wieder besser durchkommen.
Aus solchen Befunden folgt, dass eine zusätzliche Anbindung an das überregionale Straßennetz das Verkehrsaufkommen nur verlagern würde und ihn insgesamt sogar erhöhen könnte. Eine spürbare Entlastung entsteht vor allem dort, wo die Quellen und Ziele der Verkehrsflüsse liegen. Und die Entlastung tritt ein, wenn es bessere Bedingungen für Zufußgehen und Radfahren sowie durch verlässlichen, gut erreichbaren ÖPNV gibt.
Sinnvoll wäre, die Werte mit aktuellen, kleinräumigen Erhebungen zu aktualisieren und nach Tageszeiten sowie Straßenzügen zu differenzieren. Auf dieser Basis lassen sich punktgenaue Maßnahmen ableiten, die je investiertem Euro die größte und dauerhafteste Entlastung bringen.
Der blinde Fleck dabei ist nun einmal der induzierte Verkehr. Zusätzliche Straßenkapazität erzeugt zusätzliche Fahrten. Jahrzehntelang wurde wachsender Autoverkehr reflexhaft mit mehr Straßebau und zusätzlichen Verbindungen beantwortet. Das verschärft, wie wir nach all den Jahren unter einer solchen Verkehrspolitik wissen, langfristig Lärm, Luftbelastung, befördert Versiegelung und Unfallrisiken.
Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Viel sinnvoller ist, zuerst Ziele, Netzwirkungen und Alternativen zu prüfen und dann die Maßnahme zu wählen, die pro investiertem Euro die größte und dauerhafteste Entlastung bringt.
die Kustermannstraße ist insbesondere im Bereich zwischen Bahnlinie & Waldfriedhof für solch zusätzlichen Verkehr nicht geeignet. Auch ein neuer Belag würde nichts daran ändern. Zu eng und größtenteils nicht mal Platz für einen Gehweg, der diese Bezeichnung verdiente.
Eine kurze Verbindung zwischen Bareisl, Luswiese & Co zur Kustermannstraße - möglichst weit oben zwischen den letzten Häusern & dem Waldfriedhof - könnte diesen Verkehr aus Tutzing ableiten. Theoretisch.
Aber meines Erachtens - wie auch der Ausbau der Traubinger Straße - auf Sicht nicht durchsetzbar, weder finanziell, noch politisch.
Zumal die Kustermannstraße dann ab Waldfriedhof bis zur B2 auch noch besser ausgebaut werden müsste.
Es geht nicht um ‚Verkehr weg‘, sondern um verlässliche Erreichbarkeit für alle und weniger Durchgangsverkehr. Wenn konkrete Orte im Umland interessieren, wäre es eine Fleißarbeit, das zu recherchieren. Wirklich hilfreich wären allerdings Tutzing‑eigene Daten zu Wegen, Takten, Parkdauer und dem jeweiligen Reiseziel und Anliegen derer, die unterwegs sind. Dann würden wir nicht über Prinzipien reden, sondern über das, was hier vor Ort tatsächlich wirkt, und das heißt: Mobilität erleichtert, ihre Kosten senkt und unliebsame Nebenfolgen verringert.
Zweitens folgt aus dieser Vielfalt nicht automatisch eine generelle PKW‑Zwangslage. Verlässlicher ÖPNV, gute Umsteigepunkte, sichere Fuß‑/Radwege und sinnvolle Park‑&‑Ride‑Angebote reduzieren die Autonotwendigkeit, ohne Autonutzung zu verteufeln. Bevor über eine neue B2‑Anbindung entschieden wird, wäre ein Blick in belastbare Pendlerströme, Takt- und Erreichbarkeitsdaten für die genannten Straßenzüge hilfreich. Damit ließe sich klären, wem welche Maßnahme tatsächlich nützt. Und wo Investitionen in ÖPNV/Angebotsqualität schneller, günstiger und breiter wirken als eine neue Zubringertrasse.
Ein Hinweis noch zur Planungssicherheit. Zusätzliche Straßenkapazität zieht erfahrungsgemäß – und die Erfahrung ist empirisch gesichert – zusätzlichen Verkehr an, ich hatte das ja bereits mehrfach erwähnt. Bevor neue Verbindungen geschaffen werden, sollte deshalb unbedingt geprüft werden, ob die erhoffte Entlastung nicht durch induzierten Verkehr wieder aufgezehrt wird. Und ob Investitionen in dichtere Takte, Umsteigepunkte im ÖPNV sowie sichere Fuß- und Radwege (in Zeiten von E-Bikes, die Höhenunterschiede leichtfüßig überwinden) nicht schneller, breiter und nachhaltiger wirken.
Sehr gern, danke für Ihre Frage, Herr Jilg:
Die oberen Bereiche von Tutzing besitzen eine für Tutzing äußerst hohe Bevölkerungsdichte mit tausenden von Mietern und vielen Eigentümern.
Zur Verdeutlichung sei der in erster Linie betroffene Ortsteil wie folgt definiert:
Am Bareisl, Luswiese, Benediktenweg, Zugspitz-, Heimgarten-, Herzogstand-, Waxen-, Alpspitz-, Bergwiesen- und die gesamte Traubingerstraße mit weiteren Erschließungs-/Stichstraßen.
Für einen riesigen und motorisierten Bevölkerungsanteil stehen hierbei besonders die Großsiedlungen AM BAREISL und an der LUSWIESE.
Da es sich hier um noch einigermaßen bezahlbaren Wohnraum handelt, wohnen dort übermäßig viele, auch normalverdienende (ja, ich sage es: Fleißige ) Arbeitnehmer (u.a. Fachkräfte/Schichtarbeiter, Krankenhauspersonal, Bundesbahnangestellte, Angestellte des größten Tutzinger Arbeitgebers [Werkswohnungen]), sehr viele Berufspendler, ältere und behinderte Mitbürger welche aufgrund der "bergigen-", etwas abseitigen Lage zwingend auf Kraftfahrzeuge angewiesen sind.
Sehr viele Anwohner/Pendler fahren täglich mit momentan umständlicher Anbindung zunächst durch die gesamte, sehr enge und unfallgeneigte Traubinger Straße und immer auch natürlich durch den Ort, nachfolgend dann erst über die 'endlich erreichte', gut ausgebaute und geschätzte Bundesstraße B2 nach Weilheim, Starnberg, München usw., etc., ff., um nur einige Beispiele zu nennen.
Die schon lange (leider nur) diskutierte Aufschließung zur B2 wäre die kürzeste, zeitsparendste, umweltverträglichste und auch eine ZEITGEMÄSSE Möglichkeit für ganz viele Pendler, schnell, direkt und bequem ihre externen Arbeitsplätze zu erreichen. Es gäbe unstrittig auch weniger tägliche Abgashinterlassenschaften im Ortskern, CO² ist dabei nur ein Bestandteil unter vielen weiteren Schadstoffen; nicht nur die direkten Anwohner an der Hauptstraße wären über eine Luftverbesserung erfreut.
Auch an den Wochenenden würden natürlich viele Bürger von der schnellen B2-Erreichbarkeit profitieren.
Zahlreiche weitere Synergieeffekte sind durch eine Anbindung an die B2 denkbar und wahrscheinlich.
Allein diese wenigen Gedanken verdeutlichen schon die Vorteile einer unkomplizierten, kurzen und zeitgemäßen Tutzing-B2-Vernetzung, sowohl für die o.g. überdurchschnittlich hohe Anliegerzahl wie auch für weitere Bewohner angrenzender Ortsteile.
Und ja, die Umsätze des Einzelhandels lassen sich durch günstige Rahmenbedingungen – mehr Aufenthaltsqualität für Menschen, kluge Verringerung des Verkehrsaufkommens – nachweislich stabilisieren oder sogar steigern. Niemand behauptet, dass Verkehr „komplett weg" muss. Es geht um Priorisierung, gute Erreichbarkeit für alle und die Reduktion von Durchgangsverkehr, der niemandem vor Ort nützt.
Hier einige Quellen mit Beispielen und Details:
Kleiner Begriffskanon der Mobilitätsforschung (IVP Discussion Paper 2018-1): https://www.econstor.eu/bitstream/10419/200083/1/ivp-dp-2018-1.pdf
Difu-Pressemitteilung „Einzelhandel profitiert von Maßnahmen der Verkehrsberuhigung" (März 2025): https://difu.de/presse/pressemitteilungen/2025-03-28/einzelhandel-profitiert-von-massnahmen-der-verkehrsberuhigung
Difu-Studie „Verkehrsberuhigung und Einzelhandel: Dann wird's laut" (2025, PDF): https://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/media/2025/4/23/1edc64c2528eac07e613046362c693a6/difu-einzelhandel-2025.pdf
IFH Köln „Vitale Innenstädte für alle Generationen" (September 2025): https://www.ifhkoeln.de/vitale-innenstaedte-fuer-alle-generationen-handel-gastronomie-und-kultur/
Elvik-Meta-Analyse zu stadtweiter Verkehrsberuhigung (2001): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11235794/
VCÖ Factsheet „Why investing in walking pays off in many ways" (August 2024): https://vcoe.at/publikationen/vcoe-factsheets/detail/why-investing-in-walking-pays-off-in-many-ways
Auch das Tutzinger ISEK selbst betont Aufenthaltsqualität und Verkehrsberuhigung als zentrale Ziele für die Hauptstraße. Die Forschung liefert dazu die Grundlage, die Umsetzung liegt bei uns.
Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe - Verkehr so gut wie komplett weg und Umsätze wurden im Einzelhandel im Gegenzug gesteigert ?
(Aber vorsichtig - wir sind in Tutzing ) …
Natürlich ist Onlinehandel ein strukturelles Problem, das Kommunen nicht allein über Verkehrsmaßnahmen lösen können. Für das, was vor Ort gestaltbar ist – kurze Wege, attraktive Verweilmöglichkeiten, sichere Querungen – gibt es jedoch belastbare Erkenntnisse, die wir verkehrsplanerisch und städtebaulich umsetzen sollten. Anstatt die Augen vor der Realität zu verschließen, nur weil sie uns unbequeme neue Einsichten abverlangt.
Für Tutzing heißt das, pragmatisch die folgende Ziele zu verfolgen: Neben einer Verlangsamung des Verkehrs, unnötigen Durchgangsverkehr zu vermeiden, kurze Kundenparkzeiten einzuführen, Anlieferzeitfenster klar zu definieren, sichere Fußgängerquerungen zu ermöglichen sowie mehr Sitzgelegenheiten und Radbügel aufzustellen. Und zwar nicht aus einer weltanschaulichen Motivation heraus, sondern weil es nachweislich funktioniert.
Übertragen auf Tutzing bedeutet das, kurze Parkzeiten sind für die „echte“ Kundschaft vorzusehen, sichere Querungsmöglichkeiten braucht es und mehr Sitzgelegenheiten und Radbügel an der Hauptstraße (sowie Marienstraße und Schlossstraße). Und dazu eine Verlangsamung des Verkehrs mit dem Ziel, das PKW‑Aufkommen im Zentrum spürbar zu senken. So bleibt das Einkaufen komfortabel und der Bereich lädt zugleich mehr Menschen zum Verweilen ein.
…heute mal wieder - zu wenig Parkplatz - daher kauft man immer weniger hier ein - sondern dort wo man auch gut parken kann - manche fordern am liebsten alle Autos raus aus Tutzing - dann wirst genau das Gegenteil halt bewirken…und es stirbt noch mehr aus…der Mensch mag es bequem - nicht jeder steht auf „Lastenfahrrad“ und Co …
Ganz abgesehen davon, dass es diesem Beitrag um ein ganz anderes Thema geht.
Sehr viel ernsthafter und sachlicher als hier und in Kommentaren zum vorangegangenen Beitrag.
Beim Tutzinger ISEK hat es doch mit der Bürgerbeteiligung schon so gut geklappt.
Und jetzt ... teils kindische Lächerlichmachungen oder undemokratische Sturheiten; letztere kündigten schon mal vorab an - ähnlich wie bei Trump ? - andere Entscheidungen als die Eigene zu ignorieren.
Vielleicht ist es dann tatsächlich besser, wenn der Platz auch weiterhin ohne offiziellen Namen bleibt, aber mit vielen individuell-persönlichen Benennungen.
Ein Prozess, bei dem Tutzing am Ende zerstrittener herauskommt, als es hineingegangen ist, macht natürlich auch keinen Sinn.
Wenn unbedingt, dann Veterlplatz.