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Zwei Frauen an Tutzings Grünen-Spitze

Flora Weichmann bleibt erste Sprecherin – Eliane Droemer folgt auf Tyll Gundermann

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Frauen-Trio: Eliane Droemer, Flora Weichmann und Miriam Pawlitzek (von links) gehören dem Vorstand der Tutzinger Grünen an. Tyll Gundermann, der ihn als einziger Mann ergänzt, fehlt auf dem Foto. © Bündnis 90/Die Grünen Tutzing

Die Mitglieder des Tutzinger Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen haben ihren neuen Ortsvorstand gewählt. Im Rahmen der gut besuchten Sitzung wurde Flora Weichmann in ihrem Amt als erste Sprecherin bestätigt. Auch in die zweite Sprecherfunktion, die bisher ein Mann - Tyll Gundermann – inne hatte, ist eine Frau gewählt worden: Eliane Droemer hat dieses Position übernommen.

Nach den Regelungen der Grünen können zusammen nur eine Frau und ein Mann oder zwei Frauen Parteivorsitzende sein, aber keine zwei Männer. Eliane Droemer gehört dem Vorstand der Tutzinger Grünen schon seit zwei Jahren als Beisitzerin an. Tyll Gundermann bleibt als Beisitzer der einzige Mann im Ortsvorstand. Neu zur Beisitzerin wurde Miriam Pawlitzek gewählt.

Nach einer Mitteilung bekräftigten die Vorstandsmitglieder ihren Willen, mit einer gemeinsamen Strategie im Team die Interessen der Tutzinger Grünen-Mitglieder zu vertreten. Dazu gehöre eine konstruktive Diskussion ebenso wie eine geeinte Konzentration auf gemeinsame Ziele und Projekte. Das neue Team will den Ortsverband, wie angekündigt wird, „solide und kraftvoll durch die nächsten zwei Jahre tragen“.

Der Vorstand berichtet in der Mitteilung über einen Mitgliederzuwachs um gut 40 Prozent seit 2022. Als Motivation geben nach seinen Angaben vielen neue Mitglieder an, sie wollten aktiv die Demokratie verteidigen, sie seien entsetzt über unsachliche Angriffe gegen die Grünen in ganz Deutschland und sie sähen Handlungsbedarf.

Sprecherin Flora Weichmann hat große Ziele für die Tutzinger Grünen abgesteckt. Sie verwies auf die Kommunalwahl in zwei Jahren und erklärte: „Wir wollen unsere Sitze im Gemeinderat mindestens verdoppeln und endlich eine Bürgermeisterin oder einen Bürgermeister stellen.“ Neben der Verkehrs- und Energiewende soll nach ihren Worten unter anderem der Diskurs zur Nachhaltigkeit und zu ökologischen Zukunftsperspektiven gestärkt werden.

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Kommentare

Einmal abgesehen davon, dass das Frauenstatut nicht Inhalt unserer Pressemitteilung war und auch gar nicht die News ist -

Der Blutdruck kann sich wieder senken, denn:
Das Frauenstatut ist eine Selbstverpflichtung der GRÜNEN, kein Gesetz.
Und –
Von dem Begriff ‚Frauen‘ werden alle erfasst, die sich selbst so definieren, heißt es dort.

Grundsätzlich gilt, dass mindestens die Hälfte aller Ämter oder Mandate den Frauen vorbehalten sind.
Sollte sich keine Frau finden, die auf den dafür vorgesehenen Plätzen antreten will, bleibt der Platz unbesetzt.

Es geht um Ermutigung.
Es geht darum, alte Strukturen aufzubrechen.
Es geht – wie so oft bei den GRÜNEN darum, neue Wege zu einem neuen Ziel zu denken, um Inspiration, um neue Ideen.

Es geht darum, vor Ort mehr Frauen für die politische Arbeit zu gewinnen:
Durch die richtige Ansprache, die Beachtung des Faktors Zeit, offene Diskussionskultur und strukturiertes Sitzungsmanagement, Familienfreundlichkeit, Wertschätzung und Anerkennung, Weiterbildung und Qualifikation, geschlechtergerechte Sprache, Erleichterung des Einstiegs und Frauen-Netzwerke.

Solange in unserer Gesellschaft Strukturen und Diskriminierungsmechanismen wirksam sind, die Frauen benachteiligen, haben wir GRÜNE uns die Selbstverpflichtung auferlegt, diesem Missstand in unserer Partei-Organisation mit gezielten Maßnahmen zu begegnen. Diese bewusste „Bevorzugung“ von Frauen ist eine wichtige und richtige Kompensation für real existierende strukturelle Diskriminierungen von Frauen. Der Erfolg gibt uns Recht: In keiner anderen Partei sind so viele Frauen auf allen Ebenen aktiv und machen gute, erfolgreiche Politik. Wir haben den höchsten Frauenanteil aller Parteien in der Mitgliedschaft.

Fazit
Das Frauenstatut stärkt die Position der Frauen in unserer Partei. Es ermutigt Frauen, sich in den politischen Prozess aktiv ein zubringen. Die Hälfte der Macht und der Verantwortung für Frauen — das ist unser gemeinsames Ziel.

Wir freuen uns, dass wir tatkräftige MENSCHEN bei den Tutzinger GRÜNEN und im Vorstand wissen, die sich für Tutzing engagieren.
Dieses Problem löst man aber nicht durch Überregulierung. Jeder Frau steht es frei sich politisch zu betätigen. Die Wähler, die zu 50 % weiblich sind, entscheiden dann mit über den Erfolg . Aber den Frauen scheint das Geschlecht bei der Wahl dann doch eher egal zu sein. So wie es eben sein soll. Ich denke die Zeit der „Anschubfinanzierung“ mit einer Quote sollte irgendwann vorbei sein.
(Bearbeitet)
Erst durch die Quotenregelungen ist die Unterrepräsentation von Frauen in politischen Ämtern gesunken, insbesondere im Deutschen Bundestag. Dort lag der Frauenanteil 1949 bei gerade einmal 9,5 %. Maßgeblich durch die Einführung von Quotenregelungen konnten die Frauen auf heute rund 34 % aufschließen. In der Wirtschaft zeigt sich ein ähnliches Bild. Dort nehmen die Werte zwar langsam, aber auf einem vergleichsweise geringen Niveau dort zu, wo Quoten eingeführt wurden.

Darüber hinaus ist eine Gleichverteilung der Geschlechter in Politik und Wirtschaft nicht nur eine Gerechtigkeitsfrage, sondern auch eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Männer sind in nahezu allen problematischen Milieus zahlenmäßig deutlich überrepräsentiert. Vom Kleinkriminellen über den Psychopathen bis zum Autokraten weisen die Vertreter solcher Gruppierungen weit überwiegend ein männliches Geschlecht auf. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass gemischtgeschlechtliche Teams die besten Arbeitsergebnisse erzielen und eine ausgewogene Balance in Bezug auf risikofreudiges und risikoaverses Verhalten realisieren.

Nicht zuletzt sind auch die Grünen von einer paritätischen Ämterverteilung noch weit entfernt. Insofern ist dieser Vorstand mit Blick auf die Geschlechterverteilung ein wichtiger Fortschritt in Richtung Gleichstellung.
Führung durch Leistung und Mehrheiten unabhängig vom Geschlecht oder Orientierung. Darum geht es doch. Das hat so gut wie nichts mit Aggression gegen oder Angst vor Frauen zu tun. Eine verordnete Quote ist ein Irrweg. Das sehen übrigens die meisten Frauen in Führungspositionen auch so. Keine von denen will den Titel einer Quotenfrau. Wie schon angesprochen, Diverse kommen bei den Grünen offensichtlich gar nicht vor und werden einfach von einer Doppelspitze ausgeschlossen.
(Bearbeitet)
Es ist immer wieder faszinierend, was Frauen in Führungspositionen auch im 21. Jahrhundert noch bei manchen Männern auszulösen vermögen. So alt wie diese niederen Reflexe sind, so alt ist eine ziemlich treffsichere Einordnung dafür aus dem Munde von Sigmund Freud:

„Die Angst vor der Frau ist eine der stärksten Ängste des Mannes, und sie ist auch eine der tiefsten Quellen seiner Aggression gegen die Frau.“
Damit mein knapp formulierter Beitrag von gestern nicht ganz so leicht mißverstanden bzw. fehlinterpretiert werden kann, will ich heute etwas ausführlicher nachformulieren:
Wer immer Diskriminierung bekämpft, hat grundsätzlich meine Sympathie & Unterstützung! Selbstverständlich auch die Grünen.
Über das Ziel gibt es somit keine Differenzen, wohl aber über den Weg dorthin.

Bleiben wir bei der Benachteiligung von Frauen bei Führungspositionen in Politik & Wirtschaft:
Hier einfach den Spieß umzudrehen, mag dem Problem dringend notwendige Beachtung verschaffen.
Auch als zeitlich begrenztes (!!) Mittel um der benachteiligten Gruppe Gelegenheit zum Aufholen zu verschaffen, mag das sinnvoll sein.
Aber im Grunde bekämpft man nur die eine Diskriminierung durch eine neue Diskriminierung mit umgedrehten Vorzeichen.
In der Geschichte gibt es unzählige Beispiele für die Gefahren, wenn nur die eine Diskriminierung durch eine andere Neue abgelöst wird. Ohne strikte zeitliche Begrenzung von Anfang an, verfestigt sich solch eine neue Diskriminierung sehr leicht und führte immer nur in eine neue Katastrophe.
Ich wünsche den Grünen, dass sie sich nicht in dieser Falle verrennen.

Anderes Thema Geschlechtsidentität:
Ich sehe keinen Anlaß warum es mich stören sollte, wenn dadurch Menschen geholfen werden kann, deren innerer Kompaß nicht mit ihrem physischen & juristischen Geschlecht übereinstimmt? Das ist deren Leben, und deren Entscheidung. Leicht ist es so oder so nicht für sie. Bitte machen wir es diesen Menschen über die Bürokratie nicht noch zusätzlich schwerer.
Unabhängig von der bemängelten Qualität der Kommentare, zeigen sie doch deutlich das Problem einer Quotenregelung in der heutigen Zeit. Zusätzlich wollen sich die Grünen auf der einen Seite für mehr Demokratie einsetzen, auf der anderen Seite werden Menschen aufgrund ihres geschlechtlichen Identität von vornherein für ein zur Wahl stehendes Amt ausgeschlossen. Das passt nicht zusammen, wie so Vieles bei den Grünen.
(Bearbeitet)
Was für eine Qualität diesen Kommentaren innewohnt.
Gäbe es dann Neuwahlen, wenn die Grüne Doppelspitze den Geschlechtseintrag auf männlich ändert?

(Bearbeitet)
Eigentlich kein Problem. Wozu gibts das Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag (SBGG) ?
Und was ist mit den Diversen? Die kommen gar nicht vor! Am Besten stellen die Grünen noch mehr undurchsichtige Regeln auf bis sie selbst nicht mehr durchblicken und sich damit selbst anschaffen. Damit wäre dann allen gedient.
Zitat: "Nach den Regelungen der Grünen können zusammen nur eine Frau und ein Mann oder zwei Frauen Parteivorsitzende sein, aber keine zwei Männer."

Als Außenstehender stelle ich nüchtern fest, dass die vielgerühmte Gleichberechtigung bzw. Gleichstellung hier offensichtlich nur in eine Richtung gilt.
Seltsam.
(Bearbeitet)