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Zehn Stunden kostenlose Hilfe

erhalten Vereine von der Gemeinde Tutzing - aber diese Regelung gerät jetzt auf den Prüfstand

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Der Bauhof hilft Vereinen für eine gewisse Zeit kostenlos. Ob es dabei bleibt, ist offen. © L.G.

Sage und schreibe 85 Vereine werden in einer „Bürgerinformationsbroschüre der Gemeinde Tutzing“ aufgeführt. Für sie und andere ortsansässige Institutionen gibt es seit ein paar Jahren großzügige Hilfe: Wenn sie bei der Gemeinde für Veranstaltungen etwas ausleihen, dann bekommen sie zehn Stunden Unterstützung quasi kostenlos dazu. Das ist vor einiger Zeit beschlossen worden. Die Mitarbeiter des kommunalen Bauhofs kümmern sich dann um Vieles - für Vereine eine erhebliche Entlastung, die sie erst dann bezahlen müssen, wenn es länger als zehn Stunden dauert.

Diese Regelung gerät jetzt jedoch auf den Prüfstand. Kürzlich sind im Hauptausschuss des Gemeinderats die Bedingungen fürs Ausleihen eines Geschirrmobils, eines WC-Wagens und einer Bühne teils verändert worden. Die Rathaus-Geschäftsleitung sprach sich dafür aus, die Zehn-Stunden-Regelung wieder abzuschaffen. Die Kapazitäten des Bauhofs sollten für seine eigentlichen Aufgaben genutzt werden.

"Erst gesteht man den Vereinen Hilfe zu, dann nimmt man sie ihnen wieder weg"

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Die kostenlose Hilfe ist für Dr. Thomas von Mitschke-Collande ein Wert © L.G.

Das führte allerdings zu einer so kritischen Diskussion, dass dieser Punkt aus dem gesamten Paket, das zur Abstimmung stand, ausgeklammert wurde. Beschlossen wurde, dass bestimmte Gebühren erhöht werden und dass Ausleiher selbst für die Abholung und den Transport sorgen müssen, während dies bisher der Bauhof übernommen hat. Eine Bühne für Vereine Ob die kostenlose Zehn-Stunden-Hilfe künftig beibehalten oder gestrichen wird, das ist bei der Sitzung offen geblieben.

An diesem Thema entzündete sich eine fast schon leidenschaftliche Debatte. Mehrere Ausschussmitglieder schienen es kaum fassen zu können, dass eine kostenlose Unterstützung durch die Kommune erst beschlossen worden war und nun wieder abgeschafft werden soll. Diese Hilfe sei ein Wert, argumentierten zum Beispiel Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) und Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste). Diesen Wert Vereinen und anderen, denen er zugestanden worden sei, nun wieder wegzunehmen, hielten sie nicht für richtig.

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Die Kulturreferentin will das Thema beim Vereinstag zur Sprache bringen

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Brigitte Grande setzt sich für die Vereine ein © L.G.

Energisch setzte sich auch besonders Kulturreferentin Brigitte Grande (parteifrei/CSU-Fraktion) für die Vereine ein. Ihnen sollte die Gemeinde soweit wie möglich helfen, mahnte sie. „Erst sagen wir, die Vereine sind wichtig, dann nehmen wir ihnen eine Leistung weg“, fügte sie hinzu: „Wie geht das zusammen?“ Sie warnte auch vor zusätzlichem bürokratischen Aufwand.

Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) bekräftigte schließlich ebenfalls, dass die Unterstützung der Vereine durch die Gemeinde wichtig sei. Mit deren Vertretern soll das alles auf Anregung von Brigitte Grande nun erst einmal besprochen werden. Bei einem Vereinstag, der im Herbst sowieso stattfindet, will die Kulturreferentin das Thema zur Sprache bringen.

Quelle Titelbild: L.G.
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